Unterschriften-Aktion für ein zweites Löschfahrzeug

Vegesack. Sie wollen mehr Personal und ein zweites Löschfahrzeug für Bremen-Nord. Feuerwehrleute sind gestern in Vegesack auf die Straße gegangen. Bei einer Aktion der Gewerkschaft ver.di machten sie auf den Personalmangel bei der Berufsfeuerwehr Bremen aufmerksam und sammelten Unterschriften.
27.05.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Gabriela Keller

Vegesack. Sie wollen mehr Personal und ein zweites Löschfahrzeug für Bremen-Nord. Feuerwehrleute sind gestern in Vegesack auf die Straße gegangen. Bei einer Aktion der Gewerkschaft ver.di machten sie auf den Personalmangel bei der Berufsfeuerwehr Bremen aufmerksam und sammelten Unterschriften.

"Die Politik gaukelt dem Bürger eine Sicherheit vor, die es nicht gibt", sagt ver.di Vertrauensmann Bernd Bauer. Das gelte besonders für Bremen-Nord. "Hier haben wir den mit Abstand schlechtesten Schutzstandard", meint das freigestellte Personalratsmitglied der Feuerwehr Bremen. 50 Berufsfeuerwehrleute tun in der Feuerwache 6 in Aumund Dienst. Ver.di fordert eine Verdopplung. "Der Deutsche Städtetag empfiehlt für ein Stadtgebiet wie Bremen-Nord 100 Einsatzkräfte."

Das zweite Löschfahrzeug müsse wieder her. Es war 2007 weggespart worden. Hintergrund: Die Arbeitszeit bei der Berufsfeuerwehr Bremen war damals von 56 auf 48 Stunden reduziert worden. "Um das auffangen zu können, hätten wir 120 zusätzliche Stellen gebraucht. Die Stadt Bremen aber strich stattdessen Stellen."

Ein Sparopfer war das zweite Löschfahrzeug für Bremen-Nord, das ver.di jetzt zurückfordert. "Es ist für die Menschenrettung und für die Sicherheit der Kollegen unbedingt erforderlich", sagt Bauer. Mit dem zweiten Fahrzeug könne man den Einsatz von Atemschutz-Geräteträgern bei einem Brand sicherstellen. Außerdem ließen sich Engpässe wie kürzlich bei einem Wohnungsbrand in der Kimmstraße in Vegesack vermeiden. Da konnten die Nordbremer laut Bauer nicht mit voller Stärke ausrücken. Der Reserve-Rettungswagen und der Umweltschutz-Gerätewagen waren gleichzeitig im Einsatz, dadurch fehlten uns zwei Mann auf dem Löschfahrzeug für den Aufbau der Wasserversorgung."

Für die Stadtgemeinde fordert ver.di laut Vertrauensleute-Sprecher Klaus Schmitz. insgesamt 80 zusätzliche Feuerwehrleute. Mehr Personal für einen besseren Brandschutz, heißt die Devise. "Eigentlich sollen zehn Einsatzkräfte innerhalb von acht Minuten vor Ort sein." Dieses Soll werde in Bremen nicht erreicht. "Hier dauert es zehn Minuten und es sind nur acht Einsatzkräfte vor Ort." Ver.di wird die Unterschriftenaktion in den nächsten Wochen fortsetzen und die Listen dann dem Innensenator übergeben.

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