Kommentar über Brandanschläge

Übles Süppchen

Innerhalb kürzester Zeit hat es in Bremen drei Anschläge mit politischem Hintergrund auf Kraftfahrzeuge gegeben. Dies könnte der Auftakt zu einer hochexplosiven Entwicklung sein, fürchtet Ralf Michel.
14.01.2018, 19:22
Lesedauer: 1 Min
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Übles Süppchen
Von Ralf Michel

Dass nicht nur die Staatsanwaltschaft, sondern auch Opfer von Straftaten eine Belohnung für Hinweise aussetzen, die auf die Spur der Täter führen, ist nicht ungewöhnlich. Von daher ist der Vorstoß der Bremer AfD durchaus nachvollziehbar. Auch wenn die Partei nicht selbst geschädigt wurde. Nimmt man das wirre Bekennerschreiben zu dem Brandanschlag auf den Lkw in Gröpelingen ernst, dann war tatsächlich die AfD Ziel der heimtückischen Attacke, die einen Menschen in Lebensgefahr brachte.

Bedenklich ist jedoch, dass die AfD sich die sachdienlichen Hinweise zunächst selbst anschauen möchte und erst dann die Polizei einschalten will. Schlimm genug, wenn es der Partei dabei nur um Misstrauen gegen die Ermittlungsbehörden ginge. Zu befürchten ist jedoch, dass hinter diesem Aufruf vor allem der Versuch steckt, sich die Täter selbst vorzuknöpfen. Natürlich nicht von Politikern der AfD. Aber vielleicht ja von dem einen oder anderen Glatzkopf, der bei Parteiveranstaltungen gerne als Ordner eingesetzt wird. Rechte Baseballschläger gegen linke Benzinkanister, sozusagen. So gesehen ist in Bremen gerade ein wirklich übles Süppchen am köcheln.

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