Kurt Zech hält an Plänen fest Umbau der Bremer City verzögert sich

Der Bauunternehmer Kurt Zech kommt mit der Umgestaltung der Bremer Innenstadt nur langsam voran. Ungeachtet dessen plant er mit dem Senat ein gemeinsames Symposium im September.
10.07.2018, 22:29
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Umbau der Bremer City verzögert sich
Von Jürgen Hinrichs

Die Pläne des Unternehmers Kurt Zech für die Bremer Innenstadt kommen deutlich langsamer voran als von Zech erhofft. Immer noch hat das Parkhaus-Mitte, der zentrale Baustein für die Umgestaltung des Areals entlang der Lloydpassage, nicht den Besitzer gewechselt. An einem neuen Bebauungsplan, der nach Angaben der Baubehörde bis zu zwei Jahre in Anspruch nimmt, ist bislang kein Federstrich getan worden, weil den Planern die Vorgaben fehlen.

Zech hatte vor einem Jahr die Marschroute ausgegeben, möglicherweise bereits im Jahr 2021 mit seinem Projekt namens City-Galerie fertig zu sein. Darin eingeschlossen wären neben der Fläche des Parkhauses, das abgerissen werden soll, die Häuser von Karstadt und Galeria Kaufhof. Planen kann Zech bisher aber nur mit dem Karstadtgebäude, das ihm gehört. Das Parkhaus ist weiterhin im Eigentum der Stadt. Besitzer der Kaufhof-Immobilie ist die DIC Asset AG, ein börsennotiertes Unternehmen aus Frankfurt.

Wesentliche Schwierigkeiten bestehen noch

Der Senat hatte sich im Dezember bereit erklärt, das Parkhaus direkt an Zech zu verkaufen und auf ein Vergabeverfahren zu verzichten. Diese Entscheidung galt damals als Durchbruch in den Verhandlungen, doch wesentliche Schwierigkeiten sind damit noch nicht beiseite geräumt. So muss vom Investor unter anderem geklärt werden, wie er die Rechte des benachbarten Kaufhofs wahren will. Die Autostellplätze auf dem Dach des Gebäudes können nur über das Parkhaus erreicht werden. „Solange es darüber keine Einigung gibt, kann die Stadt nicht verkaufen“, sagt der Sprecher des Bauressorts, Jens Tittmann. Sollte der Handel irgendwann perfekt sein, werde die Behörde alles dafür tun, Hand in Hand mit dem Investor das erforderliche Baurecht zu schaffen.

Lesen Sie auch

Eine Lösung wäre, dass Zech auch das Kaufhof-Gebäude erwirbt. Der bisherige Eigentümer äußert sich auf Anfrage des WESER-KURIER allerdings nur sehr vage: „Grundsätzlich stehen wir Gesprächen rund um eine mögliche Neu- und Weiterentwicklung der Innenstadt aufgeschlossen gegenüber und befinden uns im Austausch mit allen Parteien“, heißt es in der Mitteilung von DIC.

Maßgeblich beeinflusst werden die Gespräche von den neu aufgeflammten Fusionsplänen zwischen Kaufhof und Karstadt. Der österreichische Karstadt-Eigner René Benko will mit seinem Unternehmen Signa nach Medienberichten 51 Prozent des operativen Kaufhof-Warenhausgeschäfts übernehmen. Benko ist Mieter bei Zech, Kaufhof Mieter bei DIC. Gehen beide Mieter zusammen, könnte es in Bremen, wo die Warenhäuser vis-à-vis an der Lloydpassage ihren Platz haben, neue Konstellationen in den Verhandlungen über die Nutzung der Gebäude geben.

Zech hält an Plänen fest

Ungeachtet dieser komplizierten Gemengelage im Herzen der Stadt und der Verzögerungen, die sich daraus ergeben, hält Kurt Zech mit Vehemenz an seinen Plänen fest. Jüngster Beweis ist eine Veranstaltung, die im September stattfinden wird und wegen ihrer Dauer und Qualität für Bremen einmalig sein dürfte. Es handelt sich nach noch vertraulichen Unterlagen, die dem WESER-KURIER vorliegen, um ein einwöchiges Symposium mit dem Titel „Ideenmeisterschaft Bremer Innenstadt“.

Lesen Sie auch

Beteiligt sind der Senat mit Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) und Bau- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne), ferner die Investoren und Eigentümer sowie Experten für die Felder Innenstadt, Gesellschaft, Digitalisierung, Konsum, Mobilität, Tourismus, Bildung und Kultur. Teilnehmen werden auch namhafte Architekten aus dem In- und Ausland, Fachleute aus der Kreativwirtschaft und dem Immobilienbereich.

Die Veranstaltung, initiiert von Kurt Zech, der sich dem Vernehmen nach die Kosten mit der Stadt teilt, beginnt am Sonntag, 9. September, und wird an den ersten zwei Tagen dem Austausch der Teilnehmer dienen, die sich mit Vorträgen einstimmen lassen. An den nächsten beiden Tagen werden Teams gebildet, die in Workshops unterschiedliche Themenstellungen erörtern, dazu gehören neue Nutzungskonzepte und Bebauungsideen für die Bremer Innenstadt und darüber hinausreichend, denn die Arbeit und ihre Ergebnisse sollen einen exemplarischen Charakter bekommen. Die letzten zwei Tage des Symposiums sind für die Präsentation und Auszeichnung der Ideen vorgesehen.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+