Polizei soll gegen Volksverhetzung vorgehen Verein stellt Strafanzeige

Grohn. Der Vorsitzende der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack (SAV), Volker Beringer, hat gestern bei der Polizei in Vegesack Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen unbekannt gestellt. Damit reagiert die SAV auf einen anonymen Brief, der zwischen Weihnachten und Neujahr in der Geschäftsstelle der SAV eingegangen war. Darin kündigt eine Gruppe an, in Zukunft auf das Schwimmen im Grohner Bad verzichten zu wollen, weil dort regelmäßig Musliminnen schwimmen.
08.01.2013, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Verein stellt Strafanzeige
Von Patricia Brandt

Grohn. Der Vorsitzende der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack (SAV), Volker Beringer, hat gestern bei der Polizei in Vegesack Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen unbekannt gestellt. Damit reagiert die SAV auf einen anonymen Brief, der zwischen Weihnachten und Neujahr in der Geschäftsstelle der SAV eingegangen war. Darin kündigt eine Gruppe an, in Zukunft auf das Schwimmen im Grohner Bad verzichten zu wollen, weil dort regelmäßig Musliminnen schwimmen.

Wie berichtet, gibt es seit anderthalb Jahren im Grohner Bad einen Schwimmkursus speziell für muslimische Frauen. Einmal die Woche dürfen die Frauen hier unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Kopftuch und in islamischer Badetracht schwimmen. Dieses Angebot will der Landessportbund neuerdings noch durch einen Frauen-Schwimmnachmittag ergänzen, bei dem muslimische und christliche Frauen gemeinsam baden (wir berichteten).

Das umstrittene Schreiben nimmt Bezug auf einen Artikel der Norddeutschen über die "Integration im Wasser". Volker Beringer stuft das Schriftstück als volksverhetzend ein. "Wir sind entsetzt", so Beringer. Er fürchtet auch um den Ruf der SAV. Die Strafanzeige bei der Polizei sei aber zurzeit die einzige Möglichkeit, auf die anonyme Schrift zu reagieren. "Die Polizei wird jetzt recherchieren, wer dafür verantwortlich ist", so Beringer. Er kündigt weiterhin an: "Wir werden die Sache bis zum Schluss verfolgen. Den betreffenden Personen droht der Ausschluss aus dem Verein oder dem Verband." Erste Hinweise auf den möglichen Absender lägen der SAV bereits vor.

Der oder die Verfasser kündigen dem Verein an, in der Faschingszeit einen Aufruf im Internet zu starten und zu einer Party in voller Kleidung im Grohner Bad zu bitten: "Mal sehen, was passiert", heißt es weiter. "Werden wir auch reingelassen mit Kleidung? Gleiches Recht für alle?" Der SAV-Vorsitzende will nun Vorsichtsmaßnahmen treffen lassen, um ein Aufeinandertreffen der Gruppen zu verhindern.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+