Musiker aus dem Steintor gab Kostprobe bei den Wasserfestspielen des Universum Science Centers

Thomas Schacht bringt die Luft zum Dröhnen

Horn·Steintor. "Der Kontakt zum Publikum ist mir sehr, sehr wichtig", sagt Thomas Schacht, der als Jugendlicher mit Schlagzeug begann und nach einer langen Pause dann mit 30 Jahren seine Leidenschaft fürs Trommeln wiederentdeckte. Heute ist der 52-Jährige aus der Alwinen-straße im Steintor ein Kenner der internationalen Trommelszene. Ob Gong, Schlagwerk, Rasseln oder afrikanische Kürbistrommeln: Er hat so ziemlich alle Schlaginstrumente in seinem Fundus.
13.08.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Petra Spangenberg
Thomas Schacht bringt die Luft zum Dröhnen

Thomas Schacht aus dem Steintor ist ein Experte für Trommeln aller Art.

Stubbe

Horn·Steintor. "Der Kontakt zum Publikum ist mir sehr, sehr wichtig", sagt Thomas Schacht, der als Jugendlicher mit Schlagzeug begann und nach einer langen Pause dann mit 30 Jahren seine Leidenschaft fürs Trommeln wiederentdeckte. Heute ist der 52-Jährige aus der Alwinen-straße im Steintor ein Kenner der internationalen Trommelszene. Ob Gong, Schlagwerk, Rasseln oder afrikanische Kürbistrommeln: Er hat so ziemlich alle Schlaginstrumente in seinem Fundus.

Bei den "Wasser-Fest-Spielen" im Universum durften alle ran: Klein und Groß konnten nach Schachts Konzert die afrikanischen Wassertrommeln zum Klingen bringen. "Es ist wichtig, dass die Zuschauer die Trommeln selbst ausprobieren können," sagt der Musiker. Die Wassertrommeln bestehen aus einer Kalebassen-Halbschale, die in einem Gefäß mit Wasser schwimmt. Die Tonhöhe ergibt sich aus der im Innern befindlichen Luftmenge und kann durch Niederdrücken verändert werden.

Mit der Hand oder Schlegeln bringt Thoams Schacht die ungewöhnlichen Trommeln, die schon mal 60 bis 70 Liter Wasser aufnehmen und einen Durchmesser von gut einem halben Meter haben können, zum Tönen. Dabei bleibt es nicht immer bei einem einzigen Ton: "Wassertrommeln sind stimmbar – um einen oder 1,5 Töne nach oben." Wie das mit Musik und Physik funktioniert und wie Wassertrommeln gestimmt werden, lernten die Zuschauer der Universum-Show mit dem Perkussionisten ziemlich schnell. Der afrikanische Kürbis für die Musikinstrumente ist buchstäblich aus anderem Holz als die dicken Früchte, die in Deutschland im Herbst geerntet werden. "Die afrikanischen Exemplare sind härter, holziger, größer und trocknen schnell, man kann schon von Monsterkürbissen sprechen", sagt Schacht. Ursprünglich stammen die Kalebassen-Trommeln aus Mali, er selbst besitzt diverse Exemplare aus Ghana und dem Senegal.

Der Bremer bringt schon seit vielen Jahren die Luft zum Dröhnen. Seit 1992 beschäftigt er sich intensiv mit Trommeln und Perkussion. Als er für ein Trommelgeschäft tätig war und Instrumente reparierte, erwischte ihn die Leidenschaft für diese Art der Perkussion. Er lernte Schlaginstrumente aus so ziemlich allen Ländern der Welt kennen und wurde selbst zum Spezialisten auf dem Gebiet.

Das Trommeln ist sein Leben geworden, er spielt unter anderem bei Confusao, der Sambagruppe mit brasilianischem Temperament, und in anderen internationalen Musikgruppen. Auch Soloauftritte gehören zu seinem Repertoire, er gibt Workshops in Instrumentenbau und bietet ein spezielles Training für Unternehmen an.

Dabei läuft unter dem Titel "Teamdrumming" als Abschluss einer Fachtagung oder als Auftakt für eine große Betriebs- oder Geburtstagsfeier ein Trommelprojekt unter Schachts Leitung. Er verteilt dann die Instrumente, lässt die Beschäftigten gleichberechtigt mitmachen und achtet darauf, dass sie gemeinsam Spaß haben. Große Unternehmen wie die Bremer Straßenbahn AG (BSAG), Mercedes-Benz und andere haben Teamdrumming mit ihren Beschäftigten bereits praktiziert.

"Über die Tanzbegleitung habe ich zum Trommeln gefunden", sagt Thomas Schacht, der seine Zuhörer für die Perkussion begeistern möchte. "Wer neben einer tönenden Wassertrommel steht, spürt die Schwingungen – das ist fast wie bei einem Gong oder wie bei einer Pauke. Man sieht, wie das Wasser perlt", schwärmt er.

Einen genauen Überblick über die Zahl seiner Instrumente hat Thomas Schacht nicht, "aber von jeder Sorte und aus allen Teilen der Welt sind Exemplare dabei", weiß der Musiker. Er würde gerne noch mehr spielen, trommeln und tönen, "aber ich habe ja nun mal nur zwei Arme".

Kontakt: Thomas Schacht, Alwinenstraße 28, Telefon 703072, E-Mail-Adresse: ThomasSchacht@gmx.net. Die "Wasserfestspiele" im Universum Science Center, Wiener Straße 1a, gehen bis Anfang September weiter. Nächste Sonderaktion: Am Donnerstag, 16. August, bringt Clownin Josephine um 13 Uhr und 15 Uhr mit Wasser gefüllte Kristallgläser zum Klingen.

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