Die Findorffer Künstlerin Ingrid Kemnade präsentiert im Lichthaus ihre atmosphärische Kunst Unsichtbares versucht sie sichtbar zu machen

Industriehäfen. Der Abendhimmel über der leuchtenden Stadt. Ein weiter Sandstrand, in Szene gesetzt von einer sanften, wolkenverhangenen Sonne. Ein Rosengarten im Gegenlicht oder ein schäumendes Wellenmeer: Ob die Betrachter das in Ingrid Kemnades Bildern sehen, oder vielleicht etwas ganz anderes, ist ihnen selbst überlassen. Wichtiger ist der Findorffer Künstlerin, was sie dabei spüren. Zurzeit lädt sie die Gäste des Lichthauses an der Hermann-Prüser-Straße ein, sich auf ihre malerischen Stimmungen einzulassen.
06.08.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten

Industriehäfen. Der Abendhimmel über der leuchtenden Stadt. Ein weiter Sandstrand, in Szene gesetzt von einer sanften, wolkenverhangenen Sonne. Ein Rosengarten im Gegenlicht oder ein schäumendes Wellenmeer: Ob die Betrachter das in Ingrid Kemnades Bildern sehen, oder vielleicht etwas ganz anderes, ist ihnen selbst überlassen. Wichtiger ist der Findorffer Künstlerin, was sie dabei spüren. Zurzeit lädt sie die Gäste des Lichthauses an der Hermann-Prüser-Straße ein, sich auf ihre malerischen Stimmungen einzulassen.

Beim Malen habe sie in der Tat reale Motive und Landschaften im Blick, erzählt Ingrid Kemnade, und gerne erzählt sie auf Nachfrage, was sie dabei vor Augen hatte. Doch in den Titeln der abstrakten Bilder verzichtet sie auf konkrete Hinweise und freut sich, wenn die atmosphärischen Kompositionen aus Farbe, Linien und Strukturen bei ihren Betrachtern möglicherweise ganz andere Assoziationen und Erinnerungen hervorrufen. Treffen sollen sich die unterschiedlichen Betrachtungsweisen allerdings durchaus auf einem Gebiet, das auf der Oberfläche allein nicht sichtbar wäre, erklärt die Künstlerin. "Ich habe im Laufe der Zeit immer mehr festgestellt, dass sich Stimmungen besser darstellen lassen, je mehr ich mich vom Gegenständlichen löse."

Festgestellt hat Ingrid Kemnade auch, dass sich die Stimmungen nicht eben so einfach transportieren lassen. So besteht sie darauf, dass Interessentinnen und Interessenten die Bilder, die sie ansprechen, zunächst probeweise eine Zeitlang in ihre eigenen vier Wände mitnehmen. Erst, wenn das Bild und die Umgebung zur Zufriedenheit der neuen Besitzer harmonieren, die Käufer "gerne mit dem Bild leben mögen", wie Ingrid Kemnade sagt, stimmt sie dem Verkauf zu. Falls nicht, geht das Bild wieder zurück an die Schöpferin. Das ist allerdings der Ausnahmefall: "Fast immer sind die Rückmeldungen sehr positiv", berichtet sie.

Damit sich die Exponate ebenso positiv und harmonisch in ihre Umgebung im Lichthaus einfügen, war eine lange und intensive Vorarbeit nötig, erklärt Ingrid Kemnade. Sie hat eine spezielle Auswahl für die Ausstellungsräume getroffen. Damit jedes Bild seine Wirkung optimal entfalten kann, sind viele Stunden in die Wahl des jeweils besten Ortes geflossen. Unterstützt wurde Ingrid Kemnade dabei vom künstlerischen Blick ihrer langjährigen Dozentin und Mentorin Isabel Valecka von der Bremer Hochschule für Künste (HfK).

Ingrid Kemnade, Jahrgang 1944, arbeitete 40 Jahre im Bremer Schuldienst und für die Bildungsbehörde. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit der Kunst und absolvierte ab dem Jahr 2000 ein Weiterbildungsstudium an der HfK. Seit 2010 arbeitet die Findorfferin, die ihre Werke bereits während diverser Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen präsentierte, in ihrem eigenen Atelier in der Malwerkstatt Buchenstraße.

Die Ausstellung "Spiel mit Linien" kann bis zum 18. September im "Lichthaus", Hermann Prüser-Straße 4 (Haltestelle Waterfront), besucht werden. Öffnungszeiten: Montags 12 bis 15 Uhr, dienstags bis sonnabends 12 bis 22 Uhr. Weitere Informationen über die Künstlerin im Internet: www.ingridkemnade.de.

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