Kommentar über Masken-Muffel

Grotesk

Niedersachsen prescht in Sachen Corona vor und plant ein Bußgeld gegen Masken-Muffel in Höhe von bis zu 150 Euro. Das beschwört für Bremen ein groteskes Szenario im ÖPNV herauf, meint Norbert Holst.
06.08.2020, 05:00
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Von Norbert Holst
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Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen verzahnt den ÖPNV beider Bundesländer. Durch den Bußgeld-Vorstoß Niedersachsens könnte eine groteske Situation entstehen.

Focke Strangmann

Zu Beginn der Pandemie wurden Rücksichtnahme und Solidarität der Deutschen gelobt. Wer jedoch in diesen Tagen mit Bussen und Bahnen unterwegs ist, der bekommt ein anderes Bild: Die Maske bedeckt lediglich den Mundbereich, oder die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz wird komplett ignoriert, nicht selten hängt die Maske lässig aus der Hosentasche. In Bremen ist es nur eine Minderheit von Menschen, die sich derart sorg- oder rücksichtslos verhält. Die Hansestadt setzt bei Masken-Muffel auf Ermahnung und Deeskalation. Doch Niedersachsen holt jetzt den Hammer raus: Ein Bußgeld in Höhe von bis 150 Euro ist im Gespräch. Zwei derart unterschiedlicher Ansätze sind ein denkbar schlechter Weg, um überhaupt die Akzeptanz der Maskenpflicht zu erhöhen.

Hannover hat den Stadtstaat offenbar nicht vorab über den Schritt informiert, obwohl beide Länder im ÖPNV durch den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen eng miteinander verzahnt sind. Es könnte am Ende so kommen: Man steigt in Bremen in den Bus, wird ohne Maske ertappt, aber lediglich ermahnt. Passiert das erst später auf niedersächsischem Terrain, setzt es eine saftige Geldbuße. Grotesk.

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