Grüner Bundespolitiker informiert sich auf dem BWK-Gelände und spricht in Vegesack mit Bürgern Trittin: Brache kann sich Bremen nicht leisten

Blumenthal·Vegesack. Im weißen Wahlkampf-Van mit grünem Sonnenblumen-Logo kommt er angefahren. Erst noch schnell das Brötchen im Auto aufgegessen, dann hinaus. Vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Bremer Woll-Kämmerei warten sie schon auf ihn. Ein Grüppchen Blumenthaler Grüne ist das Empfangskomitee für Jürgen Trittin, der im grauen Anzug mit grüner Krawatte dem Van entsteigt.
19.05.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller

Blumenthal·Vegesack. Im weißen Wahlkampf-Van mit grünem Sonnenblumen-Logo kommt er angefahren. Erst noch schnell das Brötchen im Auto aufgegessen, dann hinaus. Vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Bremer Woll-Kämmerei warten sie schon auf ihn. Ein Grüppchen Blumenthaler Grüne ist das Empfangskomitee für Jürgen Trittin, der im grauen Anzug mit grüner Krawatte dem Van entsteigt.

Kurzfristig war der Abstecher nach Blumenthal in den Terminkalender für die Wahlkampf-Tour des Vorsitzenden der grünen Bundestagsfraktion in Bremen eingeplant worden. Schnellen Schrittes geht es über das Gelände. Auf dem Weg erklären Gabriele Kröger-Schurr und Hartmut Schurr dem Gast, was den Blumenthaler Grünen auf dem BWK-Gelände gegen den Strich geht. "Wir wollen hier keine Müllverbrennungsanlagen mehr haben", erfährt Trittin. "Dioxin und Feinstaub verhindern Stadtentwicklung", bekommt der Bundesgrüne auf einem Transparent zu lesen.

"Es gibt den Masterplan, aber nichts passiert", klagen die Blumenthaler Grünen. Die Eindampf- und Feuerungsanlage und das BWK-Kraftwerk schreckten Investoren ab. "Ich kann mir vorstellen, dass das eine Entwicklungsbremse für das Gelände ist", stoßen sie bei Trittin auf Verständnis. "Für eine innerstädtische Lage ist so eine Brache ein unmöglicher Zustand. Eine tote Fläche kann sich eine Stadt wie Bremen nicht leisten."

Die Blumenthaler Grünen sind für Gewerbe auf dem Gelände, aber sie wollen kein Industriegebiet. Skepsis lässt auch der Grüne aus Berlin durchblicken. Er habe gehört, dass es kaum Interessenten für eine industrielle Nachnutzung des Geländes gebe. "Wenn man hier keine industriellen Arbeitsplätze ansiedeln kann, sollte man über andere Formen der Nutzung nachdenken", meint Trittin. Denkbar sei auch eine Mischnutzung.

Der nächste Termin wartet. Es geht zum Sedanplatz. Unterm grünen Schirm am Wahlkampf-Stand in der Gerhard-Rohlfs-Straße ist das Gespräch mit dem Bürger angesagt. Irmgard Rodzis nutzt die Gelegenheit und schüttet dem Bundespolitiker ihr Herz aus. Nicht über die großen politischen Themen sondern über das, was ihr vor Ort nicht passt. Die Markthalle etwa, oder die Neupflasterung in der Fußgängerzone. "Verschwendung", meint Rodzis. Trittin hört freundlich zu, ändern kann er es nicht.

Dafür ist er beim ur-grünen Thema Atomkraft und Energiewende, auf das ihn ein Bürger aus St. Magnus anspricht, in seinem Element. "Das AKW Unterweser muss spätestens 2012 vom Netz gehen, so wie wir es schon vor Jahren forderten." Der Bericht der Reaktorsicherheits-Kommission habe die Schwachstellen des Meilers offen gelegt. "Er ist weder gegen Hochwasser noch gegen einen Flugzeugabsturz gesichert." Die Energiewende ist laut Trittin nur durch eine Ausbau der Off-Shore-Windkraft zu bewältigen. "Darin liegt eine Riesenchance." Eine Hürde sei der hohe Kapitalbedarf. "Wegen der Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke ist in diesem Bereich zu wenig investiert worden." Siehe auch Hauptausgabe, Seite 9

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