Selbstversorgung in der Stadt

Trend: Urban Gardening in Bremen

Bremer erobern sich die Stadt zurück. Überall grünt und blüht es. Dabei handelt es sich nicht nur um hübsch aussehende Pflanzen, sondern hier und da auch um Obst und Gemüse mitten in einer Betonwüste.
12.04.2016, 14:41
Lesedauer: 4 Min
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Bremer erobern sich die Stadt zurück. Überall grünt und blüht es. Dabei handelt es sich nicht nur um hübsch aussehende Pflanzen, sondern hier und da auch um Obst und Gemüse mitten in einer Betonwüste.

Urban Gardening ist ein echter Trend. Vor allem in Großstädten in denen Grünflächen eher knapp sind, streben immer mehr Naturfreunde auf die Brachflächen und verwandeln diese in bunte, blühende Oasen. Aber auch im heimischen Garten oder dem Balkon kann man viele verrückte Sachen anstellen, vor allem wenn es um die Selbstversorgung geht.

Der Selbstversorger Balkon

Natürlich kann man von einem vier Quadratmeter großen Balkon nicht so viel erwarten, wie von einem großen Garten, vor allem wenn vielleicht noch zwei Stühle und ein Tisch Platz haben sollen. Aber man wird staunen, was im Kübel alles möglich ist. Regionaler geht es wohl kaum. Dabei geht es natürlich nicht unbedingt um das Versorgen selbst, sondern vielmehr darum, zu entdecken, wo was herkommt. Aus einer Blüte wird eine essbare Frucht.

Inzwischen gibt es viele Züchtungen, die sich für den Kübel eignen. So ist es kein Problem ein Pfirsichbäumchen auf dem Balkon zu halten sowie Blaubeeren Ende August zu ernten. Beides gibt es schon als fertige Sträucher beziehungsweise Bäumchen im Baumarkt oder auf einem Wochenmarkt, wie auf dem Liebfrauenkirchhof.

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Klassiker für den Kübel sind Cherry-Tomatenpflanzen, Erdbeeren oder diverse Kräuter. Die funktionieren immer.

Aber nur Mut, alle Nutzpflanzen wachsen in Kübeln mehr oder weniger gut. Schön aussehen tun sie so oder so, und im Idealfall kann man hier und da mal etwas naschen.

Kein Platz, die Stadt bietet genügend Spielraum

Wer wirklich keinen Platz für die eigenen Pflanzen findet, kann sich auch an diversen Urban Gardening Projekten in Bremen beteiligen.

2015 löste eine Straßen-Aktion in Findorff eine Debatte über Urban Gardening aus. Rund 50 Findorfferinnen und Findorffer hatten darauf aufmerksam machen wollen, dass die neu gestaltete Münchener Straße an Charme und Lebendigkeit deutlich zu wünschen übrig ließ. Daher besorgte die Gruppe heimische Blühpflanzen und bepflanzte unter anderem Maurerkübel und uralte Klosetts. Einige davon wurden mittig über die vorhandenen Straßenpfähle gestülpt und zu "Grünpoller".

Auch auf dem Dach der Volkshochschule in der Altstadt ist 2015 ein Garten entstanden. In Bäckerkisten wachsen heimische Gemüse- und Kräutersorten. Es gibt sogar Kurse rund um den Dachgarten.

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Auf dem Lucie-Flechtmann-Platz in der Neustadt zeigt die Initiative „Ab geht die Lucie“, wie bunt die Stadt sein kann.

Endlich - Frühlingsanfang auf der Lucie!!Leute, wir freuen uns so auf die Saison :)

Posted by Ab geht die Lucie on Sonntag, 20. März 2016

Außerdem gibt es in Bremen den Internationale Garten Walle , die Gemüsewerft in Gröpelingen oder die Interkulturelle Gartengemeinschaft Tenever.

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Auch im Peterswerder gibt es schon seit Jahren Blühstreifen, die im Sommer besonderes schön sind. Spaziergänger kommen dann an der Hamburger Straße an farbenfrohen Beeten vorbei, haben Schlafmützchen, Kornblumen und Mohn bewundert, Clematis an den Zäunen und bienenfreundliche Beete zwischen Parkbuchten.

Denn auf den öffentlichen Anlagen nehmen es Bremerinnen und Bremer selbst in die Hand, wollen ihre Stadt verschönern, sie grüner machen. Manche werfen Samenbomben aus Erde, Ton und Samen auf öffentliches Grün, andere pflanzen einfach so drauf los.

Vorgaben für das freiwillige Engagement in Bremen

Für das freiwillige Engagement auf öffentlichen Grünflächen gibt es ein paar Vorgaben vom Umweltbetrieb Bremen, damit ein Straßenzug sein Gesamtbild behält und die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt.

  • Die Pflege muss dauerhaft laufen.
  • Die Sicherheit des Straßenverkehrs muss geachtet werde.
  • Zum Schutz der Straßenbäume soll auf die Pflanzung von hohen Sträuchern über 60 Zentimetern und Nadelgehölz vermieden werden. Tief wurzelnde Pflanzen könnten den bereits bestehenden Straßenbäumen schaden, indem sie ihnen die Lebensgrundlage entziehen.
  • Niedrige Pflanzen seien auch aus Gründen der Verkehrssicherheit und für die freie Sicht zu bevorzugen.
  • Zäune im öffentlichen Raum sind wegen Verletzungsgefahr nicht gestattet, auch wenn sie Hunde und Katzen von den Beeten fern halten.
  • Die kontinuierliche Pflege nicht mehr übernehmen möchte oder kann, räumt sein Beet und informiert den Umweltbetrieb.

Wer sich als Stadtgärtner engagieren will, kann sich beim Umweltbetrieb Bremen melden.Weitere Informationen gibt es beim Umweltbetrieb Bremen www.umweltbetrieb-bremen.de

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