Künftiger Sitz und Begegnungsstätte in Schwachhausen Verein für Blinde zieht um

Schwachhausen· Ostertor. Der Verein für Blinde, seit 1896 im Ostertor ansässig, hat sich von seinem dortigen Immobilienbesitz getrennt. Die Begegnungsstätte wird vom Sielwall nach Schwachhausen umziehen, wo der Verein das Gebäude der Begegnungsstätte Sparer Dank, Biermannstraße 15, gekauft hat.
13.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von niels Kanning

Schwachhausen· Ostertor. Der Verein für Blinde, seit 1896 im Ostertor ansässig, hat sich von seinem dortigen Immobilienbesitz getrennt. Die Begegnungsstätte wird vom Sielwall nach Schwachhausen umziehen, wo der Verein das Gebäude der Begegnungsstätte Sparer Dank, Biermannstraße 15, gekauft hat.

"Das ist eine gute Verbesserung", sagt Vereinsgeschäftsführer Hermann Slawik. Die ebenerdige Begegnungsstätte Sparer Dank sei behindertengerecht. Schon jetzt nutzt der Verein das Haus an der Biermannstraße für seine PC-Kurse. Ende Februar soll der geplante Umzug bewältigt sein. Durch den Einzug des Vereins für Blinde werde die bestehende Begegnungsstätte in Schwachhausen "noch besser ausgelastet", stellt Slawik fest. Auch das Büro des Vereins für Blinde wird nach Schwachhausen verlegt.

Awo bleibt Mitnutzer

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) bleibt weiterhin Mitnutzer der Räume - unter anderem für ihre "Universität der dritten Generation". Auch für die vom Verein "Aktive Menschen Bremen" betreute Begegnungsstätte in dem Flachdachbau ändere sich nichts, heißt es.

Der Verein für Blinde ist kein Selbsthilfeverein und nicht zu verwechseln mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen, der in der Contrescarpe sitzt. Der Verein für Blinde hat eine viel längere Tradition, die bis ans Ende des 19. Jahrhundert zurückreicht. Der Verein verfolgt caritative Zwecke und war Träger der 1896 gegründeten Blindenanstalt Bremen. Herrmann Slawik:"So heißen wir immer noch."

Seine vordringliche Aufgabe sieht der Verein für Blinde darin, blinden und sehbehinderten Menschen sowie deren Angehörigen individuelle Hilfen und Informationen zu geben. Was die Arbeit in der Begegnungsstätte Am Sielwall bisher beeinträchtigt, ist das mehrstöckige Gebäude selbst - es hat Treppen und ist nicht behindertengerecht. Viele Besucher leiden unter Altersblindheit, sie sind auf den Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen. Gerade diesem Personenkreis wird es im neuen Domizil viel leichter gemacht.

Der Verein für Blinde ist gemeinnützig, hat keine Mitglieder, sondern nur einen Vorstand. Beschäftigt werden zwei hauptberufliche Mitarbeiter, Geschäftsführer Hermann Slawik und Begegnungsstättenleiterin Barbara Kunert sowie diverse Honorarkräfte. Vereinsvorsitzender ist der Rechtsanwalt und Notar Gerhard Lohfeld.

Neue Besitzerin mehrerer Häuser in der Luisenstraße und Schildstraße, die bisher dem Verein für Blinde gehörten, ist die Imogrund Beteiligungs- und Grundstücksgesellschaft mit Sitz in der Schwachhauser Heerstraße 43. Die Firma tritt in die bestehenden Mietverträge ein. Die Wohnungsmieter, unter ihnen Studenten, die bisher moderate Mieten mitten im begehrten Ostertorviertel bezahlen, befürchten nun allerdings, dass mit dem Inhaberwechsel bald höhere Mieten auf sie zukommen.

Die neue Besitzerin hat im Laufe ihrer Geschäftstätigkeit seit 1982 neben Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen auch größere Mietobjekte privatisiert, die von Versicherungsgesellschaften übernommen wurden. In einer schriftlichen Stellungnahme teilt die Imogrund mit: "Kein Mieter ist in der ganzen Zeit irgendwann von uns bedrängt worden, seine Wohnung zu verlassen, da wir diese veräußern wollen. Auch diese jetzt vom Verein für Blinde übernommenen Mieter werden im Mietverhältnis weitergeführt. Dass wir auf Sicht einiges an den Objekten tun müssen und sich hieraus im Laufe der Zeit auch die Miethöhen verändern werden, ist nicht zu vermeiden. Die Investitionen müssen finanzierbar sein."

In Sachen Hausverwaltung arbeitet die Imogrund längjährig mit der Firma Die Böttcherstraße GmbH zusammen, eine Tochter der Sparkasse Bremen. Im Frühjahr will die Imogrund die Häuser inspizieren und feststellen, wo Bedarf ist - zum Beispiel auf den bisher ungedämmten Dachböden.

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