Bauunternehmervertreter nehmen Schweizer Viertel in Augenschein

Tour de Chance in Osterholz

Osterholz. Dem Schweizer Viertel könnten ein paar bauliche Veränderungen gut tun.
26.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von EDWIN PLATT
Tour de Chance in Osterholz

Am Lachmundsdamm saniert die Vonovia einen Gebäudeblock.

Petra Stubbe

Osterholz. Dem Schweizer Viertel könnten ein paar bauliche Veränderungen gut tun. Welche, das wollte Quartiersmanager Aykut Tasan mit Vertretern von Bauunternehmern klären, auf einer Fahrradtour mit Blick auf das Stadtbild. Tasan selbt ist nicht nur Sozialpädagoge sondern hat auch Architektur studiert und auch einen gewissen stadtplanerischen und baulichen Blick auf „sein“ Quartier.

Vertreter großer Bauunternehmen, die in seinem Quartier tätig sind wie Timm Tebbe, Stellvertretender Regionalleiter der Vonovia, und Ralf Schumann, Geschäftsbereichsleiter der Gewoba hatte Tasan eingeladen. Und auch Behördenvertreter wie Josefa Weth von Stadtplanung und Bauordnung Ost waren mit von der Partie durch den Stadtteil. Ohne Stadtplan, dafür mit dem Fahrrad, ging es für die fast zehnköpfige Gruppe durch das Schweizer Viertel. „Auf der Liste stehen 15 Orte mit Verbesserungspotenzial“, sagte Tasan.

Los ging es auf dem Osterholzer Marktplatz, auf dem gerade Wochenmarkt stattfand. Die nächste Station, die Shischa Bar in der St. Gotthard Straße, sparten die Radler aus. Denn dort ist ein Kündigungsverfahren anhängig, das erst entschieden werden soll um den zugehörigen tristen Vorplatz gestaltend aufwerten zu können. Station zwei, der Spielplatz an der St. Gotthard Straße, liegt direkt vor den Mietwohnungen. Durch Bepflanzung, zum Beispiel einer Hecke, könnte mehr Privatsphäre für die Bewohner geschaffen werden. Beim Spielplatz der Vonovia an der Zermatter Straße, mit großer Parkfläche, könnte mehr Wohnraum entstehen.

Am Ute-Meyer-Weg, beim Spiel- und Jugendhaus, liegen Grundstücksflächen ungünstig waren sich die Radler einig. Ein Teil des Geländes gehört zum Rewe-Grundstück, ein anderes zum Jugendhaus, ein drittes zur Vonovia, die hier eine Spielfläche zu den Miethäusern vorhält. Vor dem Umfeld des Jugendhauses eine einheitliche Lösung, zum Beispiel mit einer Spielfläche zu schaffen, war eine Idee.

Die Züricher Straße ist in Höhe der Post ein grauer Vorplatz, der eine attraktivere Umgestaltung gebrauchen könnte. Hier wurde wieder die Frage aufgeworfen, ob die Fläche einmal beim Projekt Shared Space um den Marktplatz miteinbezogen werden kann, wenn es mit den Überlegungen für das Zentrum des Schweizer Viertels vorangeht. Manchem der städteplanerischen Runde kam hier der vorerst flüchtige Gedanke, den gegenüberliegenden Sparkassenbau aufzustocken. Am Spielplatz Tessiner Straße ging es entlang zum Karl-Heinz-Janssen-Weg und zum Krankenhausgelände. Dort war man sich einig, das säumende Grün stutzen zu wollen, um die Wegführung durchsichtiger und sicherer zu gestalten. Bei der konkreten Gestaltung des Verbindungswegs allerdings gingen die Meinungen auseinander.

Zum nahen Nachbarschaftstreff Am Siek gibt es Ideen, das nur teuer zu erhaltende Gebäude, abzureißen und eventuell gegenüber der Straße ein Gebäude mit mehr Nutzen zu errichten, das den Treff aufnimmt. Am Lachmundsdamm renoviert die Vonovia derzeit an zwei Stellen ihre Gebäude. Der zweite Abschnitt wird kommen, um alle Wohnungen und Gebäude hier auf einen ähnlichen, sanierten, Stand zu bringen. Teilweise herrschen hier auf der Straße verkehrsberuhigte 30 Km/h. Sollte diese Zone erweitert werden? Die Radfahrergruppe wurde an dieser Stelle sehr zügig überholt und kam zum Entschluss, dass so etwas Kinder in der Wohnsiedlung gefährden könne.
Auch das gedachte Dreieck aus Waldorfschule, Kita Graubündener Straße und Grundschule Ellener Brok soll sich nach Meinung der Tourteilnehmer durch den anstehenden Bau des „Quartierzentrums“ verändern und mit Singlewohnungen, behinderten- und altengerechten Einheiten attraktiver werden.

Wie könnte sich eine Sielgraben Querung auswirken, wie eine Mehrzweckfläche? Weitere Ideen sollen auch hier die Zukunft mitgestalten. Am Ende der Tour blieb den Vertretern der Wohnungsbauunternehmen und der Behörden die EInsicht, dass es gemeinsame Interessen gibt, Kooperationen hilfreich sein können und sich an mancher Stelle das Quartier zum beliebten Ortsteil entwickeln ließe.

„Auf der Liste stehen 15 Orte mit Verbesserungspotenzial.“ Aykut Tasan
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