Peter Müller spricht sich für Bremens Vorhaben im Fußballstreit aus Verfassungsrichter unterstützt Bremer Senat

Bremen. Verfassungsrichter Peter Müller hat dem Bremer Senat im Streit mit DFB und DFL um die Finanzierung von Polizeieinsätzen den Rücken gestärkt.
28.07.2014, 21:45
Lesedauer: 1 Min
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Verfassungsrichter Peter Müller hat dem Bremer Senat im Streit mit DFB und DFL um die Finanzierung von Polizeieinsätzen den Rücken gestärkt.

"Sanktion ersetzt nicht Diskussion", sagte er am Montag zur Verlegung eines Länderspiels als Reaktion auf die Absicht des Senats, bei Risikospielen in der Bundesliga künftig einen finanziellen Beitrag von der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu verlangen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte das EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar von Bremen nach Nürnberg verlegt, nachdem der Senat seinen Beschluss gefasst hatte.

Der frühere saarländische Ministerpräsident nannte die von Bremen angestoßene Diskussion bei einem Empfang der Arbeitnehmerkammer notwendig und berechtigt. "Was könnte der Fußball so schön sein, wenn es den einen oder anderen Funktionär nicht gäbe."

Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) hatte zuvor seine Kritik an der aus seiner Sicht maßlosen Reaktion des DFB noch einmal erneuert.

Er habe von dem Verband das Wort Boykott noch nie gehört, wenn es um Menschenrechte gehe. "Aber wenn es um Geld geht, dann sind sie dabei, da stimmt doch etwas nicht."

Linke kritisiert Fußball-Beschluss

Die Linke wiederum kritisiert den Senatsbeschluss.Kristina Vogt, Vorsitzende und innenpolitische Sprecherin der Fraktion: „Ein strategischer Fehler, der schwer wieder einzufangen ist.“ Auf den ersten Blick leuchte der SPD-Vorstoß zwar ein, eine genauere Prüfung bringe dann aber die Schwachstellen ans Licht. Der Beschluss hätte in der vergangenen Saison theoretisch Gebühren von rund 500 000 Euro eingebracht, so Vogt.

„Mit dieser Summe können weder Kindertageseinrichtungen gebaut noch kann der Haushalt saniert werden.“ Die Summe decke gerade einmal 15 Prozent der Haushaltsüberziehung, die 2013 allein beim Innenressort angefallen ist.

Die finanzielle Entlastung wäre also, anders als behauptet, äußerst begrenzt. Außerdem müsse sich der Senat ankreiden lassen, dass dem SV Werder und der Weserstadion GmbH nach der Absage des Länderspiels gegen Gibraltar „dringend benötigte und eingeplante Einnahmen“ entgingen. (dpa/wkd)

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