466. Schaffermahlzeit

Traditionelles Brudermahl: Die jungen Leute feiern mit

Bremen. Die 466. Bremer Schaffermahlzeit klingt so langsam aus. Seit 19.30 Uhr sind nun auch die jungen Leute in der Oberen Rathaushalle dabei, um unter anderem mit Ehrengast Christian Wulff bei einem gemeinsamen Ball zu feiern.
12.02.2010, 14:12
Lesedauer: 2 Min
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Von Andrea Suhn und Jürgen Hinrichs
Traditionelles Brudermahl: Die jungen Leute feiern mit

Michael Bömers und Christian Wulff bei der Schaffersmahlzeit.

Frank Thomas Koch

Bremen. Die 466. Bremer Schaffermahlzeit klingt so langsam aus. Seit 19.30 Uhr sind nun auch die jungen Leute in der Oberen Rathaushalle dabei, um unter anderem mit Ehrengast Christian Wulff bei einem gemeinsamen Ball zu feiern.

Trotz des anhaltenden Schneefalls fanden Bürgermeister Jens Böhrnsen (SDP) und sein niedersächsischer Kollege Christian Wulff (CDU) die Zeit, gemeinsam mit dem Shanty Chor ein Lied anzustimmen, ehe sie im Rathaus verschwanden. Schunkelnd reihten sich die beiden Politiker in die Gruppe der Sänger ein. Die Sangeskünste der beiden kamen bei den umstehenden Schaulustigen gut an. „Ich bin sehr gerne nach Bremen gekommen und freue mich, Gast der Schaffermahlzeit zu sein“, sagte Christian Wulff bei seinem Eintreffen im Bremer Rathaus. Anlässlich der Schaffermahlzeit trug sich der niedersächsische Ministerpräsident auch in das Goldene Buch Bremens ein.

Nach Ernst Albrecht und Sigmar Gabriel ist Wulff der dritte niedersächsische Ministerpräsident, der an der Schaffermahlzeit teilnimmt. Er wird eine der insgesamt zwölf Reden während des Brudermahls halten. Ausrichter und Gastgeber der diesjährigen Schaffermahlzeit sind die kaufmännischen Schaffer Stephan Ilsemann von der Heino Ilsemann GmbH, Peter Hoedemaker, Chef von Kaefer Isoliertechnik, und Christian Koopmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Peter W. Lampke GmbH. Neben Wulff heißen sie viele weitere prominente Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur in der Oberen Rathaushalle willkommen heißen.

Die Teilnahme an der Schaffermahlzeit ist streng geregelt: 100 kaufmännische Mitglieder von Haus Seefahrt, das sind die ehemaligen Schaffer. Dazu 100 Kapitäne und 100 Gäste aus dem In- und Ausland – lauter hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kirche und Kultur. Einige Botschafter sind dabei und neben Zetsche solche Wirtschaftsbosse wie der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Hartmut Ostrowski, der Chef von E.ON Ruhrgas, Bernhard Reutersberg, und Friedrich Caspers, der die R&V Versicherungen anführt. Der Hochadel ist auch vertreten, erwartet wird Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein.

Frauen bleiben wieder außen vor, und das, obwohl im Sommer einige ehemalige Schaffer angekündigt hatten, weibliche Gäste vorzuschlagen. „Zwischen der Ankündigung und dem Tun gibt es Schwellen“, sagte der Verwaltende Vorsteher von Haus Seefahrt, Michael Schroiff. Es sei offenbar einfach noch nicht so weit, die Tafel des Brudermahls generell auch für Frauen zu öffnen. Schroiff: „Erst wenn wir merken, dass es dazu unter den Teilnehmern einen größeren Bedarf gibt, werden wir die Damenfrage behandeln. Momentan sehe ich das noch nicht.“

Streng traditionell auch der Ablauf des Mahls in der Oberen Rathaushalle: Fünf Stunden, sechs Gänge, zwölf Reden. Aufgetragen wird von Küchenchef Stefan Madaus unter anderem Hühnersuppe, Stockfisch, Braunkohl und Rigaer Butt. Dazu Wein und Seefahrtsbier, ein dickflüssiges Braunbier, das ausschließlich zur Schaffermahlzeit gebraut wird. Satt und zufrieden werden die Teilnehmer dann erfahrungsgemäß tief in die Tasche greifen und für Haus Seefahrt spenden. Das Sozialwerk unterstützt in Not geratene Kapitäne, ihre Witwen und neuerdings auch bedürftige Nautikstudenten. Die Schaffer und ihre Gäste tragen Frack und Lackschuhe. Nicht einfach, damit unfallfrei über den vereisten Marktplatz zu kommen. „Vielleicht sollten wir Herrn Loske anrufen“, flachste Hoedemaker.

Gegen 22 Uhr endet die Veranstaltung.

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