Winterwetter Väterchen Frost und seine Folgen

Bremen-Nord. Das kalte Wetter beherrscht den Bremer Norden. Im Vegesacker Hafen hat sich zumindest teilweise eine geschlossene Eisdecke gebildet - und Autowerkstätten und Heizungsbauer berichten von einem Auftragsplus.
28.01.2010, 06:00
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Väterchen Frost und seine Folgen
Von Matthias Lüdecke

Bremen-Nord. Das kalte Wetter beherrscht den Bremer Norden. Im Vegesacker Hafen hat sich zumindest teilweise eine geschlossene Eisdecke gebildet - und Autowerkstätten und Heizungsbauer berichten von einem Auftragsplus.

Nicht überall ist es so ruhig wie im Vegesacker Hafenbecken. Nachdem der Ostwind in den vergangenen Tagen immer wieder dafür sorgt, dass die Eisschollen auf die offene Weser heraustreiben, hat sich inzwischen teilweise eine Eisdecke auf dem Wasser gebildet. Betreten sollte man das Eis aber nicht, denn dafür ist die Eisdecke die von den Wellen im Hafenbecken in Bewegung gehalten wird, nicht dick genug.

Doch sorgt das kalte Wetter der letzten Tage auch für Probleme. Jens Rehm etwa hat im Moment einiges zu tun. Die Anzahl der Anrufe von Kunden, die im Kalten sitzen, sei in den vergangenen Tagen um das zwei- bis dreifache gestiegen, berichtet der Sanitär- und Heizungsbaumeister aus Vegesack. Allerdings ist der Frost nur in den seltensten Fällen der direkte Auslöser dafür, dass die Heizung ihren Dienst versagt, etwa, wenn ein Heißwasserboiler direkt auf dem kalten Boden steht und das Wasser darin einfriert. Viel häufiger gingen wegen der hohen Belastungen Teile an den Heizungen kaputt, sagt Rehm.

Wegen der frostigen Temperaturen liefen die Heizungsanlagen momentan unter Vollast, und da gehe bei älteren Anlagen eben schon einmal etwas kaputt. Fast immer könne ein solcher Schaden direkt repariert werden, sagt Rehm. Nur einmal sei es vorgekommen, dass man einen Tag auf ein Ersatzteil habe warten müssen - und selbst da konnten er und seine Kollegen noch helfen. Sie gaben dem Kunden zur Überbrückung Heizlüfter, damit er wenigstens zwei Zimmer warm halten konnte.

Von einem Januar mit ungewöhnlich vielen Aufträgen berichtet auch Thomas Tete. Er ist Werkstattmeister in der KFZ-Werkstatt Widorski im Vegesacker Industriegebiet und erzählt, dass der Start in ein neues Jahr normalerweise eher ruhig verlaufe. Die meisten Unfälle passierten traditionell in den Sommermonaten. Doch in diesem Jahr haben auch auch seine Kollegen und er mehr in der Werkstatt zu tun. Und nicht immer reichen dabei beruhigende Worte, wie bei den Kunden, die sorgenvoll zu ihm kommen, weil ihre Temperaturanzeige nicht steigt - was bei den niedrigen Außentemperaturen und dem Fahrtwind kein Wunder ist.

So kann Tete Geschichten erzählen von ungewöhnlich vielen Getriebeschäden, geplatzten Kühlern, Wasserpumpen, deren Flügel durch den Frost abgerissen wurden, und eingefrorenen Motoren. Ein häufiges Problem sei Kondenswasser, das sich ; ein Problem, dass Dieselfahrzeuge übrigens vdeutlich seltener haben, weil sie nicht so heiß werden. in warmen Ölabscheidern oder Motorentlüftungen bilde. Stehe der Wagen dann draußen in der Kälte, gefriere dieses Wasser.

Zu kapitalen Motorschäden könnten aber auch Verstopfungen in diesen Teilen des Motors führen. Viele Schäden ließen sich aber auch vermeiden, sagt Tete. Motorschäden seien oft die Folge von verstopften Motorentlüftungen und Ölabscheiden - ein Problem, das vor allem bei Autos auftrete, die hauptsächlich für kurze Fahrten eingesetzt würden. Ein regelmäßiger Ölwechsel könne das verhindern, sagt Tete, der auch sonst jedem Autofahrer dazu rät, 'pingelig auf den Frostschutz zu achten', damit etwa die Kühlflüssigkeit gar nicht erst einfrieren kann.

Doch bringt der Frost nicht nur Probleme, sondern hat auch schöne Seiten. Das Vegesacker Hafenbecken etwa ist inzwischen teilweise mit einer Eisdecke überzogen. Betreten sollte man die Fläche aber nicht. Durch die Wellenbewegungen ist das Eis nicht sonderlich dick.

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