Konzept für Bremen-Nord Verkehr der Zukunft soll schlau werden

Die CDU Bremen-Nord stellt ein Programmpapier für moderne Mobilität vor. Es soll den Stadtteil wieder attraktiver machen - und schließlich auch mehr Leute in Arbeit bringen.
04.01.2019, 20:39
Lesedauer: 3 Min
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Von Jean-Pierre Fellmer

Aus dem Bus aussteigen und mit der Fahrkarte ein Auto ausleihen. Laternen mit Steckdosen für E-Autos. Oder eine Institution, die Baustellen intelligent plant, damit Straßen nicht unnötigerweise mehrfach aufgerissen werden. Diese Ideen hat die CDU Bremen-Nord gemeinsam mit fachkundigen Bürgern für das Projekt „Bremen-Nord fit machen“ entwickelt.

Rainer Bensch, Landtagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzender, Bettina Hornhues, Fraktionssprecherin Beirat Burglesum, und Hans-Gerd Thormeier, Fraktionssprecher Beirat Blumenthal, haben das neue Positionspapier „Smart Mobility“ jetzt beim Pressetermin im Café Sedan vorgestellt. Im Papier werden Ideen für einen zukunftsorientierten Verkehr und ein Maßnahmenkatalog vorgestellt, mit dem Bremen-Nord zu einer Modellregion für „schlauen Verkehr“ werden soll.

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„Wir müssen den Individualverkehr reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr fördern“, sagt Thormeier. „Und die Verkehrsarten müssen besser vernetzt werden.“ Neben der Elektro-Mobilität sollen auch künstliches Gas (Power-to-Gas) und Brennstoffzellen verwendet werden. Der Alltagsverkehr soll so effizienter und bequemer, günstiger und ökologischer werden, heißt es im Papier.

Mobilitätsstationen machen schnelles Wechseln des Verkehrsmittel möglich

Eine weitere Idee sind Mobilitätsstationen, an denen Pendler schnell zwischen Pedelecs, dem ÖPNV und Carsharing wechseln können. „Das Thema Leihautos wurde bisher in Bremen-Nord vernachlässigt“, sagt Hornhues. Die Bürger seien auf sie zu gekommen und hätten gesagt, dass sie gerne Carsharing nutzen würden – es aber kaum Möglichkeiten dazu gebe. „Die Anbieter wollen das aber jetzt ändern und den Standort Bremen-Nord weiterentwickeln.“

Die CDU Bremen-Nord will außerdem verstärkt die Radwege ausbauen, sagt Thormeier. Am Verkehr würden sich natürlich auch ältere Bürger und Bewohner in den Randgebieten beteiligen – Konzepte wie „Bus on demand“, der Bus auf Bestellung, soll es für sie geben. „Es kam zum Beispiel die Nachricht von einer älteren Dame aus Rekum, dass die Busfrequenz zum Ortsteil unterirdisch sei. Diese Beschwerde haben wir aufgenommen.“

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Durch die Digitalisierung soll sich das laut Bensch ändern: Algorithmen sollen automatisch mehr Busse und Bahnen einsetzen, wenn viele Bürger unterwegs sind. „Es gibt viel zu viele Leerfahrten“, sagt Bensch. „Aber wenn die Arztpraxen geöffnet haben, sind die Busse voll.“ Außerdem sollen Sensoren, Kameras und intelligente Ampeln installiert werden, um Staus zu vermeiden. In einer zentralen Anlaufstelle sollen Anbieter, Entwickler, Software-Dienstleister und die Verkehrsträger diese Ideen planen.

Senioren schreiben oft per Whatsapp

Seit zwei Jahren gibt es für Bürger die Möglichkeit, sich am Projekt „Bremen-Nord fit machen“ zu beteiligen. Bensch ruft die Bürger zum Mitmachen auf: „Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit den Bürgern Ideen zu entwickeln.“ Sieben Mal haben die CDU-Politiker schon mit Bürgern getagt, sagt Bensch.

Dabei war Hornhues vor allem überrascht, wie sich die älteren Bürger beteiligen: „Viele Senioren schreiben uns bei Whatsapp, damit habe ich nicht gerechnet.“ Dabei geht es nicht nur um das Thema Verkehr. Der Kreisverband – wir berichteten – hat schon vergangenes Jahr einen Zehn-Punkte-Plan für das Projekt aufgestellt.

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Bensch sieht in der Digitalisierung einen möglichen Entwicklungsschub für Bremen-Nord. Hornhues illustriert die Möglichkeiten der Digitalisierung: „Wenn eine Mutter in Farge im Home Office arbeitet, kann sie zwischendurch kurz die Kinder von der Kita abholen. Dafür braucht es aber auch die notwendige Infrastruktur“, sagt Hornhues.

„Wir wollen Bremen-Nord attraktiver machen. Dann kommen auch Menschen, um hier zu leben und zu arbeiten“, sagt Bensch. Das Integrierte Struktur- und Entwicklungskonzept (ISEK) des Senats sei über eine Analyse des Status quo nicht herausgekommen – es fehlten Investitionen. Bensch will in der nächsten Wahlperiode, sollte die CDU an der Regierung beteiligt sein, lösungsorientiert arbeiten. „Damit es nicht nur schlechte Nachrichten über den Stadtteil gibt.“ Die Leute sollen laut Bensch wieder über Bremen-Nord sagen: „Das ist richtig toll hier, da will ich hin!“

Weitere Informationen

Bürger können sich noch bis zum 14. März beteiligen. Auf der Internetseite (www.bremennordfitmachen.de) gibt es ein Kontaktformular. Außerdem können Bürger dem Kreisverband per Whatsapp unter 01 51/51 55 33 00 oder auf Facebook (www.facebook.com/bremennordfitmachen) schreiben. Telefonisch ist die CDU unter 04 21 / 66 13 17 und per Post unter der Adresse Georg-Gleistein-Straße 51 in 28757 Bremen zu erreichen.

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