Zum zweiten Mal "Azubi-Speed-Dating" im Bürgerhaus Obervieland Verabredung mit dem neuen Job

Aufgeregt sind bei diesem ersten Treffen vor allen Dingen die Schülerinnen und Schüler. Das Bürgerhaus Obervieland und das Gymnasium Links der Weser haben ein Speed-Dating mit potenziellen Arbeitgebern für die Jugendlichen organisiert.
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Verabredung mit dem neuen Job
Von Lisa Schröder

Aufgeregt sind bei diesem ersten Treffen vor allen Dingen die Schülerinnen und Schüler. Das Bürgerhaus Obervieland und das Gymnasium Links der Weser haben wieder ein Speed-Dating mit potenziellen Arbeitgebern für die Jugendlichen organisiert. Dabei sollen sich die jungen Leute in lockerer Atmosphäre vorstellen.

Die Sirene ertönt und es kommt langsam Bewegung in den Raum. Alle zehn Minuten leitet sie neue Treffen ein. Vielleicht mit dem neuen Arbeitgeber? Das Bürgerhaus Obervieland (BGO) in der Alfred-Faust-Straße veranstaltet zusammen mit dem Gymnasium Links der Weser das zweite „Azubi-Speed-Dating“. Schüler und Mitarbeiter der Firmen bekommen Zeit, sich gegenseitig kennenzulernen.

Über 100 Schüler, die fünf 10. Klassen der Schule, konnten sich bei zwei bis drei Vertretern der Personalabteilungen der insgesamt 16 Firmen vorstellen – und natürlich umgekehrt. Zum Gespräch mitgebracht haben sie ihren Lebenslauf und teils viele Fragen an ihre potenziellen Arbeitgeber. Ein Teil der Schüler wird nächstes Jahr im Sommer die Schule verlassen und auf die Suche nach einer Ausbildung gehen.

Das Speed-Dating steht unter dem Motto „Punkten mit dem ersten Eindruck“. „Das ist ganz wichtig“, sagt Bürgerhausleiter Stefan Markus. „Nicht Zensuren, Zeugnisse oder Eignungstests sind heute entscheidend, die Schüler sollen sich als Menschen vorstellen,“, sagt der Kattenturmer. Die Aktion soll der Schule mehr Praxisnähe bringen: „Wir wollen ein Netzwerk aufbauen mit großen Firmen, auch regionalen aus dem Stadtteil, und der Schule.“

Bisher sei die Resonanz der Firmen auf die Veranstaltung sehr positiv, so Markus. Und die Schüler? „Die wollen mich alle haben, hat eben schon einer von ihnen gesagt, der richtig glücklich war, wie es gelaufen ist. Die Schüler sehen hier Perspektiven.“

Refiena und Angelika aus Obervieland wollen noch ihr Abitur machen, bevor sie in einen Beruf starten. Das Speed-Dating finden sie gut: „Es bereitet auf spätere Gespräche vor“, sagt Angelika. Sie hat sich unter anderem beim Stand von „Atlantic Hotels“ informiert. Refiena ist mit einem Mitarbeiter von Aldi verabredet: „Ich finde gut, dass es das gibt“, sagt sie.

Chantal aus Kattenturm wollte eigentlich einen Mitarbeiter einer Kraftfahrzeug-Werkstatt treffen, hat aber keinen Platz bekommen. Die 16-Jährige hält die Aktion trotzdem für interessant: „Man sieht die Möglichkeiten, was man alles machen kann.“

Von Käthe Harder und Sigrid Schubart, zwei Berufsorientierungslehrerinnen, wurden die Schüler im Unterricht auf das Speed-Dating vorbereitet und für jeden Termine bei den Firmen ausgemacht. „Viele Schüler haben einen Migrationshintergrund, und ihre Eltern sind nicht in der Lage, ihnen zu helfen. Da ist es unsere Aufgabe, allen Schülern die Bedeutung von Beruf und Berufung zu vermitteln. Wir wollen zeigen, was möglich ist für sie“, so Harder. Im vergangenen Jahr hat ein Schüler seinen Ausbildungsplatz über das Speed-Dating gefunden.

Die beiden Lehrerinnen sehen in ihrem Alltag, dass gerade Jungs mit türkischen Wurzeln es schwer haben, eine Stelle zu finden. Eine anonyme Bewerbung, ohne Foto und Namen, könnte ihnen helfen, so Schu-bart. Oder eben eine Veranstaltung wie diese, bei der Personaler gleich einen Eindruck vom Bewerber bekommen.

Das Reformgymnasium Links der Weser bietet als einzige Schule in Bremen ein Abitur sowohl nach zwölf als auch nach 13 Jahren an. Das ist nach Harder auch dem Standort geschuldet. Kerstin Kück und Sarah Rohlfs von der Zahnärztekammer Bremen sind begeistert von ihren bisher etwa 30 Dates mit den Jugendlichen. „Die Schüler sind sehr interessiert und haben einige Fragen mitgebracht“, sagt Rohlfs. Viele haben den Lebenslauf direkt bei ihnen am Stand gelassen. „Sie können sich dann einfach bei uns melden“, so Kück. Sie findet die Aktion sehr gut: „Die Schüler können sich ausprobieren und bekommen von uns auch Feedback im Anschluss an das Gespräch.“

Jörn Sommer von der Firma „Max Müller“ findet das Speed-Dating ebenfalls gelungen. Er war schon bei vielen solcher Veranstaltungen: „Niveau und Interesse unterscheiden sich sehr bei solchen Aktionen. Heute habe ich aber schon viele gute Gespräche geführt. Es wird sehr speziell gefragt von den Schülern.“

Für alle, die noch nicht recht wussten, welchen Weg sie beruflich einschlagen wollen, war außerdem ein Stand des „Beratungspiers“ des BGO da. Es hilft bei der Berufs- und Ausbildungsplatzsuche – zum Beispiel auch beim Lebenslauf und dem Anschreiben. Das Büro im Raum 210 ist mittwochs und freitags von 17.15 bis 20.15 Uhr geöffnet. Das Beratungsangebot ist kostenlos.

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