Neues Eisstadion in Bremerhaven Umstrittenes Millionen-Projekt feiert Richtfest

Bremerhaven. Die neue Eissporthalle in Bremerhaven hat am Nachmittag Richtfest. Bei einer kleinen Feierstunde werden sich die Verantwortlichen gegenseitig auf die Schulter klopfen. Dabei sorgt das Projekt seit Jahen wegen hoher Kosten für Diskussionen.
05.08.2010, 11:30
Lesedauer: 2 Min
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Umstrittenes Millionen-Projekt feiert Richtfest
Von Daniel Stöckel

Bremerhaven. Mit einer Feierstunde ab 16 Uhr feiert die neue Eissporthalle in Bremerhaven am Nachmittag Richtfest. Endgültig abgeschlossen sein sollen die Bauarbeiten neben der Stadthalle dann im März 2011.

Im Mai 2006 hatte die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung den Bau bei nur einer Enthaltung abgesegnet. Als Begründung für "die Schaffung einer DEL-fähigen Eislaufspielstätte in Bremerhaven" hatten die damaligen Bürgermeister Henning Scherf, Thomas Röwekamp, Jörg Schulz und Michael Teiser die Bedeutung des Gebäudes als „Bestandteil von imageverbessernden Maßnahmen für Bremerhaven“ hervorgehoben.

Es folgte ein oft erbittert ausgetragener Streit um angebliche Verfahrensfehler, Kungeleien und "machtpolitische Sandkastenspiele". Auch die Baukosten erhöhten sich - inklusive Abriss der alten Pinguin-Halle - von ursprünglich geplanten 12,9 Millionen Euro auf mindestens 16 Millionen Euro. Zwischenzeitlich war sogar von 18,4 Millionen Euro die Rede.

Teiser dachte über Baustopp nach

Die Kritik entzündete sich vor allem vor dem Hintergrund, dass Bremerhaven zuletzt einen Rekordminushaushalt aufgestellt hatte. So forderte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) schon im Jahr 2008 eine Verschiebung des Baus und genehmigte den Doppelhaushalt Bremerhavens nur mit der Auflage, einen Nachtrag eigens für die Eishalle zu verabschieden. Aber auch nach dem Beginn der Bauarbeiten ging der Streit weiter. Kämmerer Michael Teiser (CDU) dachte im Mai 2009 sogar laut über einen Stopp des Projektes nach und verwies darauf, dass das Geld sinnvoller eingesetzt werden könne – zum Beispiel im sozialen Bereich.

Trotz der Diskussionen wurde das Bauprojekt aber weiter vorangetrieben. Und obwohl der kalte Winter 20009/2010 die Bauarbeiten um einige Wochen verzögerte, zeigte sich Bremerhavens Stadthallen-Chefin Kerstin Rogge-Mönchmeyer bei der Grundsteinlegung im Februar 2010 optimistisch, dass es mit der Eröffnung im kommenden März klappt.

Dann soll die Halle 4200 Steh- und Sitzplätze sowie 170 VIP-Logenplätze umfassen. Die Größe der Eisfläche ist mit 1800 Quadratmetern veranschlagt. Geplant ist, dass die neue Halle nicht nur den Fischtown Pinguins eine neue Heimat bietet. Auch andere Bremerhavener Eissportvereine sollen eine neue Unterkunft bekommen.

Zudem erhofft sich die Seestadt, Touristen anzulocken, wenn die verantwortlichen Sportverbände Meisterschaften und Länderspiele in Bremerhaven austragen.

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