Kommentar zum Ruhestand von Lehrern Unter ständigem Druck

Die Aufgaben von Lehrern beschränken sich längst nicht mehr aufs Unterrichten. Mit einer frühen Pension holen sie sich zurück, was sie im Alltag nicht haben, meint Lisa-Maria Röhling: Zeit und Entlastung.
28.10.2019, 18:00
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Unter ständigem Druck
Von Lisa-Maria Röhling

Der Mythos des faulen Lehrers, der zehn Wochen Ferien und überhaupt zu viel Freizeit hat, sollte von den meisten Menschen als solcher erkannt worden sein. Der Unterricht beginnt und endet keinesfalls mit der Schulglocke, jede Stunde erfordert Vor- und Nachbereitung am heimischen Schreibtisch, jedes persönliche Gespräch mit Eltern, Kindern und Jugendlichen Zuwendung und Aufmerksamkeit. Kein Wunder, dass nur wenige Lehrkräfte bis zur Pension im Dienst bleiben. Sie holen sich zurück, was sie im Alltag kaum haben: Zeit und Entlastung.

Dass Lehrkräfte finanzielle Einbußen in Kauf nehmen, um früher den Schuldienst zu verlassen, zeigt, wie ernst die Lage ist. Ihre Aufgaben beschränken sich längst nicht mehr auf das Unterrichten. Vom Schuhe ­binden über Lektionen im Umgang Miteinander bis hin zu Klassenfahrten oder Projekttagen – das ist in den normalen Arbeitszeiten nicht zu bewältigen. Wer eine gute Lehrkraft sein will, muss viel Zeit investieren. Das sollte der Dienstherr mit zusätzlichen, bezahlten Vorbereitungsstunden ermöglichen. Sonst wird es künftig weitaus mehr Lehrkräfte geben, die unter dem Druck zerbrechen.

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