Matthias Riethmüller gewinnt 7. „Iron Löhni“ / Zuschauer kühlen Athleten mit Rasensprengern

Triathlon wird zum Dorfereignis

Löhnhorst. Jubelrufe und donnernder Applaus gehören zu einer Kategorie von Weckgeräuschen, durch die man eher selten aufwacht. Manch ein Löhnhorster Einwohner wird am Sonntag aber wohl mit dieser Geräuschkulisse wach geworden sein.
06.07.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Martin Prigge

Jubelrufe und donnernder Applaus gehören zu einer Kategorie von Weckgeräuschen, durch die man eher selten aufwacht. Manch ein Löhnhorster Einwohner wird am Sonntag aber wohl mit dieser Geräuschkulisse wach geworden sein. Der Grund: Der 7. Volkstriathlon „Iron Löhni“ hat am Morgen in dem Dorf stattgefunden und zahlreiche Zuschauer angelockt, die am Straßenrand Beifall klatschten.

Beim „Iron Löhni“ mussten die Athleten 500 Meter schwimmend, 20 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer laufend bewältigen, ehe sie ins Ziel am Löhnhorster Sportplatz kamen. Der Startschuss fiel am See des FKK-Geländes am Habichthorster Weg, die Radstrecke führte durch Löhnhorst und umzu und zu Fuß ging es schließlich zweimal durch den Ort.

Mit der schnellsten Zeit wartete Matthias Riethmüller auf. Der Hobby-Triathlet kam nach 1:16:28 Stunden mit einem Vorsprung ins Ziel. „Ich wohne hier und das ist eine schöne Veranstaltung, die einfach viel Spaß macht“, sagte Riethmüller, der bereits zum dritten Mal teilnahm und den eisernen Wanderpokal überreicht bekam.

Als Zweiter kam der Nordbremer Läufer Frank Themsen nach 1:18:52 Stunden ins Ziel, der über seine Hauptdisziplin wertvolle Minuten wettmachen konnte. „Wenn man nur eine Sportart forciert, ist ein solcher Triathlon eine Herausforderung“, so Themsen. Platz drei ging ebenfalls an einen Läufer: Langstreckler Stefan Fuchs aus Schwanewede (1:21:01) hatte ebenfalls „Just for Fun“ teilgenommen und lobte die „schöne Strecke und eine tolle Atmosphäre“. Außerdem diene der „Iron Löhni“ schon als eine Art Vorbereitung auf den 2. Ultramarathon von Bremerhaven nach Bremen-Nord im September, für den Fuchs vier- bis fünfmal pro Woche trainiert.

Schwimmerin Saskia Albrecht durfte sich gleich doppelt freuen. Sie wurde Erste bei den Damen in 1:42:42 Stunden und stellte darüber hinaus einen neuen Rekord über die Schwimmstrecke des Triathlons auf, die sie nach 7:37 Minuten beendete. Auf dem zweiten Platz landete Brigitte Keller in 1:45:34 Stunden.

Eine Besonderheit des „Iron Löhnis“, der an den härtesten Triathlon der Welt, den „Iron Man“, angelehnt ist, bietet die Möglichkeit, als Teamstaffel zu starten. Hierbei werden die drei Disziplinen auf drei Athleten aufgeteilt. Diesen Wettbewerb entschieden Thore Riehl, Paulina und Olf Kijewski in 1:20:43 Stunden für sich.

Insgesamt hatten sich 24 Einzelsportler und 14 Mannschaften angemeldet, worüber sich die Veranstalter freuten. Die teilweise holprigen Waldwege waren nicht für alle Fahrräder geeignet. So kam es, dass einige Athleten ihr Rennen aufgrund einer Reifenpanne unter- oder gar abbrechen mussten. Ansonsten verlief der siebte „Iron Löhni“ aber ohne Zwischenfälle. Viele Anwohner kamen zur Unterstützung aus ihren Häusern und kühlten mit Rasensprengern die schwitzenden Athleten. Die nahmen diese willkommene Erfrischung dankbar an.

DLRG-Schwimmerin Hanna Völtz sagte mit rotem Gesicht, der Triathlon sei „anstrengend“ gewesen. Sie war über ihren Bruder Paul, der in der Badmintonmannschaft des Mitorganisators Udo Bätjer spielt, auf den „Iron Löhni“ aufmerksam geworden und hatte nun zum ersten Mal teilgenommen.

Ursprünglich war der „Iron Löhni“ 2009 aus der Löhnhorster Mountainbike-Gruppe „Sonntagsfahrer“ hervorgegangen. „Dann ist das Event stetig angewachsen. Mittlerweile ist fast das ganze Dorf dabei und auch von außerhalb bekommen wir Anfragen“, berichtete Udo Bätjer, der mit Cheforganisator Matthias Wachtendorf sowie Thomas Becker und Hartmut Henke die Fäden in der Halt hielt.

Mitbegründer Hartmut Henke hatte den ersten „Iron Löhni“ gewonnen und war zusammen mit Udo Bätjer auch in diesem Jahr wieder selber am Start. Trotz des stetigen Zuwachses waren sich die Besucher, Athleten und Organisatoren am Sonntag einig, dass über allem die familiäre Atmosphäre stehe, die den „Iron Löhni“ ausmache. So wunderte es nicht, dass die begeistert applaudierenden Zuschauer jeden Sportler anfeuerten, völlig gleich, ob man sich kannte oder nicht. Der spätere Sieger Matthias Riethmüller holte sich vor der letzten Laufrunde noch einen Kuss bei seiner Familie ab.

„Es ist eine bunte Mischung – von Jung bis Alt ist alles dabei“, berichtete Corinna Petzold, die mit ihren drei Kindern Julia (8), Tobias (6) und Amelie (4) ihrem Ehemann Ralf zuschaute. „Nächstes Jahr möchte ich auch mitmachen“, so Tochter Julia, die bei der SG Aumund-Vegesack schwimmt und dann wahrscheinlich mit ihrem Vater und Bruder Tobias eine Staffel formen wird. Getreu dem Löhnhorster Motto: „Dabei sein ist alles.“

Im Anschluss an den Triathlon gab es für alle Teilnehmer Bratwurst vom Grill, bevor ein weiteres feierliches Ereignis stattfand: Die Anwesenden wurden Zeuge, wie das gesponserte Kajak „Peem“ des SV Löhnhorst getauft wurde. Für die Organisatoren um Matthias Wachtendorf beginnen die Vorbereitungen für die achte Auflage des „Iron Löhni“ bereits. „Ab Weihnachten werden dann weitere Gespräche geführt und dann geht es im Frühjahr in die heiße Phase“, so der Lehrer.

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