650 Kinder und Jugendliche aus der Gesamtschule Mitte (GSM) engagieren sich sozial

Über 14000 Euro für Grundschule in Mali

Peterswerder. Solidarität, großartiger Einsatz und sportlicher Teamgeist: Das war das Motto im Sportgarten. 650 Schülerinnen und Schüler der GSM (Gesamtschule Mitte) haben sich für Kinder und Jugendliche in Afrika eingesetzt. Mit einem Spendenlauf sammelten sie für eine Grundschule, die in Komanfara (Mali) gebaut werden soll. 29 Klassen beteiligten sich.
16.06.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Kerstin Thompson

Peterswerder. Solidarität, großartiger Einsatz und sportlicher Teamgeist: Das war das Motto im Sportgarten. 650 Schülerinnen und Schüler der GSM (Gesamtschule Mitte) haben sich für Kinder und Jugendliche in Afrika eingesetzt. Mit einem Spendenlauf sammelten sie für eine Grundschule, die in Komanfara (Mali) gebaut werden soll. 29 Klassen beteiligten sich.

Jeanne, Greta und Daria hatten sich knallbunte Shirts mit der Aufschrift "Run for Mali" übergestreift und demonstrierten damit, wofür sie sich einsetzen und was ihnen am Herzen liegt. Sie gehören zum neunten Jahrgang, der das Afrika-Projekt zusammen mit Lehrer Eckardt Kreye organisiert und vorbereitet hat. "Gleich wollen wir losdüsen", sagten sie hochmotiviert und gut gelaunt.

Vor dem Start der Fünft- bis Zehntklässler sprachen Elombo Bolayela, der im Mai als erster afrikanischstämmiger Abgeordneter in die Bürgerschaft gewählt worden ist, und Virginie Kamche, die erste Vorsitzende der Fondation RISSALA und Koordinatorin des Afrika Netzwerks Bremen. Beide zeigten sich sehr beeindruckt von der Aktion der Schüler und Schülerinnen.

Elombo Bolayela

Elombo Bolayela, Vater von fünf Kindern im Alter von acht bis 21 Jahren, erzählte den Jugendlichen von seinem eigenen Werdegang, der ihn vor 19 Jahren als Asylbewerber nach Bremen führte. Einer Stadt, die offen sei. Er selbst sei im Kongo geboren, nur ein paar Kilometer entfernt von Mali. "Wir haben es gut hier, dass wir kostenlose Schulen haben, dass wir kostenlos lernen können und dass wir unsere Träume verwirklichen können", sagte er den Schülern. Und er bedankte sich für das Engagement der jungen Menschen. "Solche Projekte unterstütze ich gerne", betonte er. "Ich finde es gut, dass die Schüler anderen armen jungen Menschen, die weniger haben, in Mali helfen möchten. Wir brauchen die Solidarität mit anderen, die nicht so viel haben wie wir."

Virginie Kamche

Auch Virginie Kamche lobte den Einsatz der Schülerinnen und Schüler für Afrika. "Ihr unterstützt einen wichtigen gesellschaftlichen Bereich nämlich den Bereich der Bildung und Gesundheit, Bildung sei die Voraussetzung für Gesundheit, insbesondere für Frauen", sagte die Schirmherrin des Projektes.

Mali sei eines der ärmsten Länder der Welt, von den schulpflichtigen Kindern gehe nicht mal die Hälfte zur Schule, weil viele arme Familien das Schulgeld nicht bezahlen könnten. In Afrika zur Schule zu gehen, bedeute sehr viel: grundlegende Bildung, Gesundheit, und Teilhabe an der Welt. "Gegen Ungerechtigkeit in Afrika helft ihr mit eurem Spendenlauf", sagte die Vorsitzende. "Ich wünsche mir, dass alle Kinder Partnerschulen in Afrika haben." Dann war Mamadou aus Bamako (Mali) in einer Videobotschaft zu sehen und zu hören. Über ihn ist der Kontakt zu dem Dorf Komanfara hergestellt worden. Das Dorf braucht eine Grundschule. Die Kinder laufen täglich acht Kilometer zur Schule im Nachbardorf und zurück - meistens barfuß.

Auf Einladung des Goetheinstitutes kam der Deutschlehrer 2008 nach München. Anschließend lud ihn die GSM für vier Wochen nach Bremen ein. Gemeinsam mit Jutta Brockhaus, die auch im Sportgarten dabei war, bot Mamadou in einer Projektwoche für die Schülerinnen der GSM ein Mali-Projekt an. Sowohl für das LSK (Lycee Soundiata Keita in Bamako), als auch für den Schulaufbau Komanfara. Er ermutigte über sein Video alle seine Freude, nach Mali zu kommen. "Wir sind arm, aber wir sind gastfreundlich." Und dann gab er den Schülern mit auf den Weg: "Mein Herz ist bei euch - ihr könnt es schaffen."

Mit dieser Botschaft starteten die Jahrgänge der GSM in kurzen Abständen zum Spendenlauf. Die Strecke ging vom Sportgarten über die Erdbeerbrücke, an der Weser lang bis zu Café Sand. Hal över brachte die Kinder und Jugendlichen kostenlos auf die andere Weserseite und dann liefen die Klassen an der Weser zurück zum Sportgarten. Eine Runde umfasste sechs Kilometer.

Svea will was tun

Die 14-jährige Svea aus der neunten Klasse kündigte im Sportgarten über das Mikrofon an, wer als nächstes an den Start ging. Ihr Traum ist es, im November 2011 mit anderen Schülerinnen und Schülern des Afrika-Projektes nach Mali zu fliegen, in das Dorf Komanfara zu reisen und dort vor Ort noch mitzuhelfen und die Schule mit einzuweihen. "Ich finde es wichtig, dass man überhaupt mitbekommt, dass man was tun kann", sagte Svea. "Ich glaube, dass es eine riesige Erfahrung ist, andere Welten kennenzulernen." Schon seit mehreren Jahren hat die GSM in Unterrichtssequenzen, Projekten und anderen Aktionen wie Spendenläufen den Blick auf den afrikanischen Kontinent gerichtet. Oft ging es darum, bestimmte Projekte vor Ort zu unterstützen.

Eckardt Kreye hofft, demnächst in Mali jemandem einen dicken Scheck zu überreichen. Es sieht nach dem Spendenlauf gut aus. "29 Klassen sind gelaufen, von 15 Klassen sind die errechneten Sponsorengelder beim jetzigen Stand: 14 000 Euro - das ist Wahnsinn!", freut er sich mit allen Beteiligten. "Mit der zu erwartenden Summe kann die Schule gebaut werden." Kreye ist froh über die Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk Dritte Welt., insbesondere mit Hauke Nagel. Das KHW werde die Bauleitung und die finanzielle Abwicklung im Mali sichern.

Spendenkonto: Schulförderverein der Gesamtschule Mitte, Konto-Nummer 11037991, Sparkasse Bremen, (Bankleitzahl 290 501 01) Verwendungszweck: Mali-Projekt.

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