Niedersachsen soll helfen Umweltbehörde ist gegen ein eigenes Wolfskonzept

Die Bremer Umweltbehörde ist gegen ein eigenes Wolfskonzept. Bremen soll in Zukunft stattdessen auf das Wissen und die Ressourcen von Niedersachsen zugreifen.
17.02.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Umweltbehörde ist gegen ein eigenes Wolfskonzept
Von Kristin Hermann

Die Bremer Umweltbehörde ist gegen ein eigenes Wolfskonzept. Bremen soll in Zukunft stattdessen auf das Wissen und die Ressourcen von Niedersachsen zugreifen.

Braucht Bremen ein eigenes Wolfskonzept? Nicht, wenn es nach der Bremer Umweltbehörde geht. Das wurde am Donnerstag während einer Fragestunde in der Bremischen Bürgerschaft deutlich, bei der sich Rainer W. Buchholz von der FDP-Fraktion nach möglichen Maßnahmen erkundigte, die die Stadt nach der Sichtung eines Wolfes in Borgfeld und Horn-Lehe Ende Januar plant.

„Der Senat hält es grundsätzlich für ausreichend, die in Niedersachsen entwickelten Strategien im Umgang mit dem Wolf auch in Bremen zur Anwendung zu bringen“, machte Umweltstaatsrat Ronny Meyer deutlich. Bremen sei flächenmäßig so klein, dass es keinen Bedarf für einen eigenen Masterplan gebe.

Das Umweltressort stehe deshalb unter anderem mit dem niedersächsischen Umweltministerium und dem Wolfsbüro in Verbindung. Aktuell werde geprüft, ob Bremen in Form einer Verwaltungsvereinbarung auf Ressourcen aus Niedersachsen zugreifen kann.

Mitnutzung des Wolfsberatungsnetzes

Dabei geht es unter anderem um die Mitnutzung eines Wolfsberatungsnetzes und des Wolfsbüros beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Auch beim Thema Schutzbemühungen wolle man sich beim benachbarten Bundesland bedienen. Die Verwaltungsvereinbarung mit Niedersachsen plane man noch vor dem Sommer abzuschließen, so Meyer.

Landwirte haben aktuell keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung von Wolfs­rissen. Vor diesem Hintergrund haben sich einige Bundesländer entschlossen, bei nachgewiesenen Schäden durch Wölfe Ausgleichszahlungen zu gewähren, sagte Meyer.

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In Bremen gebe es so etwas bisher zwar nicht, doch der Senat halte es angesichts der zunehmenden Verbreitung des Wolfes auch in an Bremen grenzenden Landkreisen für denkbar, ein vergleichbares Ausgleichszahlungssystem einzuführen. Wovon mögliche Schutzmaßnahmen oder Entschädigungen momentan finanziert werden sollen, ist unklar. Im aktuellen Haushalt hat Bremen dafür nichts vorgesehen. „Im Rahmen der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2018/19 ist dies zu prüfen“, sagte Meyer.

Am 6. März wird das weitere Vorgehen besprochen

Fest steht, dass Experten der Umweltbehörde, die Landwirtschaftskammer, der Landwirtschaftsverband, der BUND, der Nabu und die Landesjägerschaft sich am 6. März zu einem Runden Tisch einfinden werden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Thema soll unter anderem sein, ob Landwirte künftig ihr Vieh vor Wölfen schützen müssen oder welche Maßnahmen man ergreift, wenn ein Tier verhaltensauffällig wird.

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Bei allen Bestrebungen wolle der Senat danach handeln, dass der Wolf nach europäischem und nationalem Artenschutzrecht streng geschützt sei. Trotzdem stehe bei allen in diesem Zusammenhang zu veranlassenden Maßnahmen die Sicherheit des Menschen an erster Stelle. „Die Tiere sind große Raubtiere, aber keine Bestien. Sie sind aber auch keine Schmusekätzchen“, sagte Meyer auf Nachfrage der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Maike Schaefer zu den Gefahren, die von dem Wolf ausgehen.

Schaefer hakte auch nach, ob bei all der Diskussion um das Tier unbestritten wäre, dass es sich bei der Sichtung Ende Januar auch wirklich um einen Wolf gehandelt habe. Der Staatsrat betonte, dass sich Wolf­experten der Umweltbehörde nicht zu 100 Prozent sicher seien. Es könne auch ein wolfsähnlicher Hund gewesen sein. Die Landesjägerschaft Bremen hatte dem WESER-KURIER nach der Sichtung hingegen bestätigt, dass sie das Tier mithilfe eines Fotos eindeutig als Wolf identifiziert habe.

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