Alvar-Aalto-Preis

Teilen als Prinzip des Wohnens

Der Alvar-Aalto-Preis für studentische Projekte zum Wohnen in der Neuen Vahr Nord ist an Architektur-Studenten verliehen worden. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewoba schreibt ihn alle zwei Jahre aus.
27.11.2019, 21:16
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Von Eleni Maurischat
Teilen als Prinzip des Wohnens

Ein Modell, das mit dem Alvar-Aalto-Preis ausgezeichnet wurde.

Kuhaupt

„Wem gehört die Stadt?“, steht auf dem T-Shirt von Francisca Jahn. Gemeinsam mit Paula Kandzia von der Hochschule Münster ist sie mit dem Alvar-Aalto-Preis ausgezeichnet worden. Am Mittwoch wurde er an der Hochschule Bremen verliehen. Mit dem Studienpreis werden in Erinnerung an das Werk des finnischen Architekten und Stadtplaners Alvar Aalto herausragende Leistungen von Studierenden des Fachbereichs Architektur prämiert, wie die Hochschule Bremen und die Gewoba mitteilen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft stellte eine Preissumme von insgesamt 3900 Euro zur Verfügung. Die Studierenden haben die diesjährige Ausschreibung mit dem Titel „Wohnen 4.0 – Sharing-Konzepte für Wohnen und Quartier in der Neuen Vahr Nord“ gewonnen.

Die Preisverleihung war die letzte Etappe des Projekts. Die Teilnehmer haben sich ein Semester lang mit dem Thema „Gemeinschaftliches Wohnen durch Teilen von Ressourcen und Räumen“ befasst und stellten dabei die Bedürfnisse der Anwohner in den Fokus: Was möchten sie teilen, was nicht? Welche Angebote fehlen? Und wie lassen sie sich in Orte der gemeinschaftlichen Nutzung übersetzen?

Vor Ort fanden die Siegerinnen die Inspiration für den Entwurf: einen Waschsalon. „Dort sind Menschen ins Gespräch gekommen, die sonst nichts miteinander zu tun haben“, erzählt Kandzia. So entstand die Idee, alltägliche Handlungen vom privaten in den öffentlichen Raum zu verlegen und Begegnungen mit Fremden zu ermöglichen. Der Salon wurde Grundlage für das „Waschhaus-Areal Neue Vahr Nord“, wie sie den Entwurf nennen. „Es soll ein Leben miteinander statt aneinander vorbei entstehen.“ Dafür sei das „Mikro-Viertel“ wie ein Spaziergang mit offenem Ausgang angelegt. Man müsse es erkunden, um alle Orte, die durch Teilen Gemeinschaft erzeugen, zu entdecken. Drei Ebenen des Teilens wurden definiert: der private Raum, also der Wohnraum, der teilöffentliche Raum, dessen Nutzung von den Anwohnern definiert wird, und der öffentliche Raum, der für jeden zugänglich ist.

Das Grundstück an der Paul-Singer-Straße/Ecke Friedrich-Stampfer-Straße wurde von der Gewoba, die den studentischen Ideenwettbewerb alle zwei Jahre ausschreibt, festgelegt. „Der Platz hatte ehemals eine zentrale Funktion in der Neuen Vahr“, sagt Maike Schaefer, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnungsbau, bei der Preisverleihung. Die Entwürfe sollten das Gebiet innovativ wiederbeleben. Neben den Siegern wurden drei weitere Entwürfe geehrt. Einer stammt von Raphael Ardler, Student an der Hochschule Bremen. Das diesjährige Thema habe die Philosophie von Alvar Aalto in besonderer Weise aufgegriffen: „2019 sind wir Aalto so nahe wie noch nie. Seine Architektur hat Wohnen stets als Gemeinschaftsaufgabe betrachtet und war so der Zeit voraus“, sagt Peter Stubbe, Vorstandsvorsitzender der Gewoba.

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