Politik kritisiert schleppendes Verfahren bei Thema Grohner Düne Umbaukonzept für Mai geplant

Vegesack. Bis Mai 2015 will der Bremer Senat ein städtebauliches Konzept für die Verbesserung der Wohnsituation in der Grohner Düne vorlegen. Das hat Baustaatsrat Wolfgang Golasowski bei einer Veranstaltung im Kulturbahnhof Vegesack angekündigt.
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Von Gabriela Keller

Bis Mai 2015 will der Bremer Senat ein städtebauliches Konzept für die Verbesserung der Wohnsituation in der Grohner Düne vorlegen. Das hat Baustaatsrat Wolfgang Golasowski bei einer Veranstaltung im Kulturbahnhof Vegesack angekündigt. Die 1500 Bewohner der Wohnanlage werden damit noch eine ganze Weile mit den sozialen und baulichen Missständen in ihrem Quartier leben müssen.

Seit August berät ein ressortübergreifender Steuerungskreis aus Staatsräten darüber, wie sich die Zustände im sozialen Brennpunkt verbessern lassen. Eine Strategie ist die Ausweisung des Wohnquartiers als Stadtumbaugebiet. Dadurch würden Umbauten oder auch ein Teilabriss der Hochhaus-Anlage möglich. „Das Konzept wird zurzeit erstellt und soll bis Mai fertig werden“, kündigte Baustaatsrat Wolfgang Golasowski am Mittwochabend bei einer Veranstaltung im Kulturbahnhof (Kuba) Vegesack an. Dort diskutierte er zusammen mit Silvia Neumeyer, baupolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, und Claudia Bernhard, Wohnungspolitik-Sprecherin der Fraktion Die Linke, sowie dem Vegesacker Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt über die Zukunft des Problem-Quartiers.

Laut Golasowski prüft der Steuerungskreis derzeit, ob und wie weit der neue Düne-Eigentümer Grand City Property (GCP) zur Zusammenarbeit mit der Stadt bereit ist. Drei Treffen mit GCP-Vertretern habe es gegeben. Kritik kam von Silvia Neumeyer. „Mir geht das alles viel zu langsam.“ Bereits im April habe die Bürgerschaft dem Senat einen klaren Auftrag erteilt. „Ich hätte mir gewünscht, dass man schon weiter ist.“

Aufseiten der Politik bestehen durchaus Zweifel, dass der neue Eigentümer an einer Verbesserung der Wohnsituation in der Düne interessiert ist. Es gebe in Bremen, aber auch andernorts in Deutschland Beispiele, wo GCP Immobilien verkommen lasse, äußerte sich Claudia Bernhard skeptisch. Ein Kauf der Wohnanlage durch die stadteigene Gewoba wäre aus ihrer Sicht die bessere Lösung gewesen. Das klappte bekanntlich nicht. Die Gewoba sei eine Aktiengesellschaft, in der die Stadt nicht allein das Sagen habe, begründete Golasowski die vertane Chance. Deshalb habe Bremen damals „die Schraube nicht so weit drehen können, dass die Gewoba die Düne hätte kaufen können“.

Bernhards Forderung: Die Gewoba sollte ihre Unternehmensform ändern, damit Bremen bei einem erneuten Verkauf der Düne künftig schneller reagieren kann. Aus der Aktiengesellschaft müsste eine Gesellschaft werden, die zu 100 Prozent der Stadt gehört. „Es darf auf keinen Fall wieder passieren, dass es zu einem Verkauf kommt und Bremen die Hände gebunden sind.“ Bremen möchte sich für einen neuerlichen Verkauf mit einem Vorkaufsrecht wappnen. Das geht laut Golasowski aber nur, wenn die Immobilie nicht eigentumsrechtlich unterteilt ist. Wie bereits berichtet, soll es im vorderen Teil der Anlage aber Wohneinheiten und ein Heizkraftwerk geben, die nicht GCP gehören.

Auf jeden Fall soll ein Konzept für einen Umbau der Düne her – mit oder ohne den neuen Eigentümer. Umbau kann laut Golasowski auch einen Teilabriss bedeuten. Vegesacks Ortsamtleiter Heiko Dornstedt hält davon nicht viel. Der Bedarf nach Wohnraum werde wachsen. Mindeststandards für die Wohnungen, ein gemeinsames Belegungsmanagement von Stadt und Eigentümerin sowie ein Nachbarschaftskonzept, das die Sicherheits- und Müllprobleme anpackt, sind aus Sicht des Ortsamtsleiters der bessere Weg. Die Veranstaltung im Kuba wurde im Radio übertragen.

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