Ehemalige Leiterin des Bremer Bamf

Ulrike B. sieht sich als Opfer einer Intrige

Die ehemalige Leiterin der Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Ulrike B., hat sich gegenüber dem Magazin "Focus" geäußert. Der Asyl-Skandal sei ein Versuch, sie öffentlich zu vernichten.
24.08.2018, 10:30
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Ulrike B. sieht sich als Opfer einer Intrige

Die Luftaufnahme zeigt das Gebäude der Außenstelle des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Bremen.

Carmen Jaspersen/dpa

In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Asylanträge in der Bremer Außenstelle des Bundeamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat sich die Hauptbeschuldigte, die frühere Leiterin Ulrike B., öffentlich geäußert. Dem "Focus" sagte sie, sie sehe den Skandal als Versuch an, sie öffentlich zu vernichten.

Ulrike B. wird verdächtigt, in Bremen systematisch Asylanträge zu Unrecht positiv beschieden zu haben. Die Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt zudem gegen sie wegen des Verdachts der Korruption. Dazu sagte B., sie sehe sich als Beamtin als Leibeigene des Staates und habe sich nicht bestechen lassen. Sie sei vielmehr Opfer einer Intrige.

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In dem "Focus"-Bericht heißt es weiter, es habe im Bamf offenbar interne Konflikte gegeben. So sei der Nachfolger von Ulrike B. 2017 in den Verdacht geraten, er habe eine Kollegin tätlich angegriffen. Nachdem dieser Vorwurf bekannt wurde, habe der Beschuldigte eine E-Mail an die Bamf-Zentrale in Nürnberg geschrieben und Ulrike B. angeblich schwere Fehler vorgeworfen.

Zudem habe ein "enger Vertrauter" dieses Mannes an dem Bericht von Josefa Schmid mitgewirkt, in dem sie das Bundesinnenministerium im Frühjahr 2018 über die angeblichen Missstände im Bremer Bamf informierte.

Ulrike B. hatte sich bereits im Mai gegenüber der "Bild" geäußert und auf ihren Arbeitgeber geschimpt. Es sei nur noch um Fallzahlen und Bearbeitungszeiten gegangen, nicht mehr um menschliche Schicksale. In einem Eilantrag an das Bremer Verwaltungsgericht erklärte sich B. außerdem zu den Vorwürfen gegen sie. Sie gehe davon aus, weder gegen das Gesetz noch gegen Dienstvorschriften verstoßen zu haben, schrieb sie. Die Anerkennungsquote des Bremer Bamf sei nicht außergewöhnlich hoch gewesen. Durch die Aussagen aus dem Bundesinnenministerium, die Vorgänge in Bremen seien hochkriminell und bandenmäßig gewesen, sah sich B. in ihrer Ehre verletzt. Anfang August entschied das Verwaltungsgericht zu Gunsten von Ulrike B. Behörden dürfen nicht mehr behaupten, dass es im Bremer Bamf hochkriminell zugeht. (ech)

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