Behörde setzt neues Treffen an Unternehmer Hübotter will zwei Kitas bauen

Der Bremer Klaus Hübotter will zwei Kitas in Bremen bauen. Nach einer Absage des ersten geplanten Treffens mit der Bildungsbehörde hofft der Investor nun auf grünes Licht beim zweiten Termin am kommenden Freitag.
08.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Unternehmer Hübotter will zwei Kitas bauen
Von Sabine Doll

Der Bremer Klaus Hübotter will zwei Kitas in Bremen bauen. Nach einer Absage des ersten geplanten Treffens mit der Bildungsbehörde hofft der Investor nun auf grünes Licht beim zweiten Termin am kommenden Freitag.

Es geht um 260 Kita-Plätze: Der Bremer Bauunternehmer Klaus Hübotter macht dem Senat zwei konkrete Angebote, wo er neue Einrichtungen schaffen kann. Eigentlich sollte das Treffen mit dem Staatsrat der Bildungsbehörde Frank Pietrzok bereits am vergangenen Freitag stattfinden. Eingeladen waren auch der Vorstandssprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG), das Deutsche Rote Kreuz Bremen (DRK) und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als künftige Träger der Hübotter-Projekte und ein Vertreter von Immobilien Bremen (IB), zuständig für die städtischen Grundstücke.

Kurzfristig wurde dieses Treffen von der Behörde jedoch abgesagt. An diesem Freitag soll es nun nachgeholt werden. Investoren und Träger erwarten, dass die Behörde ihnen grünes Licht für den Bau gibt. Aktuell fehlen in Bremen rund 650 Plätze. „Es geht um eine Einrichtung in Tenever und in Hemelingen, beide mit jeweils 130 Plätzen", so Hübotter.

„Erstere könnte bereits Mitte 2017 bezugsfertig sein, weil es sich um einen Umbau eines bestehenden Gebäudes handelt.“ In Hemelingen müsse neu gebaut werden, bis Ende kommenden Jahres könne die Einrichtung stehen, sagte der Bauunternehmer dem WESER-KURIER.

Hübotter ist optimistisch

Bereits vor einem Jahr hatte Hübotter gemeinsam mit der LAG und Trägern dem Senat angeboten, 20 Kitas zu bauen. Aus der Behörde habe es damals aber keine entsprechende Reaktion auf das Angebot gegeben. Aufgrund der aktuellen Kita-Krise und auf öffentlichen Druck hin hatte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) Hübotter Mitte August zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen und den Bauunternehmer gebeten, bis Mitte des Monats ein Konzept für ein Investorenmodell einzureichen. Bei dem Treffen Ende vergangener Woche sollten konkrete Schritte für eine Umsetzung des Hübotter-Konzepts besprochen werden.

„Daran wollen wir weiter festhalten, deshalb gibt es das Treffen an diesem Freitag", sagte Annette Kemp, Sprecherin von Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). "Die kurzfristige Absage war notwendig, weil rechtliche Grundlagen noch nicht geklärt waren, um handlungsfähig zu sein.“ Dabei soll es sich um die Ausschreibung von Bauvorhaben handeln. Hübotter sagte, er sei über die kurzfristige Absage aus der Behörde "nicht erstaunt" gewesen. „Aber wir haben den Ball flach gehalten und sind optimistisch, was das Treffen am Freitag angeht."

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Zügige Einigung das „einzig akzeptable Ergebnis“

Scharfe Kritik kommt von der CDU-Fraktion: „Angesichts der eklatanten Situation bei den Kita-Plätzen ist das unglaublich. Erneut wird den privaten Investoren die Tür vor den Kopf geknallt, nachdem sie bereits monatelang abgewiesen und vertröstet worden sind", sagte die familienpolitische Fraktionssprecherin Sandra Ahrens. Der Senat habe jüngst selbst festgehalten, dass Bremen bis 2019 zusätzliche 31 Kindergärten benötige.

„Ich erwarte, dass das neu anberaumte Gespräch von Seiten der Senatorin dazu genutzt wird, sich bei den Investoren für das unprofessionelle Verhalten zu entschuldigen." Auch der Bürgermeister solle sich bei dem Treffen mit Lösungsvorschlägen tatkräftig einbringen, „mit Abwarten und Aussitzen muss Schluss sein", forderte sie.

Die FDP spricht von „chaotischen Zuständen in der Bogedan-Behörde„. „Von dem Treffen am Freitag erwarten wir Ergebnisse“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Julie Kohlrausch. Die zügige Einigung mit dem Investor sei wichtig und das einzig akzeptable Ergebnis.

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17 weitere potenzielle Investoren

Auch die LAG erwartet von dem Spitzentreffen am Freitag mit Staatsrat Pietrzok „deutlich mehr als ein Infogespräch“, wie der Vorstandssprecher der Landesarbeitsgemeinschaft, Arnold Knigge, betont. „Angesichts des Mangels an Kita-Plätzen müssen wir möglichst schnell mit den zwei Investoren-Projekten in die Umsetzung kommen“, so Knigge.

Klaus Hübotter ist nicht der einzige Investor, der Kitas bauen will: Die Bildungsbehörde führt eine Liste mit aktuell weiteren 17 potenziellen Investoren, die größtenteils seit Anfang August – seit Bekanntwerden der rund 650 fehlenden Kita-Plätze – dem Senat Angebote machen. „Die Mehrzahl der Vorhaben sind Optionen, die zu einer Erhöhung der Platzkapazitäten erst im mittel- bis langfristigen Kita-Ausbau führen würden", heißt es dazu aus der Behörde.

Und: Die Angebote würden einer ersten Prüfung und Bewertung unterzogen. Sofern sie für eine Umsetzung geeignet erschienen, würden sie an die in Bremen bekannten und tätigen Kita-Träger verwiesen. LAG-Vorstandssprecher Knigge: "Damit könnte Bremen für die nächsten Jahre gut aufgestellt sein."

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