Neues Bildungszentrum für Migranten und interkulturelle Studien in der Überseestadt jetzt offiziell eingeweiht Unterricht für Menschen aus 30 Nationen

Menschen aus fast 30 Ländern kommen seit April regelmäßig in die Alte Stauerei in der Überseestadt. Dort lernen sie im neuen Bildungszentrum des Zentrums für Migranten und interkulturelle Studien (Zis) Deutsch und beschäftigen sich mit deutscher Geschichte und unserem Rechtssystem. Nun wurde das neue Bildungszentrum offiziell eingeweiht. Mit dabei war auch der Bauunternehmer, Mäzen und Bremer Ehrenbürger Klaus Hübotter.
01.06.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling

Menschen aus fast 30 Ländern kommen seit April regelmäßig in die Alte Stauerei in der Überseestadt. Dort lernen sie im neuen Bildungszentrum des Zentrums für Migranten und interkulturelle Studien (Zis) Deutsch und beschäftigen sich mit deutscher Geschichte und unserem Rechtssystem. Nun wurde das neue Bildungszentrum offiziell eingeweiht. Mit dabei war auch der Bauunternehmer, Mäzen und Bremer Ehrenbürger Klaus Hübotter.

„Wir haben lange, lange nach geeigneten Räumlichkeiten für unser Bildungszentrum gesucht, die wir als gemeinnütziger Verein auch bezahlen können. Wir freuen uns, dass wir unsere Träume nun hier verwirklichen können“, begrüßte Diplom-Sozialpädagoge Ali Elis vom Vorstand des Zentrums für Migranten und interkulturelle Studien (Zis) am Mittwochnachmittag viele interessierte Gäste in der Alten Stauerei an der Cuxhavener Straße 7.

Schon im April war der Verein, der seit 2012 Unterrichtsräume im „Centro Cultural“ an der Waller Herstraße 46 gemietet hatte, in die neuen Räumlichkeiten im ersten Stock der Stauerei umgezogen. Im neuen „Zis-Bildungszentrum“ in der Überseestadt stehen ihm damit nun drei Unterrichtsräume zur Verfügung, in denen unter anderem sogenannte Integrationskurse für Zugewanderte stattfinden. Ziel dieser Kurse ist es, Männern und Frauen Deutsch-Kenntnisse, praktisches Alltagswissen und Grundzüge der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte Deutschlands zu vermitteln.

Auf diese Weise soll die Integration von Migrantinnen und Migranten im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit gefördert werden. 4500 bis 6000 Unterrichtsstunden für 270 Teilnehmer aus 22 bis 28 Nationen wird es Elis zufolge jährlich in den neuen Räumlichkeiten geben. Das Zis berät auch dazu, welcher Kursus der richtige ist und hilft bei der Anmeldung. Daneben werden an der Cuxhavener Straße zum Beispiel auch Kurse in Türkisch oder Arabisch – auch für Kinder – angeboten. Und Fachkräfte, die in sozialen Einrichtungen oder im Bildungsbereich tätig sind, können im Bildungszentrum nun Bulgarisch lernen.

Neben dem Bildungszentrum hat das Zis im Westen übrigens weiterhin einen zweiten Standort: Die Kontaktstelle für ältere Migrantinnen und Migranten in Bremen behält ihren Sitz an der Gröpelinger Heerstraße 228 im Stiftungsdorf Gröpelingen.

Ganz besonders bedankte sich Elis nun bei seinem neuen Vermieter Klaus Hübotter für die freundliche Aufnahme in der Überseestadt. Vor rund 30 Jahren habe er eine Großfamilie beraten, die keine Wohnung fand, erzählte Elis dabei. Für diese Familie sei damals mit Hilfe des TV-Magazins „buten un binnen“ eine Aktion organisiert worden, auf die sich schließlich Klaus Hübotter gemeldet und eine Wohnung in St. Magnus angeboten habe. „Das werde ich nie vergessen“, so Elis, der sich besonders freut, dass das Zis nach dem Umzug mit seinen Integrationskursen und dem erweiterten Angebot wie geplant in Walle bleiben kann.

Die Überseestadt sei ein guter Standort für das Zis, unterstrich er, da die Teilnehmer der Integrationskurse im Hafen Jobs finden könnten. Dafür werde man nun mit den Nachbarbetrieben ins Gespräch kommen: „Wir sind sehr hartnäckige Leute und werden sie davon überzeugen, dass unsere Leute gut ausgebildet und willig sind, in dieser Gesellschaft mitzumachen.“

Mit den Worten „Lasst euch nicht unterkriegen! Bewahrt euch eure guten Eigenschaften. Spaßeshalber könnte man sagen: Seid stolz wie die Türken, mutig wie die Spanier, freundlich und fleißig wie die Italiener, fröhlich und stark wie die Afrikaner, tapfer wie die Polen, charakterfest wie die Russen, klug wie die Araber“, begrüßte bei der offiziellen Einweihung Vermieter Klaus Hübotter die neuen Mieter und Kursteilnehmer.

„Integration heißt nicht Assimilation“, betonte der Bauunternehmer, Mäzen und Ehrenbürger der Stadt Bremen dabei: „Wie langweilig wäre Deutschland ohne die jahrhundertelange Immigration. Wie langweilig wären die USA ohne Immigranten. Es gäbe sie gar nicht. Wie beschränkt, dumm, hässlich und widerwärtig sind die Nationalisten und Faschisten aller Länder! Aus 22 Ländern, verteilt auf fast alle Kontinente, kommen Menschen ins Zis. Erst die Vielfalt macht Bremen interessant, lebens- und liebenswert. Wie gut passt der neue Ort im Zentrum der Überseestadt zum Inhalt des Zis, in der Überseestadt, wohin seit eh und je die Menschen aus aller Herren und Damen Länder kamen.“

Mehr Infos zum Zis-Bildungszentrum,

Cuxhavener Straße 7, unter www.zis-tdi.de oder unter Telefon 3 80 30 71.

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