Melodie des Lebens beeindruckt wieder einmal mit authentischen Texten und abwechslungsreicher Musik Überbordende Freude und stille Gedanken

Tenever. Bei der achten Auflage der Melodie des Lebens in der Gesamtschule Bremen-Ost (GSO) wurde wieder einmal deutlich, dass Musik nicht nur von Melodie und Rhythmus, sondern vor allem von Inhalten getragen wird. Wieder gab es an zwei aufeinanderfolgenden Abenden Aufführungen mit abendfüllendem Programm. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Mark Scheibe sind dabei vielleicht unersetzlich, die Hauptattraktionen sind aber die Beiträge der Mädchen und Jungen. Ohne die jungen Persönlichkeiten, überbordende Freude, stille Gedanken, erstes Verliebtsein oder das Gefühl, mit einer Gruppe stark zu sein und dies auf der Bühne authentisch zu zeigen, wäre die Show nicht denkbar.
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Von Edwin Platt

Tenever. Bei der achten Auflage der Melodie des Lebens in der Gesamtschule Bremen-Ost (GSO) wurde wieder einmal deutlich, dass Musik nicht nur von Melodie und Rhythmus, sondern vor allem von Inhalten getragen wird. Wieder gab es an zwei aufeinanderfolgenden Abenden Aufführungen mit abendfüllendem Programm. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Mark Scheibe sind dabei vielleicht unersetzlich, die Hauptattraktionen sind aber die Beiträge der Mädchen und Jungen. Ohne die jungen Persönlichkeiten, überbordende Freude, stille Gedanken, erstes Verliebtsein oder das Gefühl, mit einer Gruppe stark zu sein und dies auf der Bühne authentisch zu zeigen, wäre die Show nicht denkbar.

Beide Abende waren wieder ausverkauft, der Saal rappelvoll. Mark Scheibe eröffnete das Programm mit einem Intro und der Fanfare gemeinsam mit den Philharmonikern. Die Lehrerband spielte gleich einen Titel, der von Lebenserfahrung spricht: 'Deine Liebe ist nur eine Lüge'. 'Ich bin allein,' offenbarte dagegen Friederike dem Publikum, und 'Ich vermisse Dich', gestanden sich Michelle und Laura von der Bühne herab ein.

Die ergriffene Stille des Publikums nach dem Lied mochte Mark Scheibe nicht stehen lassen und machte mit einer Publikumsaktion Stimmung: 'Schieb den Flügel,' schallte es mehrstimmig von der Bühne, als er seinen nussbraunen Flügel zu verschieben beginnt. Das Publikum antwortete brav und lautstark: 'move it, aha, aha'. Weit kam der Flügel nicht, doch alle vereinte der Rhythmus. Die Lehrerband griff mit Instrumenten und Stimmen ein: 'Bitte keine Eile' forderten sie mit ihrem Titel. In der Pause hatte dann Mark Scheibe gut zu tun. Sein Aufruf, ihm Verben zuzurufen, verpflichtete ihn, innerhalb von 15 Minuten einen Song daraus zu machen. Womit er das weitere Programm eröffnete.

Auf der Bank rechts vom Eingang zappelten vier Bläser dem Pausenende bereits entgegen. Sie knufften sich, schlackerten mit den Beinen. Während der zehn Schritte auf die Bühne erfolgte die Verwandlung. Vier hochkonzentrierte Jungs standen plötzlich im Rampenlicht und schmetterten fehlerfrei das Solostück für Bläser ins Parkett. Beifall und Erleichterung.

Jana Sievers Titel 'Ich will hier raus' ist ein Herzschmerzsong, den Mark Scheibe mit dem 'verrückten' Flügel begleitete, und war keinesfalls als Antwort auf die jungen Bläser zu verstehen. Miriam Kabore, im ersten Teil bereits im Duett zu hören, sang ein Solo, zart und ergreifend, 'Was ist mit mir geschehen?' Es handelt von erster Liebe. Klavier und Streicher machten Lust auf das Schwenken von Feuerzeugflammen. Intensive Gefühle wurden wach, viele Zuhörer erinnern sich gern an ihre erste Liebe. Eltern mehr als stolz. Doch genug der 'Gefühlsduselei'. In 'Bruder', einem lauten Rap, sind sechs starke Jungs sich einig: Die Welt ist schlecht und wir sind mittendrin. Wer sollte da nicht stark sein?

Ein Leckerbissen darf nicht unerwähnt bleiben, 'Prove' von Zishan. Nachdem Zishan im Vorjahr bereits nach seinem Auftritt gefeiert wurde, trat er, respektvoll von Mark Scheibe anmoderiert, mit weißem, tief ins Gesicht gezogenem Hut, weißem Jackett und edel erscheinender Akustikgitarre solo vor das Mikrofon. Nach obligatorischem lautem Knall beim Einstöpseln der Gitarre wurde der Saal still.

Leise und zart begannen Gitarrenklänge, hauchdünn angeschlagene Saiten und seine warme Stimme, die sich in Höhen gekonnt überschlägt. Er sang 'Prove' nicht, er inszeniert es. Die Bühne lebte allein durch Zishan. Scheibe lehnte versunken am Flügel, die Streicher lauschten aufmerksam, alle zog er in seinen Bann. Ein zart gehauchter Schluss. Laute Zugabe-Rufe.

Nach der Show ist vor der Show

Rund wurde der Abend beim Titel der Lehrerband: 'Ein Ende kann auch mal ein Anfang sein.' Denn, nach der Show ist vor der Show, und dass es im nächsten Jahr wieder eine Melodie des Lebens geben wird, daran zweifelt niemand. Ins 'Dankeschön'-Lied stimmten alle mit ein, auch die, die hier nicht erwähnt wurden und doch den Abend bereicherten.

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