Nach deutlicher Kritik in Bremerhaven Tourismuschef Volker Kölling geht

Bremerhaven. Die Ära Volker Kölling an der Spitze der Bremerhavener Wirtschafts- und Tourismusförderungsgesellschaft (BIS) ist beendet. Darauf haben haben sich Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) und Kölling geeinigt.
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Von Frank Miener

Bremerhaven. Die Ära Volker Kölling an der Spitze der Bremerhavener Wirtschafts- und Tourismusförderungsgesellschaft (BIS) ist beendet. Darauf haben haben sich Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) und Kölling am Freitag geeinigt, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Kölling war etwas mehr als zwei Jahre Tourismuschef und von Anfang an umstritten.

„Es war eine schwere Abwägung – aber um die gute Arbeit der BIS nicht weiterhin den Angriffen Dritter auszusetzen, habe ich dem Wunsch des Oberbürgermeisters entsprochen, mich aus der Geschäftsführung zurückzuziehen“, sagte Kölling nach der Auflösung, die sich freilich eher wie ein Rausschmiss anhört. Im Frühjahr 2010 hatte er das Amt angetreten, nachdem die Stadt über mehrere Jahre und Runden einen Tourismuschef gesucht hatte. Die Nominierung des 1968 geborenen Fernsehjournalisten, der Sozial- und Islamwissenschaften studiert und beim WESER-KURIER volontiert hatte, war bereits eine Überraschung.

Die Amtsführung Köllings war nicht unumstritten. Hinter den Kulissen rumorte es, weil er nicht das Fachwissen für die Tourismusbranche mitgebracht hatte. Das erste Tourismuskonzept, das nach der Sail 2010 vorlag, wurde vom damaligen Oberbürgermeister Jörg Schulz neu angefordert. Zuletzt geriet Kölling in die Kritik, als innerhalb kurzer Zeit zwei Veranstalter maritimer Ereignissen klagten, dass ihnen ihre Konzepte von der BIS aus der Hand genommen worden seien. Einer von ihnen ist Günter Wichert, der im Frühjahr die Sportbootparade zur Eröffnung der Kaiserschleuse organisiert hatte. „Für das kommende Jahr hat mir die BIS das aus der Hand genommen und wollte das unter eigener Regie veranstalten“, sagt er. Ähnliches war auch über die Planungen eines Kogge-Treffens zu hören.

Kölling zieht eine positive Bilanz seiner Tätigkeit: „Ich habe meine Arbeit bei der BIS als kreative Aufgabe mit einem tollen Team erlebt und sehe Bremerhaven jetzt auch konzeptionell für die touristischen Aufgaben der Zukunft gut aufgestellt. Es war eine Freude, bundesweit für die Stadt zu werben“, heißt es in der Mitteilung. Weitere Auskünfte werde es nicht geben, betonen Grantz und der geschasste Kölling, dessen Dienstende noch vom Aufsichtsrat und der Stadtverordnetenversammlung bestätigt werden muss. Ob er eine Abfindung erhält – der Vertrag lief ursprünglich über fünf Jahre –, ist unklar. Dem Vernehmen nach erhielt Kölling ein Jahressalär von über 100.000 Euro.

Die Tourismusförderung wird nun kommissarisch vom zweiten BIS-Geschäftsführer, Nils Schnorrenberger, übernommen. Gleichzeitig wird überlegt, wie ihre Aufgaben neu organisiert werden können. Im rot-grünen Koalitionsvertrag ist vorgesehen, sie aus der BIS auszugliedern und eine eigene Firma zu gründen. Wer die leiten soll, ist offen. Grantz kündigte lediglich an, dass es nach einer Neustrukturierung eine öffentliche Ausschreibung geben solle.

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