Zum Tod von Hermann Gutmann

Tschüss, Felix!

Bremen. Seine Texte, seine unzähligen Bücher – sie waren so typisch bremisch. So bremisch wie ihr Autor Hermann Gutmann, der jetzt im Alter von 83 Jahren gestorben ist.
13.11.2013, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Peter Groth
Tschüss, Felix!

Hermann Gutmann hat seinen Frohsinn an die Leser weitergegeben.

Roland Scheitz

Bremen. Seine Texte, seine unzähligen Bücher – sie waren so typisch bremisch. So bremisch wie ihr Autor Hermann Gutmann. Sachlich, aber nie langweilig, zumeist mit Witz und voller Ironie, aber nicht krachend komisch. Jetzt ist Gutmann im Alter von 83 Jahren gestorben.

Wer nach einem leichten Einstieg in die Geschichte der Hansestadt, in die Bräuche und Eigentümlichkeiten ihrer Bewohner suchte, wer die besonderen Orte Bremens kennenlernen wollte, der war bei Gutmann richtig. Er schrieb aus dem Bauch leicht dahin, so, dass man seinen Texten die Arbeit nicht ansah. Er wollte seine Leser unterhalten und informieren. Und da geriet sein Publikum ins Staunen, wie viel Hermann Gutmann immer wieder einfiel: Von ihm sind wohl mehr als 120 Bücher zu allen nur erdenklichen bremischen Themen erschienen. Seine Veröffentlichungen allein in der Edition Temmen füllen im Hausprospekt des Verlages viele, viele Seiten.

Doch damit nicht genug. Hermann Gutmann, der gar kein Bremer, sondern Bremerhavener war und erst 1957 als junger Lokalredakteur in die Hansestadt zum WESER-KURIER kam, war Buchautor und Journalist. Ein fideler und vor allem ein unvorstellbar fleißiger Schreiber. Jahrzehntelang, früher täglich, bis vor wenigen Wochen immer sonntags im „Kurier“ ließ er seine Leserschaft am Alltag von Felix und seiner lieben Frau Moritz teilhaben. Nichts in diesem Leben war Gutmann zu banal, als dass er daraus nicht noch eine zumeist komische Geschichte herausfiltern konnte. Und so erfuhr man dann ganz nebenbei, dass Hermann „Felix“ Gutmann ein kulinarischer Genießer war – lange Zeit hat er nach seinem Leben als Lokaljournalist, als Mitarbeiter von Radio Bremen und vor den Jahren der freien Autorenschaft als Redakteur der Zeitschrift „essen & trinken“ Rezepte und Restaurants getestet.

Vor Jahren hat ihn ein böser Schlaganfall aus der Bahn, aber nicht umgeworfen. Mühsam lernte Gutmann wieder das Sprechen und das Schreiben und war fortan beinahe noch fleißiger als zuvor – allein seit 1998 sind bei Temmen über 50 Gutmann-Bücher erschienen. Schreiben, schreiben, schreiben, das war seine Welt. Als Bremensien-Autor wird er einzigartig bleiben. Eine schwere Krankheit hat seinem Leben jetzt nach 83 erfüllten Jahren ein Ende gesetzt. Tschüss, Felix, Du hast uns immer gut unterhalten. Weeßt Bescheed?

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