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Es soll für alle einheitlich sein

SPD-Kommunalpolitiker Derik Eicke ist seit langem unzufrieden mit dem Verkehrskonzept im Büropark Oberneuland und der sich anschließenden Straße Achterdiek. Nun reicht er als Privatperson ein Petiition ein.
29.06.2020, 05:07
Lesedauer: 4 Min
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Von Silja Weißer
Es soll für alle einheitlich sein

Die Nasen würden ein Nadelöhr schaffen und sie seien gefährlich, meint Derik Eicke .

PETRA STUBBE

An der Verkehrssituation im Straßenzug Büropark/Achterdiek/Schorf beißen sich Planer über Jahre die Zähne aus. Immer wieder im Gespräch sind der Kreisel, gestückelte Radwege und parkende Autos, die die Sicht versperren. Mit dem Verkehrskonzept im Büropark Oberneuland und der sich anschließenden Straße Achterdiek bis hin zum Schorf ist Derik Eicke seit Langem unzufrieden. Nun versucht der langjährige SPD-Kommunalpolitiker, als Privatperson online Unterstützer zu gewinnen. Mit einer Petition sammelte er innerhalb weniger Tage über 200 Stimmen. Die Frist für die Aktion endet am 16. Juli. Dann tagt der Ausschuss der Bürgerschaft und berät zu seinem Anliegen.

Egal ob Fußgänger, Rad- oder Autofahrer, die Strecke von der Franz-Schütte-Allee in Oberneuland bis zum Schorf in Horn sei alles andere als ohne, äußert Eicke seinen Unmut. Er fordert ein einheitliches und ein auf alle Verkehrsteilnehmer abgestimmtes Konzept. Konkret führt er einige Stellen auf, die er als besonders brenzlig erachtet.

Bereits in der Chronik Horn-Lehe ist 2003 der zur Verkehrsberuhigung installierte sogenannte Mini-Kreisel an der Kreuzung Achterdiek/Marcusallee/Nedderland in der Kritik. Eicke bewertet nicht nur ihn als Fehlplanung. Er hat auch die Straßenverengung an der Kreuzung Stadtländerstraße/Achterdiek im Fokus. Die „Nase“ werde zum Nadelöhr, durch das sich auch Busse schieben müssten. An dieser Stelle sei die Verkehrsführung für Radfahrer äußerst gefährlich. Sie wichen auf den Bürgersteig aus und behinderten Fußgänger. Ein Radweg beginnt erst wieder auf Höhe Gartenallee.

„An Kreisel und Nase ist es schlicht viel zu eng und zu unübersichtlich“, fasst Eicke zusammen. Diese Stellen stellten vor allem für ältere Verkehrsteilnehmer, Menschen mit Beeinträchtigung und Schulkinder eine Gefahr dar, sagt er, selbst Vater von zwei Kindern und Mitglied einer niedersächsischen Schulleitung. Eicke fordert eine übersichtliche Verkehrsführung sowie Querungshilfen.

Ein Zebrastreifen auf Höhe Ehmckstraße war bereits im Oktober im Gespräch (wir berichteten). Vertreter des Amts für Straße und Verkehr haben bei einem Ortstermin deutlich gemacht, dass Fußgängerüberwege in Tempo-30-Bereichen nicht üblich seien – und mit 30 000 Euro nicht billig. Dass er kommt, steht jedoch fest. Der Beirat habe die Gelder bewilligt, berichtet Matthias Kook, Ortsamtsleiter für Oberneuland. Die letzte Beiratssitzung sei im März gewesen, die folgenden hätten corona-bedingt ausfallen müssen, erklärt er die Verzögerung in der Sache.

Für die Umsetzung von Querungshilfen müsse man Verkehrszählungen vornehmen, die während des Lockdowns nicht repräsentativ gewesen wären, führt Simon Zeimke aus, CDU-Beiratsmitglied in Oberneuland und Sprecher des Verkehrsausschusses. Er betont: „Wir waren in den letzten Monaten nicht untätig. Alles, was in der Petition formuliert ist, ist auch vom Beirat Oberneuland besprochen worden.“ Von Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) sei bereits ein Verkehrskonzept für ganz Oberneuland gefordert worden.

Achterdiek Verkehrskonzept

SPD-Kommunalpolitiker Derik Eicke fordert ein einheitliches Verkehrskonzept für den Bereich Büropark Oberneuland, Achterstraße bis hin zum Schorf.

Foto: PETRA STUBBE

Ebenfalls mit einer Petition setzte sich Eicke vor acht Jahren ein. Um Fußgängern mehr Sicherheit zu gewähren, forderte er einen Bürgersteig an der Einmündung der Lisa-Keßler-Straße. Dieser führt zwar nun bis Höhe Ehmckstraße, sei jedoch ohne einen Fahrstreifen für Radfahrer gebaut worden, bemängelt er im Nachhinein. All diese Schwachstellen fordert er, erneut ins Visier zu nehmen und zu überarbeiten.

In den letzten Jahrzehnten hätten sich viele Planer ausgetobt, um eine Beruhigung des Verkehrs zu erwirken. Problem bei der Umsetzung von Ideen sei unter anderem die zweigeteilte Zuständigkeit, meint Eicke. Ab dem Kreisel beginnt der Stadtteil Horn-Lehe.

Die Beiräte Horn-Lehe und Oberneuland beraten erst jeweils in den Fachausschüssen und suchten dann das Gespräch, beschreibt Horn-Lehes Beiratssprecherin Heike Menz (CDU) das Vorgehen. Wegen Corona hätten nun Sitzungen ausfallen müssen und die Angelegenheit verzögert.

Beide Beiräte, Horn-Lehe und Oberneuland, müssten sich auf ein einheitliches Konzept einigen, fordert indes Eicke. Einen solchen Arbeitsentwurf für die Verkehrsausschüsse der Beiräte erwartet er von Mobilitätssenatorin Schäfer noch 2020. Denn die Brisanz des Themas habe sich in den vergangenen Jahren weiter zugespitzt. Mit den Neubaugebieten Seerosenpark, Gartenallee und Büropark sind viele Hundert neue Familien hinzugekommen. Die notwendige Infrastruktur sei jedoch nicht geschaffen worden, sagt Eicke.

Zwar sei mit der Bebauung des Büroparks eine Reduzierung auf Tempo 30 eingeführt worden. Wie oft diese ignoriert würde, bewiesen nächtliche Motorradrennen und häufige Geschwindigkeitsüberschreitungen bei Autofahrern, wie viele Anwohner ihm berichteten. So werde auch das Tempolimit bis zum Kreisel von vielen Autofahrern gerade in den Morgenstunden ignoriert.

In den letzten zwölf Jahren hat Eicke mehr als 40 Bürgerdialoge mit einem Stand vor dem Bäcker an der Stadtländerstraße geführt. Das Hauptthema, das die Leute beschäftigt habe, sei immer wieder die Verkehrssituation gewesen, berichtet er. Darauf, sein Anliegen mit einer Unterschriften-Aktion zu unterstützen, habe er in Corona-Zeiten diesmal verzichtet. Eine Teilnahme online sei garantiert infektionsfrei und der schnellste Weg, Stimmen zu sammeln.

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