"Blutmond" am Himmel

Totale Mondfinsternis in der Nacht zu Montag

Riesiger „Blutmond“ am Himmel: Eine totale Mondfinsternis kann in der Nacht zu Montag in Mitteleuropa beobachtet werden. Von 4.11 bis 5.24 Uhr befindet sich der Mond vollständig im Kernschatten: Die Finsternis ist total.
27.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Joachim Baier
Totale Mondfinsternis in der Nacht zu Montag

Die Sternwarte Riesa fotografierte diesen „Blutmond“ während der Mondfinsternis am 15. Juni 2011.

Schwager und Sternwarte Riesa, dpa

Riesiger „Blutmond“ am Himmel: Eine totale Mondfinsternis kann in der Nacht zu Montag in Mitteleuropa beobachtet werden. Der Erdtrabant zeigt sich dann auch als Super-Mond, da er unserem Planeten besonders nahe ist und entsprechend groß wirkt. Und er präsentiert sich zudem noch als „Blutmond“: Der rote Schimmer rührt von langwelligem Licht, das von der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut wird.

Wer den Höhepunkt des mehrere Stunden dauernden Schattenspiels nur mal kurz bestaunen will, „sollte am besten den Wecker auf halb fünf stellen“, sagte Alexander Weis von der Vereinigung der Sternfreunde, die ihren Sitz im südhessischen Heppenheim hat. Von 4.11 bis 5.24 Uhr befindet sich der Mond vollständig im Kernschatten: Die Finsternis ist total.

Künstliches Licht stört die Sicht

Die Spannung dürfte allerdings schon um 3.07 Uhr steigen, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt. „Das werden Sie sehen: Da ist was los“, sagte Weis. Auch das Verlassen des Kernschattens um 6.27 Uhr sei noch gut erkennbar. Viel Aufwand zum Beobachten des Spektakels ist nicht erforderlich: Einfach Richtung Südwesten gucken, ein Blick aus dem Fenster kann ausreichen. Wer möchte, kann zum Fernglas greifen und gleich die schwachen Sterne sehen, an denen der Mond vorbeizieht.

Der Mond werde nicht durch die Mitte des Erdschattens ziehen, sagte Michael Khan vom Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation, „sondern nur knapp unter“ dieser Linie. Beobachtet werden könne die totale Mondfinsternis in Deutschland praktisch überall gleich gut. Künstliches Licht dürfte dabei aber stören. „Besser nicht unter die Straßenlaterne stellen“, riet Björn Voss, Leiter des Planetariums im LWL-Museum für Naturkunde in Münster.

Tipps für Fotografen

Wer das Ereignis verschläft, muss sich gedulden: Die nächste totale Mondfinsternis wird erst wieder in drei Jahren – am 27. Juli 2018 – in Deutschland zu beobachten sein. Eine totale Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Reihe stehen, die Erde das Licht der Sonne also abhält und der Mond sich im Schatten der Erde befindet. Der Vollmond ist in dieser Nacht der Erde mit einem Abstand von 356 880 Kilometern auch noch so nah, dass es neben einer Springflut auch Spannungen in der Erdkruste geben kann.

Wer das Ereignis fotografieren will, sollte einige Dinge beachten. Für die Fotoausrüstung gilt: Eine Digitalkamera mit einem großen Zoomfaktor reicht schon aus. Der Photoindustrie-Verband empfiehlt eine System- oder Spiegelreflexkamera mit einem Teleobjektiv. „Auch wenn der Mond groß aussieht, muss die Kamera die Distanzen überbrücken. Das kann kein Smartphone und kein kleiner Zoom“, sagt Sprecherin Constanze Clauß. Damit die Kontraste der Mondfläche auf den Fotos gut zu sehen sind, rät sie zu einer Gegenlichtblende. Damit werden störende Lichtquellen abgeschirmt. Wichtig ist das Stativ.

Die kleinste Erschütterung kann das Foto unscharf machen. Clauß rät zudem zum Fernauslöser. „So ist ausgeschlossen, dass die Fotos verwackeln, wenn man auf den Auslöseknopf drückt.“ Notfalls hilft auch der Selbstauslöser. Und was ist die beste Belichtungszeit? „Ich würde eine Langzeitbelichtung empfehlen. Und eventuell eine Belichtungsreihe. Der Mond scheint dunkler als bei Vollmond“, sagt Susanne Hüttemeister vom Zeiss Planetarium Bochum.

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