Hygiene-Skandal am Klinikum Bremen-Mitte Untersuchungsausschuss befragt heute Schuster

Bremen. Nach dem erneuten Keimfund am Klinikum-Mitte rechnet der Klinikverbund erst nächste Woche mit einem Ergebnis. Die Linke fordert, die Suche nach der Quelle auszuweiten. Der Untersuchungsausschuss befragt heute Gesundheitsstaatsrat Schuster.
22.05.2012, 05:00
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Untersuchungsausschuss befragt heute Schuster
Von Sabine Doll

Bremen. Der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) rechnet frühestens in der nächsten Woche mit einem Ergebnis zum erneuten Auftreten des gefährlichen Darmkeims in der Kinderklinik des Klinikums Mitte. "Dies hat uns das Labor in Bochum mitgeteilt", sagte Geno-Sprecherin Karen Matiszick auf Nachfrage dieser Zeitung. "Normalerweise dauert das drei Wochen." Informationen, wonach das endgültige Ergebnis bereits Mitte dieser Woche feststehe, seien nicht bestätigt worden.

Zurzeit wird am Nationalen Referenzzentrum in Bochum untersucht, ob es sich um den Keim handelt, an dem im vergangenen Jahr drei Kinder auf der Frühgeborenen-Intensivstation des Krankenhauses gestorben sind. Ein erster Schnelltest deutet laut Geno aber bereits darauf hin. In der vergangenen Woche ist der Keim erneut bei einem zehn Wochen alten Jungen nachgewiesen worden, der wegen eines Leistenbruchs in der Kinderklinik behandelt wurde. Ein Test vor der Aufnahme war negativ ausgefallen. Erkrankt ist das Kind nicht. In der Klinik liegen derzeit noch zwei Kinder der ersten Ausbruchswelle, bei denen der sogenannte Klebsiella-Keim nachgewiesen worden ist und die von extra abgestelltem Personal versorgt werden.

Angesichts des aktuellen Falls fordert die Linke-Fraktion, die Suche nach der Keimquelle auszuweiten: "Bislang hat man sich bei der Suche weitgehend auf die Frühgeborenen-Station und auf das Personalscreening konzentriert. Das wird nicht reichen", sagt Claudia Bernhard, Mitglied im Untersuchungsausschuss "Krankenhauskeime". Bisher sei keine systematische Überprüfung vorhandener Proben aus der Zeit vor September 2011 sowie anderer Intensivbereiche außerhalb der Kinderklinik erfolgt. "Dies muss jetzt nachgeholt werden", fordert Bernhard.

Der Untersuchungsausschuss setzt heute ab 10 Uhr seine öffentliche Beweisaufnahme mit der Befragung von Gesundheitsstaatsrat Joachim Schuster fort.

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