Interview mit Marcus Pfeiff „Unsere Idee: Eine Messe für E-Mobilität“

Marcus Pfeiff, SPD-Fraktionssprecher im Beirat Blumenthal, ist begeistert von der Idee, eine Elektromobilitätsmesse auf dem BWK-Gelände zu veranstalten.
29.01.2018, 18:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Volker Kölling

Sie schlagen eine Elektromobilitätsmesse auf der histori­schen Achse des BWK-Geländes vor. Ist Blumen­thal schon so weit in ­Sachen Elektromobilität, dass man solch ein Projekt wagen ­dürfte?

Marcus Pfeiff: Man muss ja auch einmal innovative Ideen haben und ins Spiel bringen, wenn sie Blumenthal nach vorne bringen können. Wie weit ist Blumenthal vorne? Wir wollen in jedem Fall eine öffentliche Stromtankstelle einrichten und stellen da demnächst den Antrag, damit wir unsere Beiratsmittel dafür einsetzen können. Beides ließe sich sehr gut verbinden.

Aber eine Messe ist ja etwas weitergehend als die Einrichtung einer E-Zapfsäule. Wenn man von Messe spricht, ist doch eher die Wirtschaftsförderung Bremen, die Messe Bremen oder zumindest der Großmarkt als Veranstalter zuständig und nicht der Beirat, oder? Hat das überhaupt auch nur eine Zwei-Prozent-Chance auf Umsetzung?

Na ja: Wie lange wollen wir denn warten, dass Ideen von oben nach unten weitergereicht werden? Vielleicht muss man die Ideen einfach mal unten entwickeln und dann entsprechend unseren Wirtschaftssenator auch einmal ein bisschen anschieben. Wir haben eine Brenor gehabt. Das war einmal ein funktionierendes Format. Und jetzt müssen wir nach einem neuen Format suchen. Und eins steht doch wohl fest: Die Kulisse dafür wäre auf der historischen Achse fantastisch, oder nicht?

Es stehen zumindest schon einmal alte Autos in unmittelbarer Nähe in den Hallen, die man zeigen könnte. Man könnte also den Bogen von Borgward zu Borgward schlagen.

Daher kommt ja die Idee zum Arbeitstitel: „Yesterday meets tomorrow“ das Gestern trifft das Morgen. Zumindest zieht das auch noch einmal zusätzlich. Eins ist auch klar: Wir sind kein Wirtschaftsunternehmen hier als Beirat. Man muss letztendlich jemanden finden, der das Geld mitbringt und es machen möchte. Aber zuerst muss die Idee da sein.

Nun gibt es mit Dennis Witthus im Stadtteil einen Kaufmann und Blogger in Sachen E-Mobilität, der aber wohl eher dem CDU-­Lager zuzurechnen ist. Würde der mitmachen? Haben Sie ihn mal gefragt?

Mit dem vom Beirat beschlossenen Antrag stehen jetzt ohnehin alle Fraktionen hinter der Idee zu so einer Elektromobilitätsmesse und ziehen an einem Strang. Und Dennis Witthus ist sowieso vollkommen zugänglich für gute Ideen in Blumenthal – und für Elektromobilität brennt er ja ohnehin.

Zeitgleich mit der Idee zur Messe kursiert die von Ortsamtsleiter Peter Nowack massiv unterstützte Idee, auf der Fläche des stillgelegten Tanklagers eine große Batteriefabrik für Elektrofahrzeuge zu bauen. Die Vorteile lägen auf der Hand mit der Existenz dieser riesigen Industriegebietsfläche mit gutem Verkehrs- und sogar Wasseranschluss, heißt es in einem Konzept dazu. Ist der Gedanke hinter der Messe auch, dort solche Projekte zu propagieren?

Der Zusammenhang ist leicht herstellbar und der ist auch gewollt. Ich möchte zur Batteriefabrik nur ganz kurz sagen: Das ist eine Idee. Auch da sind wir keine Fabrikanten und keine Experten. Wir können aber Ideen fabrizieren. Die eigentliche Idee dahinter ist die, dass wir gerne ein industrielles Leuchtturmprojekt haben wollen. Wenn Blumenthal irgendwie rauszureißen ist, dann ist das über Bildung und dann ist das über Arbeit. An Bildung sind wir dran, da müssen wir gucken, dass wir weiterkommen. Aber Arbeitsplätze brauchen wir hier ganz dringend.

Gucken wir auf Arbeit. Solche Batteriefabriken im dritten Jahrtausend sind heute doch robotergesteuert mit zehn Leuten mit Ingenieurstiteln darin, die schauen, ob auch ­alles funktioniert, oder liege ich da falsch?

Na ja: Ich würde nicht so weit greifen und von der Schaffung von Tausenden Arbeitsplätzen oder mehr träumen. Aber wenn mit Zulieferindustrie dreihundert oder vierhundert Arbeitsplätze entstehen könnten, dann wäre das doch wohl schon etwas, oder?

Noch einmal zurück zur Elektromobilität: Für das BWK-Gelände kam vonseiten der CDU auch schon der Vorschlag, sich in dieser Nähe zum Klinikum Nord dort eher auf Themen rund um Gesundheits- und Pflegewirtschaft zu konzentrieren. Ist das nun der Gegenentwurf?

Gesundheit sollte ja schon das Thema im Lesumpark gewesen sein. Und dort wird ­alles im Wesentlichen mit Wohnbebauung beackert, wenn mich nicht alles täuscht. Ich habe aber nichts gegen das Gesundheitsthema auf dem BWK-Gelände, glaube da aber nur nicht an die Schaffung Hunderter Arbeitsplätze.

Wie kriegen Sie denn jetzt beim Thema ­Messe Elektromobilität überhaupt Butter bei die ­Fische?

Indem man zum Beispiel den Ortsamtsleiter, der ja auch ein hervorragender Stadtteilmanager ist, einmal darauf ansetzt, sich nach den passenden Messeveranstaltern umzuhören und Aussteller anzusprechen, ob ein Interesse vorhanden ist. Das wird ja keine internationale Messe. So vermessen sind wir nicht. Aber uns ist bei der Eröffnung des Busbahnhofs aufgefallen, wie groß das Interesse am Thema ist und dass es einige Player gibt, die sich engagieren wollen und werden. Und es gibt noch viel Unwissen: von den technischen Spezifikationen der Fahrzeuge bis zur Präsentation der unterschiedlichen Hersteller. Ich könnte mir vorstellen, dass man dazu auch mit einem kleineren Format prima starten könnte.

Das Interview führte Volker Kölling.

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