Kommentar zur Anti-Israel-Aktion in Bremen

Unglaubwürdig

Wer bei seiner „Israelkritik“ die Existenzfrage stellt, hat die Grenze zur Judenfeindlichkeit längst überschritten, meint Redakteur Jan Oppel.
03.08.2017, 20:26
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Von Jan Oppel
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Die Grenze zur Judenfeindlichkeit ist längst überschritten, findet Jan Oppel.

dpa

Bremen ist eine tolerante Stadt. Hier dürfen Salafistenprediger auftreten und Verschwörungstheoretiker an Infotischen über die Hintergründe von 9/11 schwadronieren. Und nun will der schiitisch-islamistische Verein „die Feder“ am Sonnabend hier über das Existenzrecht Israels abstimmen lassen. Das ist allerdings nicht verhandelbar – schon gar nicht auf dem Bremer Hillmannplatz.

Ob dieses Vorhaben verboten wird oder nicht, das müssen die Behörden klären. Schon jetzt steht aber fest: Hinter den unglaubwürdigen Positionen der „Feder“ steckt die Hetze des iranischen Regimes, das dem israelischen Staat und seinen Bewohnern seit Jahren mit Vernichtung droht und die Terrorgruppe Hamas unterstützt. Wer bei seiner „Israelkritik“ die Existenzfrage stellt, hat die Grenze zur Judenfeindlichkeit längst überschritten.

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Derartige Positionen sind aber kein Privileg von Rechtsradikalen oder islamistischen Gruppierungen. Auch selbst ernannte Nahost-Experten aus dem linken Lager demonstrieren in Bremen regelmäßig gegen Israel und die Einfuhr israelischer Waren. Von einer ernst zu nehmenden Kritik an der israelischen Regierung sind derart antisemitische Proteste meilenweit entfernt.

jan.oppel@weser-kurier.de

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