Großbrand auf Recyclinghof in Bremen Ursache für Brand ist noch unklar

Die Ursache für den Großbrand auf dem Gelände der Firma Nehlsen neben der Blockland-Deponie ist bisher unklar. Die Brandermittler der Polizei halten eine Brandstiftung aktuell für relativ unwahrscheinlich.
05.09.2016, 17:30
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Ursache für Brand ist noch unklar
Von Kristin Hermann

Als am späten Sonntagabend die ersten Menschen in Lilienthal aus dem Fenster schauten, um die Ursache für den plötzliche Brandgeruch auszumachen, schlugen die Flammen auf dem Gelände des Entsorgungsunternehmen Nehlsen neben der Blockland-Deponie bereits meterhoch.

Dort war gegen 20 Uhr ein großer Stapel Holzreste in Brand geraten, der etliche Feuerwehrleute auch jetzt noch in Schach hält. Ein Sprecher der Feuerwehr schätzte, dass die Arbeiten noch bis Dienstagvormittag andauern werden. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.

Der etwa 70 Meter lange, 20 Meter breite und etwa acht Meter hohe Haufen war am Sonntagabend aus bisher noch ungeklärten Gründen in Brand geraten. Die Feuerwehr war zeitweise mit 150 Einsatzkräften vor Ort, darunter auch 19 Freiwillige Feuerwehren. Die Löscharbeiten gestalteten sich besonders schwierig. "Wir bekommen das Wasser nicht an die Glutnester. Das Feuer hat sich von oben nach unten in den Haufen gefressen und wir kriegen das Wasser nicht in die Tiefe des Haufens", sagte Michael Richartz, Einsatzleiter der Bremer Feuerwehr. Mithilfe eines Radladers mussten die Schichten deshalb Stück für Stück abgetragen und auseinander gezogen werden, um einzelne Glutnester zu löschen. Dafür haben die Feuerwehrkräfte die Masse auf dem Nehlsen-Gelände teilweise umverteilt.

Etwa drei bis vier Kilometer Schlauchleitungen waren nach Angaben des Einsatzleiters nötig, um für ausreichend Wassernachschub zu sorgen. Weil der Wind ungünstig stand, müssen Autofahrer im Bereich Bremen-Überseestadt zeitweise mit Sichtbehinderungen und Tempolimits auf der Autobahn rechnen. Gefahr für die Anwohner der nahe liegenden Stadtteile bestand nach Angaben der Feuerwehr nicht. Demnach wurde keine erhöhte Schadstoffbelastung gemessen. Es kommt aber zu Geruchs- und Sichtbehinderungen. "Wir haben eine Warnung herausgegeben, dass die Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten sollen", so Einsatzleiter Richartz.

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Warum der Holzhaufen in Brand geriet und wie hoch der Schaden ist, ist bisher unklar. Die Brandermittler der Polizei halten nach ihren bisherigen Erkenntnissen eine Brandstiftung für relativ unwahrscheinlich. "Die Tendenz geht in Richtung Selbstentzündung", sagt Sprecherin Ines Roddewig. Als mögliche Ursache komme ein Blitzeinschlag in Betracht, so die Feuerwehr. Es könne aber auch ein bereits glühendes Stück Holz unbemerkt auf den Haufen gelangt sein.

Nach Angaben eines Nehlsen-Sprechers handelte es sich bei dem Haufen um Holz von einem gewissen Wert, der anschließend zu Spanplatten verarbeitet werden sollte. Zwar könne er sich nicht daran erinnern, dass es so ein Brand schon einmal bei dieser Recycling-Station gab, jedoch seien solche Einsätze bei anderen Stationen keine Seltenheit, da sich die dort befindlichen Stoffe zum Teil leicht entzünden könnten. Ihrer normalen Arbeit konnten die Nehlsen-Mitarbeiter am Montag jedenfalls nicht nachgehen. Sie waren damit beschäftigt den Zugang zum Gelände zu sichern. In den kommenden Tagen stehen für sie Aufräumarbeiten an.

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