WESER-KURIER-Karikaturist Til Mette gestaltet Etikett von neuer Weinmarke

Til Mette, Karikaturist des WESER-KURIER, hat das Etikett einer neuen Weinmarke gestaltet. Und es hat ihm Spaß gemacht, mal keine politische Karikatur zu zeichnen.
12.03.2019, 19:43
Lesedauer: 1 Min
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Von Jean-Pierre Fellmer

Menschen sitzen an einem gedeckten Tisch, unterhalten sich gut gelaunt, ein Herr mit schwarzen Haaren spielt Gitarre. Auf der Tafel steht ein Teller mit einer Pizza, daneben ein Korb mit Brot, zwei Flaschen Wein. Auf dem Etikett der Weinflasche spiegelt sich die Szene: Menschen sitzen an einem Tisch, jemand spielt Gitarre, sie trinken Wein. Der Stil wirkt vertraut, die Signatur auch: Til Mette.

Wer am Dienstagnachmittag in der Weinstube Vivolovin in der Neustadt zu Besuch war, hat sich womöglich wie in einem Bild im Bild gefühlt. Anlass für den Abend war die Abfüllung der Weinmarke Vinello, für die der Karikaturist Til Mette die Illustrationen für die Etiketten gezeichnet hat.

Mette sitzt mit Gitarrist Ralf Benesch am Tisch und macht Späße: „Die Idee mit diesen Ein-Liter-Flaschen finde ich gut, dann muss ich nicht so oft laufen.“ Benesch spielt auf seiner Akustikgitarre verträumten Jazz. „Ralf und ich haben schon viele Flaschen Wein geköpft“, sagt Mette und fragt in die Runde: „Und der Wein ist wirklich von freilaufenden Trauben?“

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Die Zusammenarbeit ist laut Mette aus einem puren Zufall entstanden: Er verschenke häufiger Weinflaschen, die er mit einem selbst gezeichneten Etikett versehe. Ein Beschenkter habe ein Foto davon gemacht und es bei Facebook veröffentlicht. Das Foto verbreitete sich im Internet, wodurch der Weinhändler des Vivolovin auf ihn aufmerksam wurde. So kam die Anfrage zustande.

„Ich habe so etwas zuvor noch nie gemacht“, sagt Mette. Anfragen hätte er jedoch schon bekommen: Ein anderer Weingroßhändler habe bei ihm eine Illustration angefragt. „Das konnte ich jedoch nicht mit meiner Arbeit vereinbaren, der Händler war politisch aktiv – das hätte ein Geschmäckle gehabt“, sagt Mette, der politische Karikaturen für den WESER KURIER und den „Stern“ zeichnet. Seine Glaubwürdigkeit würde darunter leiden.

Außerdem müsse er hinter der Sache stehen. Das Welt- oder Bremer Geschehen zu kommentieren ist Mettes Job. „Das hier ist nur Spaß“, sagt er. Die Illustration sei im Gegensatz zu seinen politischen Zeichnungen harmonisch – keine Fallhöhe, kein spitzzüngiger Biss. Seine Handschrift erkenne man trotzdem: „Auf dem Bild sehen alle Figuren etwas derangiert aus.“ Vielleicht hatten sie ja zu viel Wein.

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