Besonders hohe Nebenkosten

Teurer wohnen in Bremen

Die Nebenkosten sind in Bremen besonders hoch. Das hat ein Vergleich aller 16 Länderhauptstädte des Bundes der Steuerzahler ermittelt. Wir sagen, was die Kostentreiber sind.
10.07.2018, 18:52
Lesedauer: 2 Min
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Teurer wohnen in Bremen
Von Sabine Doll

Wer in Bremen und Berlin wohnt, muss die höchsten Nebenkosten zahlen. Sie liegen bei 2227 Euro im Jahr, Berlin-West liegt mit einem Euro darüber. Das hat der Bund der Steuerzahler in einer aktuellen Statistik ermittelt, bei der alle 16 Hauptstädte der Bundesländer miteinander verglichen werden. Am günstigsten kommen die Einwohner der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz mit 1424 Euro im Jahr weg. Hannover liegt mit 1808 Euro knapp über dem Schnitt von 1780 Euro.

Sechs Kostenfaktoren wurden ermittelt

Auch in den vergangenen beiden Jahren war Bremen nach Berlin immer die zweitteuerste Landeshauptstadt bei den Nebenkosten. Im vergangenen Jahr lag die sogenannte zweite Miete ebenfalls bei 2227 Euro, im Jahr davor waren es 2215 Euro. Bei dem Ranking hat der Steuerzahlerbund die Belastung der Wohnnebenkosten für einen Drei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche und 300 Quadratmetern Grundstücksfläche zugrunde gelegt. Sechs Kostenfaktoren wurden dabei ermittelt: die Trinkwasserpreise, Abfall-, Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühren sowie die Grundsteuer und der Rundfunkbeitrag. Letzterer ist allerdings bundesweit einheitlich mit 210 Euro pro Jahr.

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Größter Nebenkosten-Treiber ist der Statistik zufolge die Grundsteuer – und auch hierbei sind die Bremer mit 1008 Euro im Jahr überdurchschnittlich hoch belastet. Nach Hamburg (1050 Euro) und Berlin West (1041 Euro) sind dies im Bundesländer-Ranking die dritthöchsten Grundsteuerabgaben im Jahr. Deutlich weniger wird mit 621 Euro in Hannover fällig; der Durchschnitt liegt bei 566 Euro. Die geringste Jahresbelastung haben die Magdeburger mit 296 Euro.

Der Bund der Steuerzahler verweist darauf, dass eine Reform der Grundsteuer erforderlich sei, weil das Bundesverfassungsgericht die geltenden Bewertungsregeln verworfen habe. Derzeit werde bei der Berechnung der Grundsteuer in den neuen Bundesländern auf die Werteverhältnisse des Jahres 1935, in den alten Ländern hingegen auf die Wertverhältnisse von 1964 abgestellt. Deshalb werde in der Statistik zwischen Berlin-West und -Ost unterschieden.

"Bremen hat die Grundsteuer 2015 kräftig angehoben"

Für den Finanz- und Immobilienexperten der Bremer Verbraucherzentrale, Hartmut Schwarz, ist das Bremer Abschneiden keine große Überraschung. "Bremen hat die Grundsteuer 2015 kräftig angehoben." 2,50 Euro pro Quadratmeter seien ein bundesweiter Mittelwert, der für Nebenkosten angelegt werden könne, so Schwarz. Gerade bei vielen Neubauwohnungen liege dieser Wert oft deutlich darüber, etwa bei 3,50 Euro – selbst bei Effizienzhäusern. "Grund dafür sind zum Beispiel Umgebungskosten, die durch Instandhaltung und Pflege von Tiefgaragen, großen Grünflächen rund um den Wohnungskomplex, Aufzüge, Gebäudereinigung oder Hausverwaltungen mit besonderen Dienstleistungen entstehen", betont der Experte.

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