Kommentar über Jan Timke

Unglaubwürdig

Die Argumentation des Rechtspopulisten Jan Timke, er habe nicht gewusst, dass man einen Haftbefehl mit sensiblen Daten nicht öffentlich verbreiten darf, ist hanebüchen, meint Nina Willborn.
31.08.2018, 19:26
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Unglaubwürdig
Von Nina Willborn

Ein Bundespolizist, der Grundlegendes des Strafrechts nicht kennt? Die Argumentation des Rechtspopulisten Jan Timke, er habe nicht gewusst, dass man einen Haftbefehl mit sensiblen Daten nicht öffentlich verbreiten darf, klingt hanebüchen. Zumal er sich als Abgeordneter in der Bürgerschaft als Experte für Innere Sicherheit geriert.

Politiker wie Kristina Vogt von den Linken haben völlig recht, wenn sie Timke Bigotterie und indirekte Unterstützung der Ausschreitungen vorwerfen. Ob seine Wohnungsdurchsuchung unverhältnismäßig war oder nicht, darüber müssen Juristen entscheiden. Auf der moralischen Ebene ist die Sache eindeutig: Insbesondere Politiker haben auch eine Vorbildrolle, und mit dieser sollten sie verantwortungsvoll umgehen.

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Wenn Timke nun als Opfer einer politischen Intrige darstellt, macht er genau das nicht. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie normal es auch für einen Politiker heutzutage offenbar ist, sich weitgehend ohne Anstand und Moral in den sozialen Netzwerken zu bewegen und den Sumpf der braungetönten Gedanken jeden Tag ein klein wenig zu vergrößern.

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