Unterricht in Halbgruppen

GEW fordert außerschulische Lernorte

Unterricht im Tanzstudio oder Theater? Das sind Ideen, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nun für Bremen ins Spiel bringt. Sie setzt - im Gegensatz zum Bildungsressort - auf Halbgruppen.
11.11.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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GEW fordert außerschulische Lernorte
Von Frank Hethey
GEW fordert außerschulische Lernorte

Die Ferien sind vorbei, sie meisten Klassen sind in Bremen wieder voll besetzt. Die Gewerkschaft GEW setzt sich nun für Unterricht in Halbgruppen ein.

Bodo Schackow/dpa

Eine stärkere Einbindung außerschulischer Lernorte regt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) an. Laut Landessprecherin Barbara Schüll kommen dafür zahlreiche öffentliche oder private Einrichtungen in Frage. Als Beispiele nennt sie Jugendfreizeitheime, Bürgerhäuser, Tanzstudios, Theater oder Angebote von Natur- und Erlebnispädagogen. Aus ihrer Sicht würde sich so auch eine Chance eröffnen, den von der GEW geforderten Unterricht in Halbgruppen umzusetzen, ohne für jeweils eine Gruppe in den digitalen Distanzunterricht umzuschalten.

Für Schüll geht es darum, die voraussichtliche Pandemie-Zeit bis zum nächsten Frühjahr zu überbrücken. Dafür gelte es, kreative Ideen zu entwickeln. „Die Fantasie muss nur erst mal ins Rollen kommen“, sagt sie. Schüll schwebt vor, Teams aus Lehrkräften und nicht-unterrichtendem Personal zu bilden. In enger Abstimmung könne so für eine Halbgruppe der Präsenzunterricht stattfinden, während die andere Halbgruppe nicht zu Hause am Rechner sitze, sondern Lernerfahrungen oder Hausaufgaben außerhalb der Schule mache. „Warum nicht mit einem Theaterstück die Erfahrungen mit Corona verarbeiten?“, fragt Schüll. Eine solche Neuausrichtung des Halbgruppenunterrichts für sämtliche Jahrgänge und Schulformen wäre Schüll zufolge auch im Sinne der Lehrkräfte.

Die Bremer Bildungsbehörde lehnt einen pauschalen Halbgruppenunterricht ab, beantragen können ihn nur einzelne Schulen. Wie berichtet, gibt es entsprechende Überlegungen im Gymnasium Hamburger Straße.

Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte vorgeschlagen, einen Teil des Schulunterrichts in Pfarrzentren oder Museen zu verlagern, um mehr Abstand zu erreichen. Es sei insgesamt viel Kreativität und Toleranz von allen Seiten gefragt, sagte sie. Zudem sprach sich Karliczek für eine Maskenpflicht im Unterricht auch in Grundschulen aus. „Ich weiß, dass das gerade für kleinere Kinder ein anstrengendes Prozedere ist, eine Maske aufzubehalten über die Stunden“, sagte sie. Der Umgang könne aber gelernt werden.

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