Original Play

Umstrittene Spielmethode ist in Bremen verboten

Bei der umstrittenen Spielpraxis Original Play sollen in Berlin und Hamburg Kinder missbraucht worden sein. Die Bremer Bildungsbehörde hat sie nun für alle Bremer Kitas verboten.
16.11.2019, 13:34
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Umstrittene Spielmethode ist in Bremen verboten
Von Lisa-Maria Röhling
Umstrittene Spielmethode ist in Bremen verboten

Bei der umstrittenen Spielpraxis Original Play soll es zu Übergriffen auf Kinder gekommen sein.

Patrick Pleul/dpa

Die umstrittene Spielpraxis Original Play, bei der unbekannte Erwachsene mit Kindern raufen und bei der es laut Medienberichten zu mutmaßlich sexueller Gewalt an Kitas in Hamburg und Berlin gekommen sein soll, ist in Bremen untersagt. Das bestätigte eine Sprecherin von Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Am Freitag hatte auch Nordrhein-Westfalen ein Verbot ausgesprochen.

Über die umstrittene Spielpraxis des US-Amerikaners Fred Donaldson hatte das ARD-Magazin „Kontraste“ berichtet. Nach Angaben der Macher soll Original Play, was so viel wie „ursprüngliches Spiel“ heißt, Kindern und Erwachsenen beim gemeinsamen Spiel helfen, Körpersignale einzuordnen und das „Bedürfnis nach Verbundenheit und Berührung“ zu stillen. Die Praxis sah nach Angaben von Betroffenen anders aus: Der international tätige Verein hinter dem vermeintlichen Spiel hatte an verschiedenen Kitas in Berlin und Hamburg entsprechende Workshops angeboten, bei denen mehrheitlich Männer mit den Kinder rauften und spielten. Das geschah ohne das Wissen der Träger oder der Erziehungsberechtigten. Mehrere Eltern haben inzwischen Übergriffe, Missbrauchsfälle und Vergewaltigungen während dieser Workshops angezeigt.

Die Bremer Bildungsbehörde betonte, dass der Verein hinter Original Play bisher in Bremen nicht aktiv geworden sei. Dazu seien die städtischen und die freien Träger in Bremen und der Magistrat in Bremerhaven befragt worden. „Bei der Methode kann es schnell zu Grenzüberschreitungen zwischen den Erwachsenen und den Kindern kommen“, sagte die Sprecherin. Deswegen werde das Landesjugendamt das Verbot verfügen und ein Schreiben mit Informationen über die Gefahren und die Kindeswohlgefährdung werde an alle Träger verschickt.

Eine entsprechende Forderung der FDP ist damit hinfällig. Die Freien Demokraten hatten mit einem Dringlichkeitsantrag für die anstehende Bürgerschaftssitzung gefordert, die Methode zu verbieten. Die CDU hat das Thema außerdem auf die Tagesordnung der Fragestunde gesetzt.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+