Wochenserie Vegane Ernährung

Trend wird zum Wirtschaftsfaktor

Die Nachfrage nach veganen Produkten steigt kontinuierlich. Wie die Lebensmittelbranche auf den "Vegantrend" reagiert und was sich alles im Sortiment findet, thematisiert der vierte Teil unserer Wochenserie.
11.06.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Trend wird zum Wirtschaftsfaktor
Von Ralf Michel

Der Trend zum Veganismus ist vor allem an den Etiketten auf den Lebensmitteln abzulesen. „Vegane Produkte hatten wir schon immer im Sortiment“, sagt Linda Wiederholt von Aleco. „Neu ist, dass viele der Hersteller ihre Produkte jetzt auch als vegan auszeichnen.“ Ein einheitliches Siegel gebe es nach wie vor nicht, aber die Zahl der Produkte, die irgendwo auf der Verpackung den Schriftzug „vegan“ aufweisen, nehme stetig zu.

Insgesamt 5687 vegane Produkte gebe es in den Aleco-Biosupermärkten, sagt Linda Wiederholt. Wer durch den Bio-Supermarkt des Unternehmens am Kirchweg geht, entdeckt, was die Marketing-Fachfrau meint: Spinatbraten, Rosmarin-Roulade, Kebabgyros, Bauernknacker Thüringer – alles vegan. Auch Lupinen-Burger, Riesen-Vegarnelen und Philosophen-Tofu sind im Kühlregal zu finden. Nicht minder breit aufgestellt ist der vegane Bereich bei Süßigkeiten – vom Schokoriegel „Love chock Pecan/Maca“ bis zum Fruchtkonfekt „Himbeer-Limette-Minze“.

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Die Nachfrage nach veganen Produkten habe im vergangenen Jahr spürbar angezogen, berichtet Filialleiterin Melanie Lehmkuhl. Vegane Schokolade sei dafür ein gutes Beispiel. „Das Regal ist regelrecht explodiert. Jede Firma, die Bioschokolade anbietet, hat jetzt auch die vegane Variante im Sortiment.“

Verstärkte Nachfrage der Kunden

Vegan sei ein hippes Thema geworden, sagt Linda Wiederholt. Anfangs hätten Veganer als radikal, ja geradezu aggressiv gegolten. Inzwischen habe sich dieses Bild in der Bevölkerung gewandelt. „Man kann sich vegan ernähren und trotzdem mit Genuss essen und viel Spaß und Lebensfreude haben.“

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Längst hat darauf die Lebensmittelbranche reagiert. Und dies gilt keineswegs nur für Bioläden. „Wir beobachten, dass es eine wachsende Zahl von Verbrauchern gibt, die sich frei von tierischen Lebensmitteln ernähren möchten – ohne dabei auf Genuss zu verzichten“, sagt Kerstin Hastedt aus der Zentrale von Edeka. Daher habe man das Angebot ausgeweitet: „Ab sofort bieten wir unter der neuen Eigenmarke Edeka Bio+Vegan verschiedene Produkte an, die ganz ohne tierische Bestandteile auskommen.“ Die Produkte würden sukzessive im Laufe des Sommers in den Supermärkten verfügbar sein.

Im Rahmen einer Kooperation mit Veganz, einem bundesweit agierenden Großhändler für vegane Lebensmittel, werde Edeka ab Ende Juni das vegane Sortiment um weitere Artikel ergänzen, erläutert Hastedt. Aus einem über 200 Artikel starken Grundsortiment von Veganz könnten die selbstständigen Edeka-Kaufleute, die ihre Märkte eigenständig führen, ihre Angebote individuell zusammenstellen.

Auch Discounter reagieren

Auch die Rewe-Gruppe verzeichnet eine verstärkte Nachfrage ihrer Kunden nach veganen Produkten. Aktuell böten die Supermärkte unter der Bezeichnung „Rewe Bio“ 14 als vegan gekennzeichnete Produkte an. Von Sojadrink und Sorbet über Edelbitterschokolade und Nuss-Nougat-Creme bis hin zu Pasta- und Asia-Saucen, zählt Thomas Bonrath aus der Abteilung Kommunikation des Hauses auf.

Darüber hinaus habe Rewe eine Regaleinheit für vegane Artikel entwickelt, die das Angebot an kühlpflichtigen Produkten gebündelt präsentiere. Für diese Einheit seien 35 vegane Artikel gelistet, vorwiegend aus dem Convenience-Bereich. Einige Rewe-Märkte würden zudem veganen Wein führen.

Angekommen ist der vegane Trend auch bei den Discountern, wenn auch vorerst noch in wesentlich überschaubarerem Umfang. Vegetarische Angebote gehörten bei Aldi Nord schon seit Längerem zum Standardsortiment, sagt Serra Esatoglu, Kommunikationsbeauftragte der Unternehmensgruppe, und verweist auf Veggie-Aufschnitt, Soja-Schnitzel, Tofu-Würstchen, verschiedene Brotaufstriche und Pasteten. „Wir führen aber auch rein vegane Produkte wie zum Beispiel Reiswaffeln, Soja-Reis-Drink, Feinkostsalate, frische Antipasti oder Hafer-Cookies.“ Man werde permanent weitere Produkte prüfen und auch dieses Sortiment künftig ausbauen, so Esatoglu.

Weniger weit ist man offenbar bei Lidl. Kundenorientierung und die Optimierung des Sortiments stünden natürlich an oberster Stelle, beteuert Isabel Lehmann aus der Pressestelle von Lidl Deutschland. Über die Feststellung hinaus, dass sich der Discounter mit der Thematik „vegane Produkte“ beschäftige, könne sie derzeit jedoch keine weiteren Angaben machen.

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