Ungefährliche Substanz

Verdächtiger Brief in Bremer CDU-Zentrale: Polizei gibt Entwarnung

Wenige Wochen nachdem andere politische Parteien verdächtige Briefe bekommen haben, ist auch bei der CDU in Bremen einer eingegangen. Sprengstoffexperten untersuchten den Umschlag und gaben Entwarnung.
10.02.2020, 11:39
Lesedauer: 2 Min
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Von Lisa-Maria Röhling Patrick Reichelt
Verdächtiger Brief in Bremer CDU-Zentrale: Polizei gibt Entwarnung

Die Bremer CDU hat einen verdächtigen Brief bekommen.

Felix Wendler

Eine verdächtige Briefsendung hat am Montag für einen weiteren Polizeieinsatz in einem Bremer Parteibüro gesorgt. Der im jüngsten Fall in der CDU-Zentrale an der Straße Am Wall gefundene Umschlag war am Vormittag entdeckt worden. Nachdem Sprengstoffexperten der Bundespolizei den Brief schließlich untersucht hatten, konnten sie schnell Entwarnung geben: Die Substanz in dem Umschlag sei ungefährlich. An dem Einsatz waren auch Kräfte der Feuerwehr beteiligt, zeitweise kam es zu Verkehrsbehinderungen im Umkreis der Parteibüros.

Erst im Januar hatten die Parteien FDP, Grüne und Linke ebenfalls verdächtige Umschläge in ihren Büros vorgefunden. In allen Fällen stellten sich die Briefe als harmlos heraus. Der Staatsschutz ermittelt im Fall der Briefe an Grüne und Linke wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Bei der FDP war erst vor zwei Wochen ein verdächtiger Umschlag eingetroffen. „Besondere Unsicherheiten gibt es bei uns nicht“, sagte der Sprecher der Liberalen, Tim Abitzsch. Die Mitarbeiter hielten sich in Verdachtsfällen strikt an eine Handlungsempfehlung der Polizei. In dem Papier haben die Beamten Merkmale gesammelt, an denen ungewöhnliche Sendungen zu erkennen sind und wie sie damit umgehen sollten. Auch andere Parteien haben eine solche Handlungsempfehlung bekommen.

Die Linke nimmt nach Angaben von Sprecher Tim Ruland die „zahlreichen Drohbriefe und anderen Angriffe auf unsere Büros sehr ernst.“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien für den Umgang mit Briefen sensibilisiert worden, „die Arbeitsprozesse haben wir entsprechend angepasst.“ Die Grünen haben ebenfalls intensive Gespräche mit ihrem Personal geführt, um bei Postsendungen genauer hinzuschauen, sagte Landesgeschäftsführer Jonas Kassow. „Wir sind in einem gewissen Spannungsfeld, weil wir trotz der Vorkommnisse nicht die Post oder den Fußverkehr in der Zentrale beschränken wollen.“

Die SPD war bisher nicht betroffen, man sei jedoch sensibilisiert, sagte Parteisprecher Roland Pahl. „Aber wir lassen uns nicht von unserer Arbeit für die Partei und für eine gute Zukunft unserer Gesellschaft ablenken oder gar abschrecken.“

+++ Dieser Artikel wurde um 21.44 Uhr aktualisiert. +++

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