Bauprojekt in Arbeit

Umbauarbeiten am Lloydhof können beginnen

Es hat etwas gedauert, weil es noch Nachbesserungsbedarf bei der Fassade gab. Doch nun können die Arbeiten am Bremer Lloydhof vorangehen. Für 35 Millionen Euro wird ein „Lebendiges Haus“ entstehen.
10.02.2020, 18:33
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Umbauarbeiten am Lloydhof können beginnen
Von Jürgen Hinrichs

Mitte kommenden Jahres – das ist die neue Ansage des Investors, dann will er fertig sein. Der Lloydhof, ein großer Gebäudekomplex am Ansgarikirchhof, wird zum „Lebendigen Haus“ und bekommt für insgesamt 35 Millionen Euro einen Mix aus Wohnen, Einzelhandel, Büro, Gewerbe, Gastronomie und Hotel. Das Konzept stammt vom süddeutschen Projektentwickler Denkmalneu, der den Lloydhof vor zwei Jahren von der Stadt gekauft hatte. Ein solches „Lebendiges Haus“ gibt es vom selben Investor bereits in Leipzig und Dresden. Kern des Konzeptes ist, dass die Lichter dort im Grunde nie ausgehen und immer Bewegung herrscht. Das Vorhaben in Bremen hat sich um fast ein Jahr verzögert, weil es bei der Fassadengestaltung Nachbesserungswünsche gab. Nun sind die Pläne aber fertig, wie die Baubehörde am Montag bestätigte.

Der Lloydhof ist 40 Jahre alt und stand kurz vor dem Abriss. An seiner Stelle sollte ein großes Einkaufszentrum entstehen. Doch daraus wurde nichts, nachdem der einzige verbliebene Bewerber abgesprungen war. Als Konsequenz hatte sich die Stadt dafür entschieden, den Komplex stehen zu lassen. Gesucht wurde lediglich ein neuer Nutzer.

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Denkmalneu zahlte für den Kauf 21,5 Millionen Euro und ist jetzt mit den ersten Arbeiten beschäftigt. „Wir entkernen“, sagt Projektleiter Thomas Binder. Demnächst werde der Bauantrag gestellt und dann könne es ganz schnell gehen. Auf ein gutes Jahr taxiert Binder die Zeit für den Umbau: „Mitte 2021 sind wir fertig.“ Weiterhin offen ist, wer die beiden geplanten Großbereiche im Erdgeschoss übernimmt. Es handelt sich um eine Gesamtfläche von knapp 3000 Quadratmetern. Binder hatte zwar früh berichtet, Mieter gefunden zu haben. Das war im Dezember 2018. Einen Vertragsabschluss hat es seitdem aber nicht gegeben. Binder sagte am Montag lediglich, mehrere Interessenten an der Hand zu haben.

So wie es im Lloydhof vorher das Umweltressort war, das im großen Stil Büroflächen angemietet hatte, ist es auch im „Lebendigen Haus“ wieder eine Behörde, die viel Platz in Anspruch nimmt. Die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) wird vier Etagen mit insgesamt 5800 Quadratmetern belegen. Das Team sitzt heute im Kontorhaus in der Langenstraße und muss dort nach dem Verkauf des Gebäudes spätestens bis zum März 2022 ausziehen. Viel länger darf es mit dem Umbau des Lloydhofes also nicht dauern. Die Umweltbehörde hat ihr neues Domizil in der Überseestadt, in Bömers Spitze, einem jüngst fertiggestellten Büroturm.

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Mit der neuen Fassade geht ein spektakulärer Dachaufbau einher. Das wird der Hingucker sein, ist für den Investor aber auch mit einem praktischen Nutzen verbunden. Die Bruttogeschossfläche erhöht sich dadurch um etwa 2000 Quadratmeter auf insgesamt 17 000 Quadratmeter. Zum „Lebendigen Haus“ gehören eine Sky-Bar, ein Restaurant und die riesige, öffentlich zugängliche Dachterrasse. Neben herkömmlichen Wohnungen werden auch sogenannte Boardinghouses mit Fünf-Sterne-Standard angeboten. Die Zimmer und Apartments können tageweise oder fürs Wochenende gebucht werden. Möglich ist auch, sie für Wochen oder Monate zu mieten, wenn zum Beispiel Mitarbeiter von Firmen eine Bleibe suchen, die nur vorübergehend in Bremen beschäftigt sind.

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