Herstellung gilt als Tierquälerei

Tierschutzorganisation Peta kritisiert Lokal wegen Stopfleber

Die Bedingungen bei der Herstellung von Stopfleber gelten als Tierquälerei. Ein Bremer Restaurant hat es aber noch auf der Karte - die Tierschutzorganisation fordert, dass sich das ändert.
30.07.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Tierschutzorganisation Peta kritisiert Lokal wegen Stopfleber
Von Maurice Arndt
Tierschutzorganisation Peta kritisiert Lokal wegen Stopfleber

Ein Foto aus der Herstellung von Stopfleber in Belgien.

Maurice Arndt

Die Tierschutzorganisation Peta ordert das Bremer Restaurant Chapeau la Vache auf, Stopfleber von der Karte zu nehmen. "Stopfleber ist das kranke Organ eines gequälten Vogels", kritisiert die Organisation. Das Gericht steht weltweit in der Kritik. "Wir haben das Restaurant bereits zwei Mal aufgefordert, die Speise von der Karte zu nehmen.

Bisher haben wir aber keine Rückmeldung bekommen", sagt Tanja Breining. Sie ist Biologin und Kampagnenleiterin bei Peta. Deshalb habe die Tierschutzorganisation nun eine Pressemitteilung veröffentlicht und das Restaurant öffentlich kritisiert. Hintergrund dafür ist die Herstellung der Speise. Tierschutzorganisationen halten die Produktion der Stopfleber – auch französisch Foie gras genannt – für Tierquälerei.

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In Deutschland findet man die Geflügelleber trotz des Herstellungsverbotes noch in einigen Restaurants. Oft seien das französische Lokale, sagt Peta-Biologin Breining. Mitunter bieten auch exklusivere Restaurants das Gericht an, so wie eben das Bremer Lokal Chapeau la Vache. Dort wird die Leber als kalte Vorspeise unter anderem mit Mango und französischen Brioche-Brötchen serviert.

Auf eine Anfrage, warum die Stopfleber auf ihrer Karte geführt wird und ob sie wie von Peta gefordert von der Karte genommen wird, reagierte das Restaurant in der Hollerallee trotz mehrfacher Nachfrage nicht. Auch in anderen Lokalen der Hansestadt war das Gericht bereits auf dem Menü zu finden. „Wir suchen die Restaurants, die wir anschreiben, nicht explizit aus. Meist bekommen wir Tipps aus der Bevölkerung und treten daraufhin mit den Lokalen in Kontakt“, sagt Breining.

Weltweit gibt es deshalb bereits verschiedene Verbote. In Deutschland etwa ist, wie in vielen anderen Staaten der Europäischen Union und einigen anderen Ländern wie der Türkei und Argentinien, die Produktion untersagt. Erlaubt sind allerdings der Verkauf und der Import des Tierorgans. Ein Versuch von Peta auch das zu untersagen scheiterte. „Das hängt leider mit dem Recht auf freien Warenverkehr in der EU zusammen“, sagt Breining. Im US-Staat Kalifornien sind nach einem jahrelangen Rechtsstreit mittlerweile sowohl der Verkauf als auch der Import verboten.

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In Indien gibt es eine ähnliche Regelung, die Stadt New York folgt 2022. Die Gänse und Enten, von denen die Leber entnommen wird, werden „massiv gequält und bewusst krank gemacht“, heißt es in einer Mitteilung von Peta. Demnach werde zwei- bis dreimal täglich mit einem Rohr ein fettreicher Getreidebrei in die Mägen der Tiere gestopft. Durch die Mästung schwillt die Leber der Tiere stark an. In etwa zwölf bis 21 Tagen kann das Organ das zehnfache des Normalgewichtes erreichen.

Das liegt unter anderem an starken Fettablagerungen, die sich an der Leber bilden und für den Geschmack sorgen. Das Tier kann dadurch Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüche oder Organverletzungen erleiden. Frankreich gilt als das Heimatland der Stopfleber. Die Speise, die als Delikatesse gilt, steht dort oft an Weihnachten oder zu Familienfesten auf dem Tisch. Das Land ist der weltweit größte Produzent von Foie gras mit einer Jahresproduktion von 20 000 Tonnen. Dort steht Stopfleber als „Kultur- und Gastronomieerbe“ unter besonderem Schutz.

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