Senatorin räumt großen Reparaturbedarf ein Vereine beklagen Sporthallen-Misere

Grambke. Beim SV Grambke/Oslebshausen werden die Alarmsignale deutlicher. Nach dem Brand in der Turnhalle am Oslebshauser Park sind die Trainingsmöglichkeiten noch weiter eingeschränkt worden.
23.11.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald

Grambke. Beim SV Grambke/Oslebshausen werden die Alarmsignale deutlicher. Nach dem Brand in der Turnhalle am Oslebshauser Park sind die Trainingsmöglichkeiten noch weiter eingeschränkt worden. Der Vereinsvorsitzende Heiko Strohmann schlägt deshalb als Notbehelf eine mobile Leichtbauhalle auf dem Gelände an der Sperberstraße vor. Derweil beklagt der Kreissportbund Bremen-Nord Sanierungsstaus in zahlreichen Sporthallen und fordert schnelle Abhilfe.

Wie berichtet, ist die Halle am Oslebshauser Park durch ein Feuer erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden und nicht mehr zu benutzen. Betroffen sind nicht nur Schulkinder. Für den Großverein, so Heiko Strohmann, sei das ein weiterer Tiefschlag. Bekanntlich können die Vereinsmitglieder zurzeit weder in der Halle an der Alwin-Lonke-Straße noch an der Straße Auf den Heuen Sport treiben, weil sie wegen Sanierungsarbeiten gesperrt sind. Zudem ist die marode ehemalige Tennishalle an der Straße Föhrenbrok seit Jahren nicht mehr beheizbar, wird aber bisweilen noch von SVGO-Handballern genutzt. Die Sanierung des Gebäudes will der Verein mit eigenen Mitteln schultern, wenn Bremen die Altschulden von rund 300.000 Euro übernimmt, die auf der Halle lasten. Um den akuten Notstand zu überbrücken, schlägt Heiko Strohmann nun die Errichtung einer Mobilbauhalle auf dem Vereinsgelände an der Sperberstraße vor.

Die Sporthallen-Misere im Norden der Stadt bildete auch einen Schwerpunkt beim jüngsten Sportdialog des Kreissportbunds Bremen-Nord (KSB), zu dem der Vorsitzende Jürgen Linke am Montagabend Sportsenatorin Anja Stahmann sowie 28 Vertreter aus Sport und Kommunalpolitik begrüßte. Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt bezeichnete die Sporthalle Fährer Flur als unrühmliches Beispiel für Untätigkeit. Im vergangenen Jahr sei gar ein Schimmel-Notprogramm aufgelegt worden, auf die Realisierung warte man bis heute. Und Dornstedts Burglesumer Kollege Florian Boehlke erinnerte daran, dass schnell ein Ersatz für die auf dem Gelände des Lesum-Parks abgerissene Halle nötig sei. Man benötige zumindest ein Signal, wann das Projekt in Angriff genommen werden soll.

Anja Stahmann machte während des Sportdialogs kein Hehl daraus, dass in etlichen Sporthallen und Nebengebäuden Bremens erheblicher Reparaturbedarf bestehe. Die Umkleideräume und sanitären Anlagen in Vegesack und Farge beispielsweise sind in einem schlechten Zustand. Die Senatorin verwies allerdings auch auf erhebliche Investitionen in neue Umkleiden für den TSV Lesum-Burgdamm und den Blumenthaler SV und zudem auf den Sportentwicklungsplan. Danach sollen in den nächsten zehn bis 15 Jahren neue Sporthallen entstehen, fünf Anträge lägen bereits vor. Die Reaktion von Uwe Schnibben, Vorsitzender des Blumenthaler Turnvereins, darauf: In Bremen werde viel geredet, aber wenig gemacht. Seine Vereinskollegin Margret Gerdes plädierte in diesem Zusammenhang für flexiblere Öffnungszeiten und familiengerechte Eintrittspreise des Freibads Blumenthal, um den Besucherrückgang zu stoppen. Schwimmunterricht, so Gerdes sei wichtiger denn je, könnten doch 50 Prozent der heutigen Siebt- und Achtklässler nicht schwimmen.

Mit einem Problem, das immer mehr Fußballvereine in Deutschland umtreibt, muss sich seit vier Jahren die SG Aumund-Vegesack herumschlagen. Ein Anwohner sei wegen des Fußballlärms im Vegesacker Stadion vor Gericht gezogen, erläuterte der Chef des Fußballkreises Bremen-Nord, Holger Franz. Darunter litten seiner Aussagen nach 420 Sportler. Bislang habe der Verein einen fünfstelligen Betrag an Gerichtskosten ausgegeben, doch eine Entscheidung stehe weiterhin aus. Jürgen Linke: „Das Problem kann letztlich nur der Bundesgesetzgeber aus der Welt schaffen.“

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