Sohn Wolf Siegert verlängert Nutzungsrecht für die Ruhestätte

Van-Tricht-Grab bleibt erhalten

Riensberg/Altstadt/Hulsberg. Das Bangen hat ein Ende: Die Grabstelle der einstigen Domorganistin Käte van Tricht wird nicht aufgelöst. Auf die Berichterstattung im Stadtteil-Kurier hin, hat Erich Kalkus diverse potenzielle Mitstreiter für den Erhalt der Ruhestätte gefunden.
06.02.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Brandstätter

Riensberg/Altstadt/Hulsberg. Das Bangen hat ein Ende: Die Grabstelle der einstigen Domorganistin Käte van Tricht wird nicht aufgelöst. Auf die Berichterstattung im Stadtteil-Kurier hin, hat Erich Kalkus diverse potenzielle Mitstreiter für den Erhalt der Ruhestätte gefunden. Und die Nachricht von der drohenden Auflösung der Grabstelle hat mittlerweile auch Wolf Siegert, Käte van Trichts Sohn, in Berlin erreicht. Er hat Ende Januar einen Anruf des Umweltbetriebs Bremen bekommen und das Nutzungsrecht verlängern lassen.

Er sei der Meinung gewesen, das Grab seiner Mutter existiere gar nicht mehr, sagt Wolf Siegert. Im September 2016 habe es auf seine Nachfrage bei der Friedhofverwaltung geheißen, dass Käte van Trichts Grabstelle nicht in den Unterlagen aufgeführt und somit dann wohl bereits aufgelöst sei. Das Grab wird in den Friedhofsunterlagen nicht unter ihrem Mädchennamen geführt, sondern unter dem Namen Siegert, wie es von der Friedhofsverwaltung heißt.

Unter denen, die sich für das Grab eingesetzt hatten, war Edeltraud Hermann-Hirche, die Käte van Tricht insbesondere aus deren ehrenamtlichen Arbeit am heutigen Klinikum Bremen-Mitte in Erinnerung hat, wo sie die Patienten mit ihrer mobilen Orgel unterhielt. „Es ist für Bremen beschämend, dass für die erste deutsche Konzertorganistin eine gepflegte Dauerruhestätte in der Stadt ihrer langjährigen Wirkungsstätte nicht erhaltenswert ist“, monierte die Ärztin, die damals in der Klinik gearbeitet hat.

Auch der pensionierte Pastor Henning Drude erinnert sich lebhaft an diese Zeit. „Käte van Tricht war zunächst als Organistin in der Krankenhaus-Kirche St. Jürgen angestellt und hat diese Tätigkeit später noch viele Jahre ehrenamtlich ausgeübt“, erzählt er. Sollte die Grabstelle nicht seitens der Familie erhalten bleiben, werde er sich ebenfalls an den Kosten für die Verlängerung des Nutzungsrechts beteiligen. Käte van Tricht habe ihre Aufgabe derart leidenschaftlich und brillant ausgefüllt, dass ihr Andenken unbedingt gewahrt werden müsse, betont Henning Drude. „Sie war eine Vollblutmusikerin durch und durch.“

Auch Claus Scharnberg erinnert sich an die Organistin. „In den 60er-Jahren nahm meine Mutter mich mit in den Dom zu einem Konzert von Käte van Tricht. Das ist mir bis heute in Erinnerung geblieben“, erzählt der Rentner. Auch er wollte sich beteiligen, sollte das Nutzungsrecht nicht bis Ende der Frist zum 1. April verlängert worden sein.

Um ein weiteres Grab sorgt sich Holger Hasenkamp. Sein früherer Kinderarzt Professor Rudolf Hess wurde 1962 auf dem Riensberger Friedhof beerdigt, sein Grab inzwischen allerdings eingeebnet. Die Grabplatte des Gründers der gleichnamigen Kinderklinik am Hulsberg lehne zwar noch in der Nähe der früheren Grabstelle an einem Baum. Auf Nachfrage beim Bremer Umweltbetrieb gibt Sprecherin Kerstin Doty Entwarnung: „Die Platte wird auf dem Riensberger Friedhof bleiben.“

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