Schweine-Skulptur in der Bremer Sögestraße beschädigt

Umweltsenator holt Ferkel "Enold" ab

Bremen. Das entwurzelte Ferkel "Enold" aus der Sögestraße hat Beistand von höchster Stelle bekommen. Umweltsenator Reinhard Loske hat die Statue in Empfang genommen. Er will sich nun darum kümmern, dass Enold möglichst bald wieder bei seiner Herde sein kann.
05.04.2010, 11:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Sebastian Manz
Umweltsenator holt Ferkel "Enold" ab

Polizei und Krankenwagen waren schnell am Ort des Geschehens.

Sarah Rauch

Bremen. Das entwurzelte Ferkel "Enold" aus der Sögestraße hat Beistand von höchster Stelle bekommen. Umweltsenator Reinhard Loske hat die Statue in Empfang genommen. Er will sich nun darum kümmern, dass Enold möglichst bald wieder bei seiner Herde sein kann.

Das Schicksal von Ferkel "Enold" beschäftigt mittlerweile höchste Bremer Politikerkreise. Innensenator Ulrich Mäurer und Umweltsenator Reinhard Loske haben sich am Mittwoch der Causa "Enold" angenommen.

Eine Eno-Reinigungsmaschine hatte das Bronze-Tier, das Teil der Schweine-Skulptur in der Sögestraße ist, am Montagmorgen aus seiner Verankerung gerissen. Die Polizei hatte die Statue anschließend sichergestellt, um sie vor Dieben zu schützen. Bis zum Mittwochmorgen stand die zentnerschwere Bronzefigur auf dem Empfangstresen der Innenstadtwache Am Wall.

Die Beamten hatten sofort Sympathien für ihren metallenen Besucher entwickelt und ihn mit Polizeimütze und Handschuhen ausgestattet. Auch ein Name war schnell gefunden: "Enold" nennen die Beamten das Ferkel in Anspielung auf das Eno-Fahrzeug, das die Statue aus der Verankerung gerissen hat.

Innensenator Mäurer, verantwortlich für die Polizei, hat die Skulptur nun in die Obhut von Umweltsenator Loske gegeben. Das Bau- und Umweltressort ist verantwortlich für die Stadtreinigung. Von der Eno umgestoßene Statuen fallen somit in Loskes Zuständigkeitsbereich. Eigentlich war vorgesehen, dass der Umweltsenator das Ferkel direkt von der Wache mitnimmt. Für dieses Vorhaben erwies sich „Enold“ aber als zu schwer.

Nun transportieren Mitarbeiter des Amtes für Straßen und Verkehr die Statue zu einem kunsthandwerklichen Betrieb. Dort soll die Figur restauriert werden. Wenn alles nach Plan läuft, kann "Enold" in einigen Tagen wieder zu seiner Herde zurückkehren.

Die Kosten für die Wiederherstellung der Figur übernimmt laut Loske die Versicherung der Eno. Der Fahrer des Kehrwagens musste unterdessen ein Bußgeld leisten, wie es bei solchen Unachtsamkeiten im Straßenverkehr üblich ist.

Der Bildhauer Peter Lehmann hat die Schweine-Skulptur 1974 angefertigt. Seither steht sie an der Einmündung der Sögestraße. Kaufleute hatten die Statuen gestiftet.

Die Sögestraße gehört zu den ältesten Straßen Bremens. Der altdeutsche Begriff "Söge" bedeutet "Säue" und erinnert an die frühere Nutzung des Verkehrswegs. Über die Straße trieben Hirten ihre Schweine zum Marktplatz oder zur Schlachte. Außerdem wohnten in der Sögestraße überdurchschnittlich viele Bürger, die Schweine hielten.

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