Angezogene Bremse ließ Waggon entgleisen Ursache für Zugunfall geklärt

Eine angezogene Bremse soll die Ursache dafür gewesen sein, dass im Februar 2013 beim Bremer Hauptbahnhof mehrere Waggons eines Güterzuges aus den Gleisen gesprungen sind.
25.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Ursache für Zugunfall geklärt
Von Christian Weth

Eine angezogene Bremse soll die Ursache dafür gewesen sein, dass im Februar 2013 beim Bremer Hauptbahnhof mehrere Waggons eines Güterzuges aus den Gleisen gesprungen sind.

Der Vorfall, der den Bahnhof für Stunden komplett und für Tage teilweise lahm gelegt hatte, ist von Unfallexperten des Bundes untersucht worden. Jetzt liegt ihr mehr als 40-seitiger Abschlussbericht vor. Der Schaden wird auf 4,3 Millionen Euro beziffert. Verletzte gab es nicht. Tausende Reisende waren jedoch betroffen, es kam zu Einbußen für die Wirtschaft im gesamten Nordwesten.

„Zur Zeit kein Zugbetrieb möglich.“ So war es auf allen Anzeigen des Bremer Bahnhofs am 14. Februar, einem Donnerstag, vor zwei Jahren zu lesen. Um 12.29 Uhr war ein doppelstöckiger Transportwaggon für Autos aus den Schienen gesprungen. Als er entgleiste, riss der komplette Güterzug mit insgesamt 20 Waggons, die allesamt leer waren, auseinander.

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An der Unfallstelle zwischen der Abzweigstelle Vahr und Hauptbahnhof sah es aus wie auf dem Schrottplatz: Abgebrochene Achsen lagen quer auf den Schienen, drumherum verstreut Räder, Spulen und Kabel. Die Schienen waren aus den Ankern gerissen, die Schwellen zerfetzt und der Schotter zu Haufen aufgewühlt. Auf einer Länge von zwei Kilometern waren die Masten der Oberleitung zerstört.

Nach dem Bericht der Unfallexperten war bei einem Transportwaggon für Autos die Bremse fest angezogen gewesen. Mindestens ein Radsatz habe während der gesamten Fahrt des Zuges, er kam aus Cuxhaven, immer wieder blockiert. Das hätten Abdrücke auf den Schienen belegt. In Bremen habe der Zug erst halten, dann wieder anfahren müssen. Beim Beschleunigen sei der Waggon schließlich mit Tempo 50 aus den Schienen gesprungen.

Nach Angaben des Zug- und Stellwerk-personals sei weder vor noch während der Fahrt etwas Auffälliges bemerkt worden. Vor Antritt der Fahrt soll der Zug sämtliche Tests bestanden haben. Warum und durch wen die Bremse am Waggon angezogen worden war, konnte nicht mehr ermittelt werden, heißt es im Bericht der Gutachter. Für die Bahnlärm-Initiative Bremen ist das Ergebnis unbefriedigend. „In jedem Auto gibt es ein Licht oder ein Signal, wenn die Handbremse angezogen ist“, kritisiert Mitstreiter Walter Ruffler. Für ihn ist es nicht nachvollziehbar, weshalb Züge mit veralteter Technik fahren dürften. Er sieht die Politik in der Pflicht, das zu ändern.

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