Entscheidung für Freimarkt ist ungewiss

Veranstaltungsabsagen: Bremen-Marathon, Fasching, Sixdays fallen aus

Nach der Corona-Absage für die Sixdays folgen die nächsten: Der Bremen-Marathon und der Ganderkeseer Fasching fallen aus. Zudem steht der Freimarkt auf der Kippe und der Messebetrieb läuft eingeschränkt.
20.08.2020, 06:12
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Von Frank Büter und Pascal Faltermann
Veranstaltungsabsagen: Bremen-Marathon, Fasching, Sixdays fallen aus

In diesem Jahr sollte die 16. Auflage des SWB-Marathons stattfinden. Nun wurde die Laufveranstaltung abgesagt.

Christina Kuhaupt

Die Liste der Veranstaltungsabsagen in Bremen und der Region wächst. Nach dem Aus für die Bremer Sixdays mussten am Mittwoch die Veranstalter des Bremen-Marathons die für den 4. Oktober geplante Veranstaltung streichen, weil die Infektionsgefahr als zu hoch eingeschätzt wird.

Die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine ( GGV ) sagte die Faschingssaison 2021 komplett ab. „Ein reduzierter Fasching unter Hygieneauflagen ist für uns alle nicht denkbar“, heißt es in einer Mitteilung. Der 985. Bremer Freimarkt auf der Bürgerweide droht ebenfalls auszufallen. Der Messebetrieb in der Hansestadt ist bis auf kleine Ausnahmen eingestellt.

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Mehr als 8000 Teilnehmer verzeichnete der Bremen-Marathon im vergangenen Jahr – bisheriger Höchststand. Nach Abwägung aller Interessen und in Rücksprache mit den Behörden und Sponsoren haben sich der veranstaltende Marathon-Club Bremen und die in Berlin ansässige Firma Davengo als Ausrichter dazu entschieden, die 16. Auflage des SWB-Marathons abzusagen. „Niemand kann die Entwicklung der Infektionskurve voraussehen“, sagt Organisationschef Utz Bertschy. Somit sei es auch nicht möglich, das Ansteckungsrisiko für Läufer, Helfer und Zuschauer zu bewerten und in ein Konzept einfließen zu lassen.

„Die Pandemie erfordert Entscheidungen, die zu vielen Enttäuschungen führen, aber vor allem auch Entscheidungen, die Menschenleben schützen“, sagt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Olaf Hermes, Vorstand des Titelsponsors SWB, fügt ergänzend hinzu, dass der Schutz der Gesundheit aller Beteiligten das oberste Ziel sei. „Da dieser Schutz derzeit nicht gewährleistet werden kann, haben wir uns jetzt gemeinsam zur Absage durchgerungen“, erklärt Hermes.

Konzept mehrfach abgeändert

Die Bemühungen von Utz Bertschy haben damit keine Früchte getragen. Bis zur letzten Minute habe man an dem Hygiene- und Abstandskonzept für die Laufveranstaltung gearbeitet, teilen die Veranstalter mit. Es sollte sowohl von der Gesundheits- als auch von der Innenbehörde genehmigt und vom Veranstalter entsprechend umgesetzt werden. Ein Konzept, das mehrfach abgeändert wurde. Zuletzt war überlegt worden, nicht mehr den Rathausplatz, sondern die Bürgerweide zum Start-Ziel-Bereich zu machen und die Laufstrecke entsprechend abzuändern.

„Das ist echt bitter, aber aus gesellschaftlicher Sicht natürlich absolut verständlich“, sagt der Rekordsieger Oliver Sebrantke, der den Bremen-Marathon bereits sechs Mal gewonnen hat. Als er von der Absage erfahren habe, sei für ihn „eine kleine Sportwelt zusammengebrochen“. Der für den LC Hansa Stuhr startende Bremer hofft nun, dass „die Sponsoren weitermachen und es im nächsten Jahr eine Neuauflage gibt“.

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Bremer Freimarkt immer unwahrscheinlicher

Auf der Kippe steht weiterhin der 985. Bremer Freimarkt, der vom 16. Oktober bis zum 1. November 2020 geplant ist. „Wir wollen alles tun, dass der Freimarkt stattfindet“, sagt Kai Stührenberg, Sprecher der Wirtschaftsbehörde. Derzeit werde in Abstimmung mit dem Gesundheitsressort an einer Vorlage für den Senat gearbeitet. Gemeinsam mit den Schaustellern habe man ein umfangreiches Konzept entwickelt, wie der Freimarkt unter Corona-Bedingungen ablaufen könnte.

Das bestätigt auch Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Bremer Schaustellerverbands: „Wir haben für alle Zelte, Buden, Fahrgeräte und Laufgeschäfte individuelle Hygienekonzepte erarbeitet.“ Zudem sei ein weiterer, noch stärker reduzierter Plan in Arbeit, mit dem nur ein Teil der Bürgerweide bespielt werden würde. Er wolle weiterhin optimistisch bleiben, dass der Bremer Freimarkt in irgendeiner Form stattfinde. Aber: „Wir stehen in der Realität. Bei den derzeitigen Prognosen sinkt die Wahrscheinlichkeit immer mehr“, betont Robrahn.

Die endgültige Entscheidung soll in einer Senatssitzung Anfang September fallen. Erst wenn feststeht, wie mit dem Freimarkt verfahren wird, gehe es an einen Plan für den Weihnachtsmarkt. An entsprechenden Konzepten werde gearbeitet, sagt Behördensprecher Stührenberg.

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Im Kalender der Messe Bremen und der ÖVB-Arena stehen bis zum Jahresende wenige Veranstaltungen. „Es sind harte Zeiten“, sagt Christine Glander, Sprecherin der Bremer Messegesellschaft M3B. Zahlreiche Events mussten gecancelt werden.

Nach den aktuellen Plänen der Gesellschaft sollen die Urlaubsmesse Reiselust sowie die Caravan vom 6. bis 8. November stattfinden, zum ersten Mal in sämtlichen sieben Hallen, um die Veranstaltungen wegen der Corona-Auflagen weitläufiger gestalten zu können. Die Genießermesse Fisch und Feines und das Craft Beer Event, die zeitgleich stattfinden sollten, werde es erst im nächsten Jahr wieder geben.

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