Verein „Freiheit für die Westsahara“ zeigt ausdrucksstarke Porträts im Bamberger-Haus Unbeugsame Frauen

Altstadt. Vor Jahrzehnten war Nadjat Hamdi die einzige Frau aus der Westsahara in Bremen. Eine Studentin, die wie so viele ihrer Generation ein Flüchtlingslager oder ihre von Marokko besetzte Heimat verlassen hatte, um etwas zu lernen.
22.02.2017, 00:00
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Unbeugsame Frauen
Von Monika Felsing

Altstadt. Vor Jahrzehnten war Nadjat Hamdi die einzige Frau aus der Westsahara in Bremen. Eine Studentin, die wie so viele ihrer Generation ein Flüchtlingslager oder ihre von Marokko besetzte Heimat verlassen hatte, um etwas zu lernen. Sie alle repräsentierten schon damals ihr unterdrücktes Land, seine Zukunft und seine Kultur. Jetzt kehrt Nadjat Hamdi als offizielle Vertreterin der Frente Polisario nach Bremen zurück, um als starke Frau über andere starke Frauen zu sprechen.

Im Bamberger-Haus, Faulenstraße 69, zeigt der Verein „Freiheit für die Westsahara“ Porträts sahrauischer Frauen. Auf der Vernissage am Montag, 27. Februar, reden ab 15 Uhr Sabina Schoefer, die Direktorin der Bremer Volkshochschule, Bürgerschaftspräsident Christian Weber als Schirmherr des Kuratoriums des Vereins, die Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe und Nadjat Hamdi.

In wenigen afrikanischen Völkern haben Frauen eine so starke gesellschaftliche Stellung wie bei den Sahraui, die aus einem rohstoffreichen Küstenland stammen und deren letzte eigene Ressource die Bildung ist. Unbeugsame Persönlichkeiten sind darunter wie die Bremer Friedenspreisträgerin Aminatou Haidar, wie Sukeina Yedehlu, Ljadra Mint Mabrouk und die Menschenrechtsaktivistin Ghalia Djimi, die als junge Frau für vier Jahre in einem marokkanischen Gefängnis verschwand.

Regina Dietzold aus dem Steintor, ein Gründungsmitglied des Vereins „Freiheit für die Westsahara“, ist beeindruckt davon, „wie die sahrauischen Frauen ihr Dasein nach der Flucht organisiert, die Alphabetisierung und berufliche Ausbildung maßgeblich vorangetrieben haben und sich bis heute mit friedlichen Mitteln für die Einhaltung des internationalen Rechts und für ihre Unabhängigkeit einsetzen“. Die Hoffnung auf die Heimkehr in ihr Land haben sie nie aufgegeben, auch wenn jeder Tag im Flüchtlingslager in der algerischen Wüste ein verlorener Tag für sie war.

Anlässlich des 40. Gründungstages der Demokratischen Arabischen Republik Sahara und des Internationalen Frauentages (8. März) kommen Kopien der Werke von Gaetan Pelhåtre aus der Bretagne an die Weser. Bis zum 12. März sind sie montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und am Wochenende von 10 bis 16 Uhr zu sehen.

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